
Eine Nasendusche, auch Nasenspülung genannt, spült die Nasenhöhle mit einer Salzlösung. Dabei können Schleim, Krusten, Pollen und andere Partikel aus der Nase entfernt werden. Nasenspülungen werden unter anderem bei Heuschnupfen beziehungsweise allergischem Schnupfen und bei verschiedenen Beschwerden der oberen Atemwege eingesetzt.
Für die Anwendung gibt es spezielle Nasenduschen beziehungsweise Spülflaschen. Wichtig sind vor allem eine geeignete Kochsalzlösung, hygienisches Arbeiten und die richtige Anwendung.
Was bringt eine Nasendusche?
Bei einer Nasenspülung fließt eine Salzlösung durch die Nasenhöhle und anschließend wieder heraus. Dadurch können Nasensekret und Partikel mechanisch entfernt werden.
Bei einer Pollenallergie kann eine Nasendusche beispielsweise dabei helfen, Pollen und andere Allergene aus der Nase zu spülen. Gleichzeitig kann zähes Sekret verflüssigt und leichter entfernt werden.
Nasenspülungen können deshalb unter anderem bei folgenden Beschwerden unterstützend eingesetzt werden:
- Heuschnupfen und allergischem Schnupfen
- vermehrtem Nasensekret
- trockener oder gereizter Nase
- Erkältungsbeschwerden
- bestimmten Formen einer Rhinosinusitis nach ärztlicher Empfehlung
Eine Nasendusche behandelt bei einer Allergie allerdings nicht die eigentliche Ursache der allergischen Reaktion. Sie kann vielmehr eine ergänzende Maßnahme sein, um Allergene und Sekret aus der Nase zu entfernen und Beschwerden zu lindern.
Hilft eine Nasendusche bei Heuschnupfen?
Bei Heuschnupfen kann eine Nasenspülung sinnvoll sein. Die Kochsalzlösung kann Pollen und andere Allergene mechanisch von der Nasenschleimhaut entfernen.
Untersuchungen zeigen, dass Kochsalz-Nasenspülungen die Beschwerden bei allergischem Schnupfen lindern können. Sie können allein oder ergänzend zu anderen Behandlungen eingesetzt werden.
Wie stark der Nutzen im Einzelfall ausfällt, kann jedoch unterschiedlich sein. Eine Nasendusche ersetzt bei stärkeren allergischen Beschwerden nicht automatisch eine ärztlich empfohlene Behandlung.
Welche Kochsalzlösung für die Nasendusche?
Häufig wird für Nasenduschen eine isotonische Kochsalzlösung mit etwa 0,9 Prozent Natriumchlorid verwendet. Ihre Salzkonzentration ist an die Konzentration der Körperflüssigkeiten angepasst und wird von der Nasenschleimhaut in der Regel gut vertragen.
0,9 Prozent entsprechen ungefähr:
0,9 Gramm Kochsalz auf 100 Milliliter Wasser
beziehungsweise
9 Gramm Kochsalz auf einen Liter Wasser.
Besonders einfach sind fertig portionierte Salzbeutel für Nasenduschen. Sie sind auf die jeweilige Wassermenge abgestimmt und reduzieren das Risiko einer falschen Dosierung.
Ist die Salzkonzentration deutlich zu niedrig oder zu hoch, kann die Spülung unangenehm brennen oder die Schleimhaut reizen.
Neben isotonischen werden auch höher konzentrierte, sogenannte hypertonische Salzlösungen angeboten. Welche Konzentration individuell am angenehmsten und sinnvollsten ist, kann unterschiedlich sein.
Welches Wasser sollte man für eine Nasendusche verwenden?
Bei selbst angesetzter Spüllösung ist nicht nur das Salz, sondern auch die hygienische Qualität des Wassers wichtig.
Wer mögliche Risiken durch verunreinigtes Wasser möglichst weit reduzieren möchte, kann steriles beziehungsweise destilliertes Wasser oder zuvor abgekochtes und anschließend auf eine angenehme Temperatur abgekühltes Wasser verwenden.
Die fertige Spüllösung sollte hygienisch zubereitet und nicht unnötig lange aufbewahrt werden.
Wichtig: Die Empfehlungen zur Verwendung von Leitungswasser unterscheiden sich international und können von der lokalen Trinkwasserqualität abhängen. Im Zweifel sollte man sich an die Gebrauchsanweisung der jeweiligen Nasendusche halten.
Nasendusche richtig anwenden

Vor der ersten Anwendung sollte die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Produkts beachtet werden, da sich Nasenduschen in ihrer Konstruktion unterscheiden können.
Typischerweise funktioniert eine Nasenspülung folgendermaßen:
- Hände gründlich waschen.
- Nasendusche mit der vorgesehenen Menge geeigneten Wassers füllen.
- Die passende Menge Nasenspülsalz vollständig darin auflösen.
- Über ein Waschbecken beugen und den Kopf leicht nach vorne und zur Seite neigen.
- Den Mund öffnen und ruhig durch den Mund atmen.
- Den Aufsatz vorsichtig an einem Nasenloch ansetzen.
- Die Spüllösung durch die Nasenhöhle fließen lassen. Sie sollte über das andere Nasenloch wieder austreten.
- Anschließend gegebenenfalls die andere Seite spülen.
- Die Nase danach vorsichtig schnäuzen, ohne übermäßig starken Druck aufzubauen.
Etwas Flüssigkeit kann während der Anwendung in Richtung Rachen gelangen. Das ist meist kein Grund zur Sorge. Eine passende Kopfhaltung und das Atmen durch den geöffneten Mund können die Anwendung erleichtern.
Nasendusche bei verstopfter Nase
Ist die Nase vollständig verschlossen, kann die Spüllösung unter Umständen nicht richtig durch die Nasenhöhle fließen.
