
Bei einer Allergie können spezielle Produkte für Allergiker dabei helfen, den Kontakt mit auslösenden Allergenen zu reduzieren oder Beschwerden im Alltag besser zu kontrollieren.
Welche Produkte sinnvoll sind, hängt stark von der jeweiligen Allergie ab. Ein Pollenschutzgitter ist beispielsweise bei Heuschnupfen hilfreich, bringt bei einer Nahrungsmittelallergie aber keinen Vorteil. Ebenso sind allergendichte Matratzenbezüge vor allem für Menschen mit Hausstaubmilbenallergie relevant.
Wichtig ist: Allergikerprodukte ersetzen keine ärztliche Diagnose und keine notwendige Behandlung. Sie können jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn der konkrete Auslöser bekannt ist.
Welche Produkte helfen bei einer Pollenallergie?
Bei einer Pollenallergie geht es vor allem darum, die Pollenbelastung in Wohn- und Schlafräumen möglichst gering zu halten.
Hilfreich können unter anderem sein:
- Pollenschutzgitter für Fenster,
- geeignete Innenraumfilter im Auto,
- Luftreiniger mit passenden Filtern,
- Staubsauger mit hochwertigem Partikelfilter sowie
- gegebenenfalls spezielle Nasenfilter für einzelne Situationen.
Pollenschutzgitter können einen Teil der Pollen davon abhalten, beim Lüften in den Raum zu gelangen.
Allerdings kann kein Gitter sämtliche Pollen vollständig zurückhalten. Die tatsächliche Wirkung hängt unter anderem von Maschenweite, Fenstergröße, Wind und Einbau ab.
Pollenschutzgitter am Fenster
Ein Pollenschutzgitter unterscheidet sich von einem normalen Insektenschutzgitter durch das feinere Material.
Es kann besonders im Schlafzimmer sinnvoll sein, da eine geringere Pollenbelastung während der Nacht die Beschwerden mancher Allergiker reduzieren kann.
Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass:
- das Gewebe ausdrücklich zur Pollenreduktion vorgesehen ist,
- der Rahmen möglichst dicht abschließt,
- ausreichend Luftaustausch möglich bleibt und
- das Material regelmäßig gereinigt werden kann.
Auch mit Pollenschutzgitter sollte das Lüften möglichst an die aktuelle Pollenbelastung angepasst werden.
Luftreiniger für Allergiker
Luftreiniger können Schwebstoffe aus der Raumluft entfernen.
Modelle mit geeigneten Partikelfiltern können unter anderem:
- Pollen,
- Staub,
- Tierallergenpartikel und
- andere feine Partikel
aus der Luft filtern.
Besonders verbreitet sind Geräte mit HEPA-Filtern.
Ein Luftreiniger kann die Allergenbelastung in einem Raum reduzieren, ersetzt aber keine grundlegenden Maßnahmen wie regelmäßiges Reinigen, Lüften oder die Reduzierung der eigentlichen Allergenquelle.
Beim Kauf sind insbesondere Raumgröße, Luftdurchsatz, Geräuschentwicklung und laufende Filterkosten relevant.
HEPA-Filter bei Allergien
HEPA steht für High Efficiency Particulate Air.
Solche Filter können sehr kleine Partikel aus der Luft entfernen und werden deshalb häufig in Luftreinigern oder Staubsaugern eingesetzt.
Für Allergiker ist nicht nur wichtig, dass ein Gerät einen HEPA-Filter besitzt. Entscheidend ist auch, ob das gesamte Gerät ausreichend dicht konstruiert ist.
Wenn ein Teil der Luft am Filter vorbeiströmt, kann die tatsächliche Filterwirkung deutlich schlechter ausfallen.
Staubsauger für Allergiker
Staubsauger können beim Reinigen Allergene aufnehmen, gleichzeitig aber auch feinen Staub wieder in die Raumluft abgeben.
Für Allergiker sind daher Geräte mit guter Filtertechnik interessant.
Sinnvoll können sein:
- HEPA- oder vergleichbare hochwertige Filter,
- eine möglichst dichte Gerätekonstruktion,
- regelmäßig wechselbare Filter und
- eine hygienische Staubentleerung.
Bei einem beutellosen Staubsauger kann beim Entleeren des Behälters Staub aufgewirbelt werden. Für empfindliche Allergiker kann deshalb ein System mit geschlossenen Staubbeuteln angenehmer sein.
Produkte bei Hausstaubmilbenallergie
Bei einer Hausstaubmilbenallergie gehören allergendichte Bettbezüge zu den wichtigsten Hilfsmitteln.
