
Eine Dattel-Allergie ist vergleichsweise selten, grundsätzlich können Datteln jedoch wie andere Lebensmittel allergische Beschwerden auslösen. Nach dem Verzehr können beispielsweise Juckreiz oder Brennen im Mund, Schwellungen der Lippen, Hautreaktionen oder Beschwerden des Magen-Darm-Traktes auftreten.
Bei einer echten Nahrungsmittelallergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Eiweiße im Lebensmittel. Die Beschwerden können bereits kurz nach dem Verzehr auftreten, teilweise aber auch erst etwas später.
Mögliche Symptome einer Dattel-Allergie sind unter anderem:
- Jucken oder Kribbeln an Lippen, Zunge oder im Mundraum
- Brennen oder Kratzen im Hals
- Schwellungen von Lippen, Zunge oder Gesicht
- Rötungen, Quaddeln oder Hautausschlag
- Juckreiz
- Bauchschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Schluckbeschwerden
- Atembeschwerden
In seltenen Fällen kann eine Lebensmittelallergie zu einer schweren systemischen Reaktion bis hin zur Anaphylaxie führen. Treten nach dem Essen Atemnot, eine starke Schwellung im Halsbereich, Kreislaufbeschwerden oder Bewusstseinsstörungen auf, handelt es sich um einen medizinischen Notfall.
Was sind Datteln?
Datteln sind die Früchte der Echten Dattelpalme (Phoenix dactylifera). Die Pflanze gehört zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae) und wird seit Jahrtausenden im Nahen Osten und in Nordafrika kultiviert.
Heute gehören unter anderem Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens zu den bedeutenden Anbaugebieten. Datteln werden frisch oder getrocknet angeboten und kommen darüber hinaus in zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln zum Einsatz.
Getrocknete Datteln werden beispielsweise verwendet in:
- Müslis und Frühstücksmischungen
- Backwaren
- Fruchtriegeln und Energieriegeln
- Desserts
- Smoothies
- Aufstrichen
- orientalischen Gerichten
- Produkten mit Dattelsirup oder Dattelpaste
Wer nach dem Verzehr von Datteln wiederholt Beschwerden feststellt, sollte deshalb nicht nur ganze Früchte berücksichtigen, sondern auch auf verarbeitete Produkte achten.
Sind Datteln gesund?
Datteln liefern unter anderem Kohlenhydrate, Ballaststoffe sowie verschiedene Mineralstoffe und Mikronährstoffe. Aufgrund ihres natürlichen Zuckergehalts schmecken insbesondere getrocknete Datteln sehr süß und werden häufig als Alternative zu klassischen Süßigkeiten verwendet.
Der gesundheitliche Nutzen eines Lebensmittels sagt jedoch nichts darüber aus, ob es bei einer individuell bestehenden Allergie verträglich ist. Auch grundsätzlich nährstoffreiche Lebensmittel müssen bei einer nachgewiesenen Allergie gemieden werden.
Wie entsteht eine Allergie gegen Datteln?
Bei einer klassischen Nahrungsmittelallergie richtet sich die Immunreaktion gegen bestimmte Bestandteile des Lebensmittels, meistens Eiweiße. Nach einem erneuten Kontakt kann das Immunsystem Botenstoffe wie Histamin freisetzen, die die typischen allergischen Symptome verursachen.
Nicht jede Reaktion nach dem Verzehr von Datteln muss allerdings automatisch eine Allergie gegen die Frucht selbst sein.
Je nach Produkt können beispielsweise auch andere Zutaten oder Zusatzstoffe eine Rolle spielen. Besonders bei verarbeiteten oder getrockneten Früchten lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Zutatenliste.
Datteln und Sulfite
Bei Trockenfrüchten können in bestimmten Fällen Sulfite als Konservierungsstoffe eingesetzt werden. Sulfite sind nicht mit dem natürlich vorkommenden chemischen Element Schwefel gleichzusetzen.
Empfindliche Personen können auf Sulfite mit Unverträglichkeitsreaktionen reagieren. Besonders Menschen mit Asthma können unter anderem Atemwegsbeschwerden entwickeln.
Wer ausschließlich auf bestimmte verarbeitete oder getrocknete Produkte reagiert, frische Datteln aber verträgt, sollte daher gemeinsam mit einem Arzt prüfen lassen, ob möglicherweise ein Zusatzstoff und nicht die Dattel selbst verantwortlich ist.

Gibt es Kreuzallergien bei einer Dattel-Allergie?
Bei Nahrungsmittelallergien können grundsätzlich Kreuzallergien auftreten. Dabei erkennt das Immunsystem ähnlich aufgebaute Proteine aus unterschiedlichen Quellen als vermeintlich gleich.
Für Datteln sind Kreuzreaktionen jedoch wesentlich weniger gut untersucht und etabliert als beispielsweise bei klassischen pollenassoziierten Lebensmittelallergien gegen Apfel, Haselnuss oder Steinobst.
