Allergien können das Ein- und Durchschlafen erheblich erschweren. Eine verstopfte Nase, Niesreiz, Husten, juckende Haut oder tränende Augen sorgen häufig dafür, dass Betroffene schlechter zur Ruhe kommen und morgens weniger erholt aufwachen.
Ausreichender Schlaf ist ebenso wie eine ausgewogene Ernährung wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden. Wer seine persönliche Allergenbelastung im Schlafzimmer reduziert und die Allergie angemessen behandeln lässt, kann häufig auch seine Schlafqualität verbessern.
Besonders wichtig ist ein möglichst allergenarmes Schlafumfeld für Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie oder Pollenallergie.
Schlafen bei einer Hausstaubmilbenallergie
Hausstaubmilben lassen sich nicht vollständig aus einer Wohnung entfernen. Ziel der Maßnahmen ist deshalb, die Menge der Allergene im Schlafzimmer zu verringern. Besonders viele Milbenallergene können sich in Matratzen, Bettdecken, Kissen, Teppichen und anderen textilen Staubfängern sammeln.
Hilfreiche Maßnahmen können sein:
- Allergendichte Schutzbezüge: Sogenannte Encasings umschließen Matratze, Bettdecke und Kopfkissen. Sie sollen den Kontakt mit Milbenallergenen reduzieren.
- Bettwäsche regelmäßig waschen: Dabei sollten die Pflegehinweise beachtet und möglichst waschbare Materialien verwendet werden.
- Schlafzimmer regelmäßig stoßlüften: Hausstaubmilben bevorzugen ein warmes und feuchtes Umfeld.
- Raum nicht überheizen: Ein eher kühles Schlafzimmer kann das Milbenwachstum ungünstiger machen.
- Staubfänger reduzieren: Teppiche, schwere Vorhänge, offene Textilsammlungen und viele Dekorationsgegenstände können die Reinigung erschweren.
- Staub möglichst feucht aufnehmen: So wird weniger allergenhaltiger Staub aufgewirbelt.
- Beim Staubsaugen auf geeignete Filter achten: Ein Gerät mit gutem Feinstaub- beziehungsweise HEPA-Filter kann sinnvoll sein.
Ein Luftbefeuchter ist bei einer Hausstaubmilbenallergie normalerweise keine gute Lösung: Eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt Milben und kann zudem das Schimmelrisiko erhöhen.
Ob Encasings oder weitere Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, sollte bei stärkeren Beschwerden mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer allergologischen Fachpraxis besprochen werden.
Schlafen bei einer Pollenallergie

Wer an einer Pollenallergie leidet, kann im Schlafzimmer einige Vorkehrungen treffen. Ziel ist es, möglichst wenige Pollen mit ins Bett zu nehmen.
Folgende Maßnahmen können helfen:
- Nach einem längeren Aufenthalt im Freien vor dem Schlafengehen duschen und die Haare waschen.
- Getragene Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ablegen.
- Vor dem Zubettgehen einen frischen Schlafanzug anziehen.
- Bettwäsche während der Pollensaison häufiger wechseln.
- Wäsche nach Möglichkeit nicht im Freien trocknen, wenn die betreffenden Pollen stark fliegen.
- Haustiere, die sich draußen aufhalten, während der Pollensaison möglichst nicht ins Bett lassen.
- Ein geeignetes Pollenschutzgitter am Schlafzimmerfenster verwenden.
Wann gelüftet werden sollte, hängt von Pollenart, Wetter, Region und aktueller Belastung ab. Pauschale Regeln wie „morgens in der Stadt und abends auf dem Land“ sind nicht immer zuverlässig. Hilfreicher ist es, die regionalen Pollenflugzeiten und möglichst auch eine aktuelle Pollenflugvorhersage zu beachten.
Nach längeren Regenschauern ist die Pollenkonzentration häufig geringer. Bei Gewittern kann die Belastung für Menschen mit allergischem Asthma dagegen zeitweise steigen. Das Schlafzimmerfenster sollte deshalb nicht ungeprüft dauerhaft geöffnet bleiben.
Auch einige Pflanzen können im Schlafzimmer Beschwerden verursachen. Neben Pflanzenpollen können feuchte Blumenerde und darin wachsende Schimmelpilze problematisch sein. Wer einen Zusammenhang bemerkt, sollte die betreffende Pflanze versuchsweise aus dem Schlafzimmer entfernen.
Schlafstörung und Schlafapnoe: Was ist der Unterschied?
Eine Schlafapnoe ist nicht einfach eine andere Bezeichnung für eine gewöhnliche Schlafstörung. Sie ist eine bestimmte schlafbezogene Atmungsstörung.