Diese werden häufig als Encasings bezeichnet.
Sie umschließen:
- Matratze,
- Kissen und
- Bettdecke.
Das Material soll möglichst verhindern, dass Milbenallergene aus Matratze und Bettwaren in direkten Kontakt mit dem Schlafenden gelangen.
Was sind Encasings?
Encasings bestehen aus einem besonders dicht gewebten Material und werden unter der normalen Bettwäsche verwendet.
Wichtig ist eine gute Passform. Der Bezug sollte die Matratze vollständig umschließen und über einen möglichst dichten Reißverschluss verfügen.
Auch Kissen und Bettdecke können mit entsprechenden Schutzbezügen versehen werden.
Encasings können die Allergenbelastung senken, beseitigen jedoch nicht automatisch sämtliche Milben.
Bettwäsche bei Hausstaubmilbenallergie
Bettwäsche sollte regelmäßig gewaschen werden.
Bei für hohe Temperaturen geeigneten Textilien kann eine Wäsche bei etwa 60 Grad Celsius sinnvoll sein.
Entscheidend ist immer, die Pflegehinweise des jeweiligen Produkts zu beachten.
Auch Matratzenauflagen, Kuscheltiere und andere Textilien im Bettbereich können relevant sein und sollten regelmäßig gereinigt werden.
Müssen Allergiker auf Teppiche verzichten?
Die pauschale Empfehlung, bei einer Hausstaubmilbenallergie sämtliche Teppiche aus der Wohnung zu entfernen, ist zu einfach.
Glatte Böden wie:
- Parkett,
- Laminat oder
- Fliesen
lassen sich zwar leicht feucht reinigen.
Bei Teppichböden kann Staub allerdings teilweise stärker gebunden werden, solange regelmäßig und gründlich gereinigt wird.
Wichtiger als eine pauschale Materialwahl ist daher ein Reinigungskonzept, das möglichst wenig Staub aufwirbelt und die Allergenbelastung niedrig hält.
Milbensprays und Neemöl
Produkte auf Basis von Neem beziehungsweise Niem werden immer wieder zur Milbenbekämpfung angeboten.
Die Wirksamkeit solcher Mittel ist jedoch nicht bei allen Produkten und Anwendungen ausreichend belegt.
Sie sollten daher nicht als Ersatz für bewährte Maßnahmen wie Encasings, regelmäßige Wäsche und eine angepasste Reinigung betrachtet werden.
Zudem können auch pflanzliche Inhaltsstoffe Haut oder Atemwege reizen.
Milbentests für den Haushalt
Milbentests sollen Hinweise darauf geben, wie hoch die Belastung mit Milben beziehungsweise Milbenallergenen in bestimmten Bereichen ist.
Sie können zur Orientierung interessant sein, haben aber Grenzen.
Ein Test ersetzt keine ärztliche Allergiediagnose und zeigt nicht automatisch, wie stark ein einzelner Mensch auf die vorhandene Menge reagiert.
Entscheidend bleibt, ob eine Hausstaubmilbenallergie tatsächlich diagnostiziert wurde und ob typische Beschwerden bestehen.
Sind Daunen für Milbenallergiker ungeeignet?
Die frühere Empfehlung, Menschen mit Hausstaubmilbenallergie müssten grundsätzlich auf Daunen verzichten, ist nicht pauschal richtig.
Entscheidend ist weniger das Material der Füllung als vielmehr, wie allergendicht die Bettwaren sind und wie gut sie gereinigt werden können.
Auch synthetische Bettwaren können Milben beherbergen.
Geeignete Encasings sind daher häufig wichtiger als die Entscheidung zwischen Daunen und Kunstfaser.
Produkte für Menschen mit Neurodermitis
Bei Neurodermitis spielt eine konsequente Hautpflege eine zentrale Rolle.
Geeignete Pflegeprodukte sollten möglichst:
- gut verträglich,
- parfümarm oder parfümfrei,
- auf die individuelle Haut abgestimmt und
- frei von bekannten persönlichen Kontaktallergenen
sein.
Es gibt jedoch kein Pflegeprodukt, das für jeden Menschen mit Neurodermitis gleichermaßen geeignet ist.
Die Auswahl hängt vom Hautzustand, Alter, Körperbereich und individuellen Auslösern ab.
Silbertextilien bei Neurodermitis
Silbertextilien werden teilweise für Menschen mit Neurodermitis angeboten.
Dabei sollen antimikrobielle Eigenschaften von Silber genutzt werden.
Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch nicht so eindeutig, dass Silberkleidung allgemein als notwendige Standardbehandlung empfohlen werden könnte.
