ICD Codes verständlich erklärt

Aufbau, Bedeutung und typische Beispielsauflistungen

ICD Codes spielen im Gesundheitswesen eine zentrale Rolle. Die Abkürzung steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“. Dieses weltweit verwendete Klassifikationssystem dient der einheitlichen Dokumentation von Diagnosen, Symptomen und Gesundheitsproblemen.

Herausgegeben wird die Systematik von der Weltgesundheitsorganisation. In Deutschland ist aktuell die Version ICD-10-GM verbindlich, perspektivisch erfolgt die Umstellung auf ICD-11.


Aufbau der ICD Codes

Ein ICD Code besteht aus einer Kombination von Buchstaben und Zahlen.

Beispiel: J45.0

Bestandteil Bedeutung
Buchstabe Krankheitskapitel
Erste zwei Ziffern Krankheitsgruppe
Ziffer nach Punkt Genauere Spezifikation

Der Anfangsbuchstabe verweist auf ein bestimmtes Kapitel, etwa Erkrankungen der Atemwege oder psychische Störungen.


Kapitelübersicht der ICD-10-GM

Kapitel Codebereich Beispielhafte Inhalte
I A00–B99 Infektionskrankheiten
II C00–D48 Neubildungen
V F00–F99 Psychische Störungen
IX I00–I99 Herz-Kreislauf-Erkrankungen
X J00–J99 Krankheiten der Atemwege
XIII M00–M99 Muskel- und Skeletterkrankungen

Beispielsauflistungen häufiger ICD Codes

Atemwegserkrankungen

ICD Code Diagnose
J30.1 Allergische Rhinitis durch Pollen
J45.0 Allergisches Asthma
J20.9 Akute Bronchitis, nicht näher bezeichnet
J06.9 Akute Infektion der oberen Atemwege

Psychische Erkrankungen

ICD Code Diagnose
F32.0 Leichte depressive Episode
F41.1 Generalisierte Angststörung
F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung
F90.0 Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

ICD Code Diagnose
I10 Essentielle Hypertonie
I21.9 Akuter Myokardinfarkt
I48.0 Vorhofflimmern
I25.1 Atherosklerotische Herzkrankheit

Stoffwechselerkrankungen

ICD Code Diagnose
E11.9 Diabetes mellitus Typ 2
E78.0 Reine Hypercholesterinämie
E66.9 Adipositas
E03.9 Hypothyreose

ICD Codes im Alltag

ICD Codes finden sich unter anderem:

  • Auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

  • In Krankenhausberichten

  • Bei Abrechnungen mit Krankenkassen

  • In medizinischen Gutachten

  • In Statistiken zur Gesundheitsforschung

Sie ermöglichen eine international vergleichbare Erfassung von Krankheiten und tragen zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen bei.


Unterschied zwischen ICD-10 und ICD-11

Merkmal ICD-10 ICD-11
Einführung 1990er Jahre 2019
Struktur Klassisch hierarchisch Digital optimiert
Umfang Rund 14.000 Codes Über 55.000 Codes
Anwendung Noch Standard in Deutschland Schrittweise Einführung

Die neue Version erlaubt eine deutlich präzisere Kodierung komplexer Krankheitsbilder.


Warum ICD Codes wichtig sind

ICD Codes dienen nicht nur der Dokumentation, sondern beeinflussen auch:

  • Abrechnung medizinischer Leistungen

  • Statistische Auswertungen

  • Epidemiologische Forschung

  • Planung von Gesundheitsressourcen

Eine korrekte Verschlüsselung ist daher essenziell.


Fazit

ICD Codes sind das Rückgrat der medizinischen Klassifikation. Sie schaffen eine gemeinsame Sprache für Ärzte, Krankenhäuser, Krankenkassen und Gesundheitsbehörden weltweit. Wer ihre Struktur versteht, kann medizinische Dokumente besser einordnen und Diagnosen klarer nachvollziehen.

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