Es sollte daher nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass jeder Mensch mit einer Dattel-Allergie gleichzeitig auf eine größere Gruppe anderer Früchte reagiert. Welche Kreuzreaktionen im individuellen Fall tatsächlich relevant sind, sollte allergologisch untersucht werden.
Auch ein pauschaler Zusammenhang zwischen Dattel-Allergie und Latex-Frucht-Syndrom lässt sich nicht bei jedem Betroffenen voraussetzen.
Wie wird eine Dattel-Allergie diagnostiziert?
Wer wiederholt nach dem Verzehr von Datteln Beschwerden bekommt, sollte diese von einem Allergologen untersuchen lassen. Besonders hilfreich ist es, genau zu dokumentieren:
- welches Produkt gegessen wurde,
- wie viel davon verzehrt wurde,
- wie schnell die Symptome auftraten,
- welche Beschwerden entstanden und
- ob weitere Lebensmittel oder Medikamente gleichzeitig eingenommen wurden.
Je nach Verdacht können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise ein Hauttest oder die Bestimmung spezifischer Antikörper im Blut.
Ein positiver Test allein beweist jedoch nicht automatisch eine klinisch relevante Lebensmittelallergie. Entscheidend ist immer der Zusammenhang zwischen Testergebnis und tatsächlich auftretenden Beschwerden.
In unklaren Fällen kann eine ärztlich überwachte orale Provokation notwendig sein. Dabei wird das verdächtige Lebensmittel unter medizinischer Kontrolle in festgelegten Mengen verabreicht. Eine solche Provokation sollte wegen des Risikos stärkerer allergischer Reaktionen niemals eigenständig zu Hause durchgeführt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter Allergietest.
Was tun bei einer Dattel-Allergie?
Ist eine Dattel-Allergie eindeutig bestätigt, besteht die wichtigste Maßnahme darin, Datteln und entsprechende Produkte zu meiden.
Dabei sollte insbesondere bei verarbeiteten Lebensmitteln auf Zutaten wie folgende geachtet werden:
- Datteln
- Dattelpaste
- Dattelpüree
- Dattelsirup
- Dattelzucker
Welche Vorsichtsmaßnahmen tatsächlich notwendig sind, hängt von der individuellen Allergie und der Stärke früherer Reaktionen ab.
Behandlung allergischer Beschwerden
Bei leichten allergischen Reaktionen können nach ärztlicher Empfehlung beispielsweise Antihistaminika eingesetzt werden. Sie können die Wirkung des Botenstoffes Histamin abschwächen und dadurch bestimmte Symptome reduzieren.
Bei einer schweren allergischen Reaktion beziehungsweise Anaphylaxie ist dagegen Adrenalin das wichtigste Notfallmedikament. Personen mit entsprechendem Risiko können vom Arzt einen Adrenalin-Autoinjektor beziehungsweise einen individuellen Notfallplan erhalten.
Wer bereits schwere Reaktionen erlebt hat, sollte sich von einem Allergologen genau erklären lassen, welche Medikamente in welcher Situation verwendet werden müssen.
Ist eine Hyposensibilisierung gegen Datteln möglich?
Eine klassische Hyposensibilisierung beziehungsweise allergenspezifische Immuntherapie gehört derzeit nicht zur üblichen Standardbehandlung einer Dattel-Allergie.
Auch bei anderen Nahrungsmittelallergien kommen immuntherapeutische Verfahren nur für bestimmte Allergene und unter spezialisierten Bedingungen infrage. Betroffene sollten deshalb keine eigenständigen Versuche durchführen, den Körper durch den Verzehr kleiner Mengen an Datteln „zu gewöhnen“.
Dattel-Allergie oder Unverträglichkeit?
Nicht jede Reaktion auf Datteln ist automatisch eine Allergie. Beschwerden können auch andere Ursachen haben.
Eine echte Allergie beruht auf einer Reaktion des Immunsystems. Bei einer Unverträglichkeit können dagegen andere Mechanismen eine Rolle spielen.
Gerade bei getrockneten oder verarbeiteten Datteln können außerdem Zutaten und Zusatzstoffe relevant sein. Deshalb ist eine genaue Diagnose sinnvoll, bevor Datteln oder andere Lebensmittel dauerhaft aus dem Speiseplan gestrichen werden.
Fazit zur Dattel-Allergie
Eine Allergie gegen Datteln ist selten, kann aber grundsätzlich auftreten. Mögliche Symptome reichen von Juckreiz und Schwellungen im Mundbereich über Haut- und Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu schweren allergischen Reaktionen.
Wer wiederholt nach dem Verzehr von Datteln Beschwerden bemerkt, sollte die Ursache allergologisch abklären lassen. Dabei ist wichtig zu unterscheiden, ob tatsächlich die Dattel selbst oder möglicherweise ein Bestandteil eines verarbeiteten Produktes die Reaktion verursacht.
Bei einer bestätigten Allergie besteht die wichtigste Maßnahme darin, den individuellen Auslöser zu meiden und – bei entsprechendem Risiko – gemeinsam mit dem behandelnden Arzt einen geeigneten Notfallplan festzulegen.