Arzneimittelexanthem

Arzneimittelexanthem

Ein Arzneimittelexanthem kann durch verschiedene Arzneimittel ausgelöst werden.

Bei einem Arzneimittelexanthem  handelt es sich um eine allergische Reaktion der Haut auf einen Medikamentenwirkstoff. Häufig bildet es sich nach dem Absetzen des Medikamentes wieder zurück.

Mehr als 80 % der Nebenwirkungen von Medikamenten äußern sich auf der Haut und den Schleimhäuten, die Reaktionen auf der haut können immunbedingt wie beispielsweise allergisch sein oder auch toxisch häufig in Kombination mit anderen Medikamente, aber auch eine erhöhte Lichtempfindlichkeit bedingt durch das Medikament kann eine Ursache für die Hautbeschwerden sein.

Das Arzneimittelexanthem ist ein Hautausschlag der zu den häufigsten Arzneimittelnebenwirkungen zählt und eine allergische Reaktion ist auf Antibiotika oder andere Medikamente.

Bei einem Arzneimittelexanthem handelt es sich um eine allergische Reaktion meist vom Typ IV dem Spättyp. Das Arzneimittelexanthem tritt häufig auf bei:

  • Schmerzmittel (NSAID) wie Acetylsalicylsäure, Naproxen, Ibuprofen, Diclofenac
  • Antibiotika wie Penicilline, Sulfonamide, Cephalosporine
  • Allopurinol (ein Gichtmedikament)
  • Antiepileptika
  • Anästhesie bei Lokalanästhetika, Muskelrelaxanzien
  • Impfstoffe
  • Insulin
  • Antikörper (Immunglobuline)
  • Heparine
  • Herz-Kreislauf-Medikamente wie ACE-Hemmer
  • Kontrastmittel
  • Schilddrüsenhormone

Mögliche Risikofaktoren sind hohes Alter, weibliches Geschlecht, vorliegende Virusinfektionen, gestörtes Immunsystem und Krebserkrankungen oder auch die Genetik, wenn schon Fälle von Arzneimittelallergien in der Familie bekannt sind.

Auch die Art der Gabe des Arzneimittels spielt eine Rolle wie oral, intravenös etc.

Kommt es zu Symptomen so sollte man das vermeintlich auslösende Medikament absetzen und alternative Medikamente nutzen. Bei leichten Beschwerden der Haut mit Juckreiz und Rötungen können auch Antihistaminika helfen. Liegt eine bakterielle Infektion auf der Haut vor so können auch Antibiotika eingesetzt werden, da es sonst zu einer Sepsis kommen kann, einer Ausbreitung der Bakterien über die Haut ins Blut hinein.

Hyposensibilisierungen sind eher selten möglich, meist nur bei wichtigen Medikamenten wie bei Insulin für Diabetes oder auch bei AIDS bei einer PJP-Prophylaxe also gegen einen Pilz der Lungenentzündung auslöst.

Bei der Suche nach der Ursache ist es wichtig zu wissen welche Beschwerden wann auftraten, was wurde wann eingenommen oder gegeben, seit wann nimmt man das Medikament ein etc. Auch eine Hautuntersuchung bietet sich an wie das Nikolski-Zeichen, dieses ist positiv wenn man gesunde Haut leicht abziehen kann.

Ebenso bieten sich Allergietest an um mögliche Allergien auf Medikamente zu bestimmen, dabei kann man entweder direkt auf der Haut testen oder auch das Blut (in-vitro) und nach gebildeten Antikörper suchen.

Allergiker sollten einen Allergiepass mit sich führen, damit man in Notfällen keine Medikamente verabreicht die Allergien auslösen bzw. den Arzt bei der nächsten Behandlung darauf ansprechen.