Zudem sind solche Textilien häufig vergleichsweise teuer.
Wer sie ausprobieren möchte, sollte sie daher eher als ergänzende Möglichkeit und nicht als Ersatz für eine dermatologisch abgestimmte Basistherapie betrachten.
Kosmetikprodukte für Allergiker
Menschen mit empfindlicher Haut oder Kontaktallergien achten häufig auf Produkte mit Bezeichnungen wie:
- hypoallergen,
- sensitiv,
- parfümfrei oder
- für Allergiker geeignet.
Solche Angaben bedeuten jedoch nicht, dass ein Produkt garantiert keine allergische Reaktion auslösen kann.
Auch ein als „hypoallergen“ bezeichnetes Produkt kann Inhaltsstoffe enthalten, auf die eine einzelne Person allergisch reagiert.
Wer eine bekannte Kontaktallergie besitzt, sollte deshalb gezielt die Inhaltsstoffliste prüfen.
Haarfarben für Allergiker
Auch bei Haarfarben ist Vorsicht geboten.
Bestimmte Haarfärbemittel können Stoffe enthalten, die Kontaktallergien auslösen.
Wer bereits nach dem Färben:
- Juckreiz,
- Schwellungen,
- Rötungen oder
- Ekzeme
entwickelt hat, sollte nicht einfach ein anderes Produkt mit dem Hinweis „für Allergiker“ verwenden.
Eine dermatologische oder allergologische Abklärung kann helfen, den konkreten Auslöser zu identifizieren.
Lebensmittel für Allergiker
Bei einer Nahrungsmittelallergie besteht die wichtigste Maßnahme darin, das tatsächlich auslösende Allergen zu meiden.
Lebensmittelhersteller bieten zahlreiche Produkte an, die beispielsweise als:
- glutenfrei,
- laktosefrei,
- milchfrei,
- nussfrei oder
- eifrei
gekennzeichnet sind.
Dabei muss jedoch zwischen Allergie und Unverträglichkeit unterschieden werden.
Laktosefrei bedeutet nicht milchfrei
Bei einer Laktoseintoleranz kann der Körper Milchzucker nicht ausreichend verdauen.
Laktosefreie Milch enthält aber weiterhin Milcheiweiß.
Für Menschen mit einer Kuhmilchallergie ist ein laktosefreies Milchprodukt deshalb normalerweise keine geeignete Alternative.
Das zeigt, warum eine genaue Diagnose so wichtig ist.
Glutenfreie Produkte
Glutenfreie Lebensmittel sind insbesondere für Menschen mit Zöliakie erforderlich.
Wer Gluten problemlos verträgt, hat durch den vorsorglichen Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel normalerweise keinen gesundheitlichen Vorteil.
Glutenfreie Produkte sollten daher nicht pauschal als „gesünder“ oder „allergikerfreundlicher“ bezeichnet werden.
Inhalatoren bei Allergien
Inhalatoren werden insbesondere bei Asthma und bestimmten Atemwegserkrankungen eingesetzt.
Sie enthalten unterschiedliche Wirkstoffe, beispielsweise zur:
- Erweiterung der Bronchien oder
- Hemmung von Entzündungen.
Solche Medikamente sollten nicht ohne medizinische Diagnose verwendet werden.
Welcher Inhalator und welcher Wirkstoff geeignet sind, hängt von der jeweiligen Erkrankung und deren Schweregrad ab.
Produkte für Allergiker im Auto
Auch das Auto kann mit Produkten ausgestattet werden, die für Pollenallergiker hilfreich sind.
Dazu gehört insbesondere ein geeigneter Innenraumfilter beziehungsweise Pollenfilter.
Wichtig ist der regelmäßige Wechsel nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers.
Ein stark verschmutzter Filter kann seine Aufgabe schlechter erfüllen und die Leistung der Lüftungsanlage beeinträchtigen.
Zusätzlich kann es bei starkem Pollenflug sinnvoll sein, Fenster geschlossen zu halten und die Klimaanlage beziehungsweise Lüftung mit funktionierendem Filter zu nutzen.
Allergikerprodukte für den Urlaub
Bei einer Reise kann eine entsprechende Vorbereitung die Beschwerden reduzieren.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zum Urlaub mit Allergien.
Je nach Allergie können folgende Dinge sinnvoll sein:
- ausreichend benötigte Medikamente,
- ärztlich verordnetes Notfallset,
- Allergiepass,
- eigene allergendichte Kissenbezüge,
- Lebensmittelinformationen in der Landessprache und
- eine Reiseplanung nach Pollenflug beziehungsweise Allergenbelastung.
