Allergische Hautreaktionen können sich durch Rötungen, Juckreiz, Schwellungen, Quaddeln oder nässende Ekzeme bemerkbar machen. Welche Beschwerden auftreten und wie schnell sie entstehen, hängt vom Auslöser und von der Art der Reaktion ab. Nicht jeder Hautausschlag ist jedoch eine Allergie. Auch Reizstoffe, Infektionen und andere Hauterkrankungen können ähnliche Symptome verursachen.
Die Haut ist nicht nur das größte Organ des Körpers, sondern auch die größte Barriere zur Umwelt des Menschen. Sie schützt den Körper und ist zugleich Teil des Immunsystems. Bei einer allergischen Reaktion stuft das Immunsystem einen eigentlich harmlosen Stoff als Gefahr ein und löst eine Entzündungsreaktion aus.
Hautbeschwerden können nach direktem Kontakt mit einem Allergen auftreten, beispielsweise bei einer Kontaktallergie. Sie können aber auch Teil einer Reaktion auf eingeatmete oder über die Nahrung aufgenommene Allergene sein. Eine Allergie des Darmes kann zusätzlich Beschwerden des Verdauungstrakts hervorrufen.
Typische Symptome einer allergischen Hautreaktion
- Rötungen oder – bei dunkler Haut – violette, graue oder bräunliche Verfärbungen
- Juckreiz, Brennen oder Spannungsgefühl
- Schwellungen und Quaddeln
- trockene, schuppige oder rissige Haut
- Knötchen, Bläschen oder nässende Stellen
- Krustenbildung nach dem Aufplatzen von Bläschen
Wichtig: Treten zusätzlich Atemnot, eine Schwellung von Mund oder Rachen, ausgeprägter Schwindel oder Kreislaufprobleme auf, kann eine schwere allergische Reaktion vorliegen. Dann sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Das allergische Kontaktekzem

Bei einem allergischen Kontaktekzem reagiert die Haut auf einen Stoff, mit dem sie zuvor in Berührung gekommen ist. Anders als bei einer Sofortallergie treten die Beschwerden verzögert auf – häufig erst nach ein bis drei Tagen. Zunächst ist meist die Kontaktstelle betroffen; später können Hautveränderungen auch an anderen Körperstellen entstehen.
Typisch sind Rötungen beziehungsweise Verfärbungen, Schwellungen und starker Juckreiz. Bei einer stärkeren Reaktion können sich Bläschen bilden. Platzen sie auf, kann die Haut nässen und anschließend Krusten oder Schuppen bilden. Bei wiederholtem Kontakt mit dem Auslöser kann das Ekzem chronisch werden. Die Haut verdickt sich dann häufig, verhornt oder entwickelt schmerzhafte Risse.
Häufige Auslöser einer Kontaktallergie
- Metalle wie Nickel oder Kobalt
- Duft- und Konservierungsstoffe
- Latex und Klebstoffe
- Haarfärbe- und andere Berufsstoffe
- ätherische Öle und bestimmte Pflanzenstoffe
- Medikamente, die auf die Haut aufgetragen werden
Nicht jedes Kontaktekzem ist allergisch. Reinigungsmittel, Lösungsmittel, häufiges Händewaschen oder dauerhafte Feuchtigkeit können die Haut auch direkt reizen. Allein anhand des Aussehens lässt sich die Ursache deshalb oft nicht sicher bestimmen.
Wie wird eine Kontaktallergie festgestellt?
Eine Ärztin oder ein Arzt fragt zunächst, mit welchen Stoffen die Haut vor Beginn der Beschwerden in Kontakt gekommen ist. Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie kann eine dermatologische Praxis einen Epikutantest, auch Pflaster- oder Patch-Test genannt, durchführen. Dabei werden ausgewählte Testsubstanzen auf dem Rücken angebracht und die Hautreaktion zu festgelegten Zeitpunkten beurteilt.
Wie wird ein Kontaktekzem behandelt?
Die wichtigste Maßnahme ist, den bestätigten Auslöser möglichst konsequent zu meiden. Ein akutes allergisches Kontaktekzem wird häufig mit kortisonhaltigen Präparaten zum Auftragen behandelt. Welche Wirkstärke, Grundlage und Behandlungsdauer geeignet sind, hängt von der betroffenen Hautstelle und der Ausprägung ab und sollte ärztlich festgelegt werden.
Geeignete Salben oder Cremes können die Entzündung lindern. Auch Antihistaminika kommen je nach Beschwerden infrage, ersetzen aber nicht die Abklärung der Ursache. Wer beruflich regelmäßig mit möglichen Auslösern arbeitet, sollte außerdem geeignete Hautschutzmaßnahmen mit der dermatologischen oder betriebsärztlichen Praxis besprechen.
Neurodermitis: nicht immer eine Allergie
Bei der Neurodermitis – auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt – handelt es sich um eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Eine genetische Veranlagung und eine gestörte Hautbarriere spielen eine wichtige Rolle. Neurodermitis ist jedoch nicht automatisch die Folge einer Allergie.