- Schlafstörungen umfassen unter anderem anhaltende Probleme beim Einschlafen, häufiges Erwachen oder zu frühes Aufwachen. Auslöser können beispielsweise Stress, Schmerzen, ungünstige Schlafgewohnheiten, Medikamente, Lärm oder körperliche Erkrankungen sein.
- Bei einer obstruktiven Schlafapnoe verengen oder verschließen sich die oberen Atemwege während des Schlafs wiederholt. Dadurch entstehen Atemaussetzer und kurze, häufig unbemerkte Weckreaktionen. Mögliche Folgen sind lautes Schnarchen, morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und ausgeprägte Müdigkeit am Tag.
Geschwollene Schleimhäute und eine behinderte Nasenatmung können den Schlaf beeinträchtigen. Eine Allergie ist jedoch nicht automatisch die Ursache einer Schlafapnoe. Wiederkehrende Atemaussetzer, nächtliche Luftnot oder starke Tagesmüdigkeit sollten ärztlich untersucht werden. Weitere Informationen zu Beschwerden der Atemwege bietet der Bereich Lunge.
Mögliche Ursachen von Schlafproblemen
Schlafprobleme können verschiedene körperliche, psychische und äußere Ursachen haben. Mitunter kommen mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.
- Allergische Beschwerden: Eine verstopfte oder laufende Nase, Husten, Atemprobleme, juckende Haut und gereizte Augen können das Einschlafen und Durchschlafen erschweren.
- Psychische Belastungen: Stress, Sorgen, berufliche oder private Konflikte und kreisende Gedanken können verhindern, dass Körper und Geist zur Ruhe kommen.
- Körperliche Ursachen: Schmerzen, Erkrankungen, eine behinderte Nasenatmung, Nebenwirkungen von Medikamenten oder schlafbezogene Atmungsstörungen kommen als Auslöser infrage.
- Äußere Einflüsse: Verkehrslärm, Baustellen, Licht, eine ungeeignete Raumtemperatur oder eine schlechte Matratze können den Schlaf beeinträchtigen.
- Ungünstige Gewohnheiten: Unregelmäßige Schlafzeiten, viel Alkohol, spätes schweres Essen oder die intensive Nutzung heller Bildschirme unmittelbar vor dem Zubettgehen können Schlafprobleme begünstigen.
Halten Schlafprobleme über längere Zeit an oder beeinträchtigen sie den Alltag deutlich, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Was kann bei Schlafproblemen helfen?

Eine allergenarme Schlafumgebung ist besonders wichtig. Zusätzlich können feste Gewohnheiten und eine ruhige Abendroutine das Einschlafen erleichtern.
- Regelmäßige Zeiten einhalten: Möglichst ähnliche Schlaf- und Aufstehzeiten unterstützen einen stabilen Schlafrhythmus.
- Allergie behandeln: Eine ärztlich abgestimmte Behandlung kann nächtliche Beschwerden lindern. Manche Medikamente können müde machen oder den Schlaf beeinflussen; offene Fragen sollten mit der behandelnden Praxis oder Apotheke geklärt werden.
- Regelmäßig bewegen: Sport und Bewegung können den Schlaf unterstützen. Sehr anstrengendes Training unmittelbar vor dem Zubettgehen wirkt bei manchen Menschen jedoch aktivierend.
- Zur Ruhe kommen: Atemübungen, autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder das Lesen eines Buches können Teil einer persönlichen Abendroutine sein.
- Bildschirme reduzieren: Fernsehen, Smartphone und Tablet können durch Licht und anregende Inhalte das Einschlafen erschweren.
- Schlafzimmer ruhig und dunkel halten: Bei Bedarf können Verdunkelung, Ohrstöpsel oder andere Maßnahmen gegen störende Geräusche helfen.
- Raumklima kontrollieren: Ein Hygrometer hilft dabei, eine dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit zu erkennen. Gerade bei einer Hausstaubmilbenallergie sollte auf zusätzliche Luftbefeuchtung verzichtet werden.
Wann ist ärztlicher Rat wichtig?
Gelegentliche unruhige Nächte sind meist kein Grund zur Sorge. Eine ärztliche Untersuchung ist jedoch ratsam, wenn:
- Schlafprobleme über mehrere Wochen anhalten,
- die Leistungsfähigkeit oder Konzentration am Tag deutlich nachlässt,
- starke Tagesmüdigkeit oder Sekundenschlaf auftreten,
- andere Personen wiederholte Atemaussetzer beobachten,
- nächtliche Luftnot, pfeifende Atmung oder Asthmabeschwerden auftreten,
- allergische Beschwerden trotz eigener Maßnahmen nicht ausreichend kontrolliert werden.
Eine gezielte Diagnose ist wichtig, weil Allergien, chronische Schlafstörungen und Schlafapnoe unterschiedlich behandelt werden. Die hier genannten Maßnahmen können eine ärztliche Untersuchung und individuelle Therapie nicht ersetzen.