Hausmittel und Nahrungsergänzungsmittel
Auch Hausmittel werden häufig zur Behandlung allergischer Beschwerden eingesetzt.
Einige einfache Maßnahmen wie eine Nasenspülung mit geeigneter Kochsalzlösung können bei bestimmten Beschwerden hilfreich sein.
Andere Mittel werden dagegen mit weitreichenden Wirkversprechen beworben, ohne dass dafür eine ausreichende wissenschaftliche Grundlage besteht.
Ähnliches gilt für Nahrungsergänzungsmittel.
Die Behauptung, ein Produkt würde das Immunsystem stärken und dadurch Allergien verhindern, sollte kritisch betrachtet werden. Allergien entstehen gerade durch eine fehlgeleitete Immunreaktion und nicht einfach durch ein „zu schwaches“ Immunsystem.
Hilft Sport bei Allergien?
Sport ist grundsätzlich gesund und kann auch für viele Allergiker sinnvoll sein.
Er beseitigt jedoch keine Allergie.
Bei Pollenallergien kann es sinnvoll sein, körperliche Aktivitäten im Freien an die aktuelle Pollenbelastung anzupassen.
Menschen mit Asthma sollten ihre körperliche Belastung entsprechend der ärztlichen Therapie planen. Bei gut eingestelltem Asthma ist Sport häufig ausdrücklich möglich und erwünscht.
Woran erkennt man gute Produkte für Allergiker?
Nicht jede Bezeichnung wie „Allergiker geeignet“ besitzt automatisch eine klar definierte medizinische Bedeutung.
Beim Kauf sollte deshalb eher auf nachvollziehbare Eigenschaften geachtet werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- klare Angaben zu Materialien und Inhaltsstoffen,
- geeignete und nachvollziehbare Filterklassen,
- Wasch- und Pflegehinweise,
- eine passende Größe beziehungsweise Raumleistung,
- anerkannte Prüfungen oder Zertifizierungen sowie
- die Eignung für die konkret diagnostizierte Allergie.
Ein teures Spezialprodukt ist nicht automatisch besser als eine einfache, gut passende Maßnahme.
Welche Allergikerprodukte sind wirklich sinnvoll?
Besonders sinnvoll sind Produkte, die gezielt auf einen bekannten Auslöser abgestimmt sind.
Beispiele sind:
Bei Hausstaubmilbenallergie: allergendichte Encasings.
Bei Pollenallergie: Pollenschutzgitter und geeignete Auto-Innenraumfilter.
Bei Kontaktallergie: Produkte ohne das nachgewiesene Kontaktallergen.
Bei Nahrungsmittelallergie: Lebensmittel ohne den konkret diagnostizierten Auslöser.
Bei Asthma: ärztlich verordnete Inhalationsmedikamente.
Je genauer der Auslöser bekannt ist, desto gezielter lassen sich geeignete Produkte auswählen.
Produkte ersetzen keine Allergietherapie
Pollengitter, Luftreiniger, Encasings und andere Hilfsmittel können die Allergenbelastung reduzieren.
Sie ersetzen jedoch beispielsweise keine notwendige medikamentöse Behandlung oder eine medizinisch sinnvolle allergenspezifische Immuntherapie.
Ebenso sollte eine Allergie nicht ausschließlich aufgrund von Werbeaussagen eines Produkts selbst diagnostiziert werden.
Bei wiederkehrenden oder stärkeren Beschwerden ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.
Fazit: Allergikerprodukte gezielt statt pauschal einsetzen
Produkte für Allergiker können im Alltag eine wertvolle Unterstützung sein, wenn sie zum jeweiligen Auslöser passen.
Bei Hausstaubmilbenallergie gehören beispielsweise allergendichte Matratzen- und Bettbezüge zu den etablierten Maßnahmen. Pollenallergiker können von Pollenschutzgittern, geeigneten Innenraumfiltern und gegebenenfalls Luftreinigern profitieren.
Bei Kosmetik und Pflegeprodukten ist dagegen entscheidend, welche konkreten Inhaltsstoffe nicht vertragen werden. Begriffe wie „hypoallergen“ garantieren keine vollständige Allergiefreiheit.
Auch bei Lebensmitteln sollte genau unterschieden werden: laktosefrei ist nicht gleich milchfrei und glutenfrei ist nicht automatisch für jeden Allergiker notwendig.
Die sinnvollste Strategie besteht deshalb darin, zunächst den tatsächlichen Auslöser zu kennen und anschließend gezielt Produkte auszuwählen, die den Kontakt mit diesem Allergen reduzieren oder eine medizinisch empfohlene Behandlung unterstützen.