Ernährungshypochonder

Ernährungshypochonder

Immer häufiger wird bei der Ernährung auf einfachen Zucker verzichtet.
Immer häufiger wird bei der Ernährung auf einfachen Zucker verzichtet.

Gerade bezüglich echten Lebensmittelallergien gilt, dass es sich häufig lediglich um Nahrungsmittelintoleranzen handelt und nicht um echte Nahrungsmittelallergien, Ernährungshypochonder nutzen diesen Umstand aus und profilieren sich mit vermeintlich vorhanden Intoleranzen.

Häufig hört man Begriffe wie Laktose-Intoleranz, Gluten-Unverträglichkeit, Nuss-Allergie der Verzicht auf echten Zucker aufgrund einer Diät etc. So werden Einladungen zum Essen immer schwerer wenn man auf die kulinarischen Wünsche der Gäste eingehen möchte. Doch was genau ist dran an den Unverträglichkeiten oder sind es teils nur Ernährungshypochonder die sich ihre Krankheit gar einbilden?

Nicht nur vegane Wünsche werden von den Gästen geäußert auch der Verzicht auf Zucker in Form von Glukosesirup. Saccharose, Maltose oder Fruktose als Fruchtzucker wird immer häufiger geäußert.

So fällt das Kochen für Freunde oder der nächste Kindergeburtstag immer schwerer aus. Fakt ist jedoch dass es sich häufig sogar nur um Einbildungen vermeintlicher Intoleranzen handelt geschweige denn um echte Allergien gegen Nahrungsmittel

Auch das Backen ohne Eier, Mehl und Zucker fällt schwer und wenn dann noch der Wunsch nach glutenfreiem Gebäck erklingt scheint ein Geburtstagskuchen fast unmöglich selbst gebacken zu werden können.

Gerade die Diskussion um wer was verträgt schreckt häufig sogar davon ab Freunde zum Essen einzuladen. Man sollte neben Allergien und Intoleranzen aber auch unterscheiden zwischen solchen die nur behauptet oder eingebildet und gefühlt sind. Man kann sogar von Ernährungshypochonder sprechen.

Ernährungshypochonder und echte Allergiker

Ernährungshypochonder greifen gern zu Soja-Milch als Kuhmilch-Alternative.
Ernährungshypochonder greifen gern zu Soja-Milch als Kuhmilch-Alternative.

Fakt ist, dass es Allergien auf Nüsse, Äpfel, Sellerie, Meeresfrüchte etc gibt, diese allerdings nur bei 2 bis 3% der Erwachsenen auftreten. Da liegt die Rate von Heuschnupfen-Erkrankungen mit 16% deutlich höher.

Häufig führen Nahrungsmittelallergien zu Schwellungen und Hautjucken. Auch Probleme in der Magen-Darm-Gegend sind möglich. In seltenen Fällen kann es zu Atemnot in Folge eine anaphylaktischen Schocks kommen.

Kinder leiden mit 5 bis 6% häufiger an echten Allergien wie gegen Milch. Häufig verschwinden diese wieder bis zu 6. Lebensjahr wieder von allein.

Auch die Gluten-Unverträglichkeit ist mit 0,9% (Zöliakie chronische Erkrankung des Dünndarms) sehr selten verbreitet in der Bevölkerung. Bei den Gluten handelt es sich um Klebeeiweiß in einigen Getreidesorten. Gemessen an den in den Regalen angebotenen glutenfreien Produkten scheint diese Zahl in keiner Relation zu stehen. Hier stellt sich auch die Frage nach Ernährungshypochonder die gezielt für Marketingzwecke missbraucht werden.

So ist ein Ernährungshypochonder durchaus auch ein Selbstdarsteller und hat ein gewisses Profilierungsbedürfnis und ist kein echter Kranker.

Ähnlich wie bei den Veganer die ihre Lebensart gern zu Schau stellen. So kann man durch Verzicht und Abgrenzung vermeintlich interessant und besonders wirken.

Grundsätzlich ist der bewusstere Umgang mit Lebensmittel jedoch nicht verkehrt, insbesondere wenn es um das Abspecken geht.

Ähnlich wie Bio-Ettikets verkaufen sich auch Produkte die „Frei von…“ sind gut. Gerade mal bis zu 20% der Bevölkerung leiden unter einer Laktose-Intoleranz, aber am Markt sind zahlreiche Kuhmilch-Alternativen zu finden in Form von Soja-, Reis-, Hafer-, Mandel, Hanf- oder Kokosmilch.

Auch lässt sich damit gutes Geld im Handel erzielen. So kosten normale Nudeln nur 50 Cent und glutenfreie Nudeln mit 1,50 € gleich das 3-fache.

Durch die Ernährungshypochonder werden zu dem Menschen mit einer echten Nahrungsmittel-Allergie häufig nicht wirklich ernst genommen von der Umwelt.