Die Nasendusche sollte dann nicht mit starkem Druck erzwungen werden.
Auch abschwellende Nasensprays sollten nicht automatisch vor jeder Nasenspülung verwendet werden. Solche Arzneimittel haben eigene Anwendungshinweise und sollten insbesondere nicht länger oder häufiger als empfohlen eingesetzt werden.
Bei einer länger anhaltenden stark verstopften Nase sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Wie oft darf man eine Nasendusche benutzen?
Eine allgemeine Regel wie „höchstens sieben Tage“ lässt sich für Nasenspülungen nicht sinnvoll auf alle Anwendungsgebiete übertragen.
Bei Heuschnupfen können Nasenspülungen beispielsweise während der Pollensaison regelmäßig eingesetzt werden, wenn sie gut vertragen werden. Auch bei anderen Erkrankungen kann eine regelmäßige Anwendung ärztlich empfohlen werden.
Wie häufig eine Nasendusche sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden, der verwendeten Lösung und der individuellen Verträglichkeit ab.
Die frühere Behauptung, eine regelmäßige Nasendusche würde zwangsläufig wichtige Immunzellen ausspülen und dadurch die Abwehrkräfte der Nase schwächen, ist in dieser pauschalen Form nicht angebracht.
Treten jedoch wiederholt Nasenbluten, Schmerzen, starkes Brennen oder andere Beschwerden auf, sollte die Anwendung unterbrochen und gegebenenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden.
Nasendusche reinigen: Hygiene ist wichtig
Nach jeder Anwendung sollte die Nasendusche entsprechend den Herstellerangaben gereinigt werden.
In der Regel sollte sie:
- gründlich ausgespült,
- von Salz- und Sekretresten befreit und
- vollständig an der Luft getrocknet werden.
Je nach Modell können zusätzliche Reinigungs- oder Desinfektionsmaßnahmen vorgesehen sein. Deshalb sollte die Gebrauchsanweisung beachtet werden.
Eine Nasendusche sollte aus hygienischen Gründen nicht gemeinsam mit anderen Personen benutzt werden.
Ist das Material beschädigt, stark zerkratzt oder lässt sich das Gerät nicht mehr zuverlässig reinigen, sollte die Nasendusche ersetzt werden.
Nasendusche bei Kindern
Auch bei Kindern können Kochsalz-Nasenspülungen grundsätzlich eingesetzt werden. Entscheidend sind jedoch Alter, verwendetes Produkt und die Fähigkeit des Kindes, die Anwendung richtig durchzuführen.
Kinder sollten eine Nasendusche nicht unbeaufsichtigt verwenden. Eltern sollten die Herstellerangaben zur Altersfreigabe beachten und bei Unsicherheit den Kinderarzt oder HNO-Arzt fragen.
Zwang ist nicht sinnvoll. Gerade bei kleineren Kindern können je nach Alter andere Formen einer Kochsalzanwendung einfacher sein.
Welche Nebenwirkungen kann eine Nasendusche haben?
Bei korrekter Anwendung werden Nasenspülungen meist gut vertragen. Möglich sind jedoch vorübergehende Beschwerden wie:
- Brennen oder Reizungen in der Nase
- Nasenbluten
- Niesen
- unangenehmes Druckgefühl
- Beschwerden beziehungsweise Druckgefühl im Ohr
Probleme können insbesondere bei einer ungeeigneten Salzkonzentration, verunreinigter Spüllösung oder falscher Anwendung auftreten.
Bei starken Schmerzen, häufigem Nasenbluten, ausgeprägten Ohrbeschwerden oder anhaltenden Problemen sollte die Nasendusche zunächst nicht weiter verwendet und ärztlicher Rat eingeholt werden.
Häufige Fragen zur Nasendusche
Hilft eine Nasendusche gegen Pollen?
Eine Nasenspülung kann Pollen mechanisch aus der Nase entfernen und dadurch bei allergischem Schnupfen zur Linderung der Beschwerden beitragen. Sie verhindert jedoch nicht die zugrunde liegende Allergie.
Welches Salz nimmt man für eine Nasendusche?
Einfach und praktisch sind fertig dosierte Nasenspülsalze. Häufig wird eine isotonische Lösung mit etwa 0,9 Prozent Natriumchlorid verwendet. Bei selbst angesetzten Lösungen muss auf die richtige Konzentration und hygienische Zubereitung geachtet werden.
Kann man eine Nasendusche jeden Tag benutzen?
Eine regelmäßige Anwendung kann bei bestimmten Beschwerden sinnvoll sein und wird beispielsweise bei allergischem Schnupfen eingesetzt. Ob eine tägliche Anwendung sinnvoll ist, hängt vom Anlass und von der individuellen Verträglichkeit ab.
Kann eine Nasendusche bei Heuschnupfen helfen?
Ja, Kochsalz-Nasenspülungen können die Symptome eines allergischen Schnupfens lindern. Ein möglicher Grund ist, dass Pollen, Schleim und andere Stoffe aus der Nasenhöhle entfernt werden.
Warum brennt die Nasendusche?
Brennen kann unter anderem auftreten, wenn die Salzkonzentration nicht stimmt oder die Nasenschleimhaut bereits stark gereizt ist. Auch die Temperatur der Spüllösung kann eine Rolle spielen.
Was tun, wenn das Wasser nicht aus dem anderen Nasenloch kommt?
Die Nasendusche sollte nicht mit Gewalt oder hohem Druck verwendet werden. Zunächst kann die Kopfhaltung vorsichtig verändert werden. Ist die Nase vollständig blockiert oder tritt das Problem regelmäßig auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei länger anhaltenden, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.