Häufig kommt es zu einem großfleckigem Ausschlag wie bei Masern oder kleinfleckigen wie bei Röteln, auch mit Syphilis oder Scharlach kann man es optisch verwechseln. So bildet sich meist eine rötliche Erhebung wie nach einem Insektenstich. Aber auch als Quaddeln (Urtikaria) kann es auftreten oder in Form von größeren aufplatzenden Blasen als bullöse Form. Bei einer starken Form lösen sich nach dem Absterben große Hautbereiche ab.

Mögliche Symptome

Hautbeschwerden können sich unterschiedlich äußern.

Hautbeschwerden können sich unterschiedlich äußern.

Neben der Veränderung der Haut kommt es zu Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Schwellungen der Schleimhäute und auch den ganzen Körper betreffenden, systemischen Symptomen, wie Herz-Kreislauf-Störungen.

Besonders häufig tritt das Arzneimittelexanthem an den Extremitäten und am Körperstamm wie Rücken, Bauch oder Brust auf und kann sich ausbreiten auf andere Körperbereiche.

Dabei treten die Reaktionen erst einige Tage oder Wochen nach der ersten Einnahme des Medikamentes auf. Lag schon vorher eine Sensibilisierung vor so sind Symptome auch innerhalb der ersten 48 Stunden typisch. Ebenso kann es zu Kreuzallergien kommen auf chemisch ähnliche Stoffe.

Nimmt man das auslösende Medikament öfters ein so tritt es meist an gleicher Stelle auf als 2 cm großer blasiger Hautausschlag mit grauer Färbung, meist an der Schleimhaut im Mund, auf der Zunge oder auch am Geschlechtsorgan.

Häufig kommt es zu einem Arzneimittelexanthem nach der Einnahme des Antibiotikums Ampicillin (Ampicillinexanthem) wenn Virusinfektionen vorliegen wie ein Pfeiffersches Drüsenfieber. Auch eine zeitgleiche Gabe von Gicht-Medikamenten oder eine Nierenschwäche oder chronische lymphatische Leukämie können die Entstehung begünstigen. Allerdings tritt hier keine allergische Reaktion auf, es handelt sich, trotz der ähnlichen Symptome um eine Pseudoallergie, also keiner allergischen Reaktion auf Medikamente.

In 10 % der Fälle können Medikamente auch die rheumatische Erkrankung Systemischer Lupus erythematodes auslösen. Neben dem Ausschlag kommt es dabei zu Fieber und Gelenkschmerzen.

Ebenso denkbar ist das toxische Pustolodem als Akute generalisierte exanthemische Pustulose bei einer medikamentenbedingten Hautreaktion, bei ihm treten spontan rote Verfärbungen mit Pusteln auf, wie bei einer Schuppenflechte. Diese befinden sich meist in den Beugen sowie zwischen den Zehen und Fingern, brennen und jucken.

Kommt es zu einer Rötung von Großteilen der Haut so spricht man von Erythrodermie, bei ihr kommt es auch zur Schwellung von Lymphknoten und Fieber, sie werden meist nicht durch Medikamente, sondern durch Hauterkrankungen ausgelöst.

Möglich sind auch Gefäßentzündungen als Vaskulitis, Pruritus sine materia (ein Juckreiz ohne Hautauschläge), ein Angioödem, das allergische Kontaktekezem oder Erythema anulare centrifugum. Besonders bei der Behandlung von Krebs kann es zu einem EGFR-Inhibitoren-Exanthem kommen.

Durch Infekte oder Medikamente kann das Erythema exsudativum multiforme ausgelöste werden als eine hellrote, kreisförmige nässende Hautreaktion an den Streckseiten von Armen und Händen oder den Schleimhäuten. Besonders starke Formen sind das seltene Steven-Johnson-Syndrom (SJS) und Toxische Epidermale Nekrolyse (TEN). Hier können Veränderungen der Haut auftreten die Verbrennungen 2. Grades ähneln. sind mehr als 30 % der Haut betroffen spricht man von TEN, bei weniger als 10 % von SJS.

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