Purpura Schönlein-Henoch

Purpura Schönlein-Henoch

Purpura Schönlein-Henoch äußert sich primär auf der Haut durch rote runde kleine Einblutungen.

Purpura Schönlein-Henoch äußert sich primär auf der Haut durch rote runde kleine Einblutungen.

Bei Purpura Schönlein-Henoch handelt es sich um eine immunologische bedingte Entzündung der kleinen Blutgefäße. Man spricht auch von Purpura anaphylactoides oder Vasculitis allergica. Typisch sind punktförmige Einblutungen der Haut (mit 1 bis 3 mm Durchmesser), die Petechien, sowie krampfartige Bauchschmerzen und Gelenkschmerzen. Häufig wird die Erkrankung ausgelöst durch Medikamente oder einen vorangegangenen Infekt. Benannt wurde sei nach den deutschen Ärzten Johan Lukas Schönlein und Eduard Heinrich Henoch.

In erster Linie kommt es zu kleinen Hautblutungen die auch innere Organe betreffen können. Die Blutungen sind symmetrisch, jucken aber nicht. Man kann die Hautblutungen ertasten aber nicht wegdrücken. Auch kommt es zu Fieber. Dauerhafte schwere Schädigungen bleiben jedoch in der Regel aus.

Bei Purpura Schönlein-Henoch kommt es zu Entzündungen der kleinen Blutgefäße und Kapillaren die durch das eigene Abwehrsystem ausgelöst werden. Dabei ist die Purpura Schönlein-Henoch die häufigste Form der Vaskulitis (Entzündungsreaktion eines Blutgefäßes) bei Kleinkindern, so sind in gut 90 % der Fälle Kinder unter 10 Jahren betroffen. Seltener tritt sie bei Jugendlichen auf oder bei Säuglingen.

Aber auch Insektenstiche, Impfungen und Erkrankungen des Immunsystems können Ursachen sein. Immunglobuline A (IgA) lagern sich bei der Erkrankung an den Gefäßwänden ab die zu Komplexen und Entzündungen führen. Durch Gefäßschädigungen kommt es zu Einfluss von Blut in das umgebenden Gewebe und Blutungen.

Symptome der Purpura Schönlein-Henoch

Auch innere Organe wie die Nieren können betroffen sein.

Auch innere Organe wie die Nieren können betroffen sein.

Die Entzündungen treten vor allem an der Haut auf sowie an den Gelenken, im Magen-Darm-Trakt und den Nieren. Auch die oberen Atemwege können betroffen sein. Begleitende schwellen auch Hand- und Fußrücken sowie Gelenke an. Bei Kindern kommt es zudem auch zu Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Bauchkrämpfen. Typisch für die Erkrankung ist zu dem, dass sie Schubweise auftritt.

Neben Medikamenten (wie Antibiotika, Kortison oder nichtsteroidale Antirhematika) können auch Viren und Bakterien die Erkrankung auslösen. Meist nach einem Infekt der oberen Atemwege wie Grippe-Erregern oder ß-hämolysierenden Streptokokken.

Betroffen sind meist die Streckseiten der Unterschenkel und am Gesäß. Seltener an den Streckseiten der oberen Extremintäten und in der Hodengegend. Kinder unter 2 Jahren leiden häufig an einer Variante der Erkrankung, an dem akuten infantilem hämorrhagischem Ödem oder Seidlmayer Korkardenpurpura die an der Gesichtsheit und im Bereich von Arme und Beine auftreten.

Bei Kindern kommt es häufig zu schmerzenden Schwellungen der Gelenke und einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit an den Sprungelenken und Kniegelenken (Purpura rheumatica). Beim Magen-Darm-Trakt kann es zu blutendem Stuhl kommen (Purpura abdominalis), Durchfall und kolikartigen Bauchschmerzen, an der Niere führt die Erkrankung zu Blutbeimengungen im Urin (Schönlein-Henoch-Nephritis). Kommt es zur Hodenentzündung spricht man von (Orchitis), ist das zentrale Nervensystem betroffen so kann es zu Lähmungen und Krampfanfällen kommen.

Eine mögliche Komplikation ist eine Darmeinstülpung, die Invagination oder flächige Hautblutungen, Frauen die schon einmal an Purpura Schönlein-Henoch erkrankt sind leiden häufiger auch an Nierenproblemen während der Schwangerschaft.

Blutuntersuchungen können bei die Diagnose helfen, man achtet auf Entzündungsparameter wie Blutsenkungsgeschwindigkeit und C-reaktive Protein. Auch Blut im Stuhl, punktförmige Blutungen der Haut, Gelenkschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Fieber etc. können auf Purpura Schönlein-Henoch hinweisen.

Auch kann man den Urin untersuchen auf eine Beteiligung der Niere hin mit erhöhten Eiweißwerten (Proteinurie) und roten Blutkörperchen (Hämaturie) oder eine Gewebeprobe der Niere entnehmen (Nierenbiopsie). Kreatinin ist ein Abbauprodukt von Kreatin welches in den Muskeln  als Energiereserve dient, bei einer Nierenbeteiligung ist der Kreatinin-Wert im Urin erhöht.

Ebenso kann man mit Ultraschall die Niere, Gelenke, Hoden und Bauch untersuchen, Stuhlproben nehmen, auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl testen oder das Gehirn im Kernspin untersuchen bezüglich Gefäßentzündungen. Weiterhin muss man andere Erkrankungen ausschließen wie Sepsis, Gerinnungstörungen, andere Gefäßentzündungen etc. Schmerzen können gut mit Ibuprofen, Paracetamol behandelt werden. Auch Kortison wird verabreicht um die Entzündungen zu hemmen.

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