Typisch sind trockene, empfindliche Haut, entzündliche Ekzeme und starker Juckreiz. Die Erkrankung verläuft häufig in Schüben. Bei Säuglingen sind oft Gesicht, Kopfhaut und die Außenseiten der Arme und Beine betroffen. Bei älteren Kindern zeigen sich Ekzeme häufig in den Ellenbeugen und Kniekehlen. Erwachsene haben unter anderem Beschwerden an Händen, Hals, Gesicht sowie in den Gelenkbeugen.
Milchschorf kann ein frühes Anzeichen einer Neurodermitis sein, ist aber nicht mit dem harmlosen Kopfgneis gleichzusetzen und beweist allein noch keine Neurodermitis. Bei unklaren oder anhaltenden Hautveränderungen sollte die Diagnose ärztlich gestellt werden.
Was kann Neurodermitisschübe begünstigen?
Welche Faktoren die Haut verschlechtern, ist individuell verschieden. Häufige Reizfaktoren sind trockene Luft, Hitze, starkes Schwitzen, raue Kleidung, ungeeignete Pflegeprodukte und seelische Belastungen. Allergene können bei manchen Betroffenen ebenfalls eine Rolle spielen.
Auch Nahrungsmittelallergien können insbesondere bei einzelnen Kindern mit schwerer Neurodermitis vorkommen. Lebensmittel sollten jedoch nicht auf bloßen Verdacht dauerhaft gemieden werden. Unnötige Eliminationsdiäten können zu einer einseitigen Ernährung und bei Kindern zu Nährstoffmängeln führen. Ein möglicher Zusammenhang sollte deshalb allergologisch abgeklärt werden.
Was hilft bei Neurodermitis?
- Regelmäßige Basispflege: Rückfettende und feuchtigkeitsbindende Pflegeprodukte helfen, die Hautbarriere zu stabilisieren.
- Reizfaktoren erkennen: Ein Beschwerdetagebuch kann dabei helfen, persönliche Auslöser und ungünstige Gewohnheiten zu entdecken.
- Entzündungen behandeln: Bei einem Schub werden häufig entzündungshemmende Cremes oder Salben eingesetzt. Die Auswahl und Anwendung sollte sich nach dem ärztlichen Behandlungsplan richten.
- Juckreiz begrenzen: Kurze Fingernägel, kühle Umschläge und geeignete Kleidung können Kratzschäden vermindern.
- Ärztliche Kontrolle: Bei starken, ausgedehnten, nässenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist eine dermatologische Untersuchung sinnvoll.
Wann sollte man mit Hautbeschwerden zum Arzt?
Eine ärztliche Abklärung ist ratsam, wenn der Ausschlag stark ausgeprägt ist, immer wiederkehrt, sich ausbreitet oder nach wenigen Tagen nicht bessert. Das gilt auch bei nässenden Wunden, Schmerzen, Fieber, gelblichen Krusten oder anderen Zeichen einer möglichen Infektion. Säuglinge und kleine Kinder sollten bei ausgeprägten oder unklaren Hautveränderungen frühzeitig untersucht werden.
Häufige Fragen zu Hautallergien
Ist jeder juckende Hautausschlag eine Allergie?
Nein. Ekzeme können auch durch direkte Reizung, Infektionen oder andere Hauterkrankungen entstehen. Eine sichere Einordnung ist allein anhand von Fotos oder einzelnen Symptomen oft nicht möglich.
Kann eine Kontaktallergie plötzlich auftreten?
Ja. Eine Sensibilisierung kann sich nach wiederholtem Kontakt über längere Zeit entwickeln. Deshalb kann ein zuvor vertragenes Produkt später Beschwerden verursachen.
Ist Neurodermitis ansteckend?
Nein. Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung und wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Behandlung.
Meta-Titel: Allergien der Haut: Symptome und Behandlung
Meta-Beschreibung: Wie zeigen sich Hautallergien? Typische Symptome, Auslöser und Behandlung bei Kontaktallergie und Neurodermitis verständlich erklärt.
Habe an beiden Beinen Ekzeme seit 7 oder 8 Monaten. Wurden mit Advantan behandelt, sind verschwunden und wieder erschienen. Zur Zeit einreiben mit Protopic 0,1%.
Was ist die Ursache eines hyper aktiven IMMUNSYSTEM ?
Liebe Marlis,
dass die Ekzeme nach Advantan zunächst verschwinden und später wiederkommen, bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Immunsystem „hyperaktiv“ ist. Bei einem Ekzem ist meist die Immunreaktion in der Haut fehlgeleitet. Dahinter können beispielsweise Neurodermitis, eine Kontaktallergie, eine anhaltende Hautreizung oder – besonders an den Unterschenkeln – auch eine Venenschwäche stecken.
Da die Beschwerden bereits seit sieben bis acht Monaten bestehen und wiederkehren, solltest du die Ursache erneut dermatologisch abklären lassen. Sinnvoll kann je nach Befund ein Allergietest auf der Haut sein. Bei Schwellungen oder Krampfadern sollte außerdem die Durchblutung beziehungsweise die Venenfunktion beurteilt werden.
Protopic enthält Tacrolimus und bremst die Entzündungsreaktion der Haut. Verwende die Salbe bitte genau nach ärztlicher Anweisung und ändere die Behandlung nicht eigenständig. Wenn sich die Haut nicht bessert, stark nässt, schmerzt, heiß wird oder sich rasch ausbreitet, solltest du zeitnah ärztlichen Rat einholen.
Alles Gute für dich!