Immunsuppression

Immunsuppression

Das Immunsystem kann durch Vitamin C gestärkt werden.

Das Immunsystem kann durch Vitamin C gestärkt werden.

Durch eine Immunsuppression wird das natürliche Immunsystem, also das Abwehrsystem des Körpers unterdrückt. Dabei kann die Immunsuppression gezielt als Therapie genutzt werden wie nach einer Organtransplantation, um die Abstoßung von implantierten Organen zu vermeiden oder sie kann auch durch erhöhte Belastung und Krankheiten auftreten.

Tritt sie auf so funktioniert das Immunsystem nicht mehr so wie es soll, es funktioniert nur noch in abgeschwächter Form oder auch gar nicht mehr.

Im Normalfall schützt das Immunsystem vor Bakterien und Viren und kann so Krankheiten verhindern. In seiner Kernaufgabe erkennt das Immunsystem mit Hilfe verschiedener Zellen körperfremde Stoffe und bekämpft sie. Auch bei einer Allergie kommt es zu einer derartigen Abwehr, jedoch nur fälschlicherweise, so werden hier nämlich an sich harmlose körperfremde Stoffe angegriffen und so Beschwerden und Entzündungen ausgelöst. Nach dem Angriff bildet das Immunsystem Antikörper die auf die bekämpfte Substanz passen, um so für weitere Eindringlinge gewappnet zu sein.

Man spricht auch vom Schlüsse-Schloss-Prinzip, die Antikörper haben können nämlich spezifische Keime erkennen und beseitigen. Bei falsch gebildeten Antikörpern werden so auch harmlose Stoffe zerstört oder gar körpereigene. Bei der Zerstörung von körpereigenen spricht man von einer Autoimmunerkrankung, das Immunsystem richtet sich nämlich gegen den eigenen Körper. In Fällen von Autoimmunerkrankungen wird die Immunsuppression mit Absicht hervor gerufen, um dieses schädigende Verhalten des Immunsystems gegen den eigenen Körper zu unterbinden.

Werden immunologische Prozesse unterdrückt so spricht man von einer Immunsuppression. Zuviel UVB-Strahung kann auch die Bildung von bösartigen Tumoren der Haut fördern und die Abwehrfunktion des Immunsystems senken. Durch Tumorzellen kann es als Folge des Antigen-Sheedings (Abstoßung von Antigenen an der Zellmembran von Körperzellen, Begriff aus der Onkologie, spezielle Form des Ectodomain-Sheddings bei der allgemein Membranproteine von der Zellmembran abgelöst werden) zu einer Immunsuppression kommen.

Immunsuppressiva

Immunsuppressiva senken die Wirkung des Immunsystemes.

Immunsuppressiva senken die Wirkung des Immunsystemes.

Auch bei einer Krebserkrankung nutzt man die Immunsuppression, damit die Krebszellen besser zerstört werden und dabei nimmt man in Kauf, dass körpereigene Zellen auch zerstört werden, so ist die Immunsuppression eine Nebenwirkung der Chemotherapie. Die Immunsuppression kann nach körperlichen und psychischen Belastungen auftreten. Auch tritt die Immunsuppression bei Krankheiten wie AIDS oder Leukämie (Blutkrebs) auf. Bei AIDS zerstören HI-Viren einige Leukozyten und bei Leukämie werden weiße Blutkörperchen fehlerhaft hergestellt.

Mit der Immunsuppression kann man auch gezielt therapieren bei Autoimmunerkrankungen und Organtransplantationen. Man senkt so die Funktion des Immunsystems, um seine in diesem Fall schädigende Wirkung zu reduzieren. Bei einer Organtransplantation wird das neue Organ sonst als Fremdkörper erkannt, bekämpft und abgestoßen. Bei Autoimmunerkrankungen zerstört der Körper sonst eigene Zellen (auto auf Griechisch bedeutet hier selbst). So kann man Gefäßentzündungen (Vaskulitiden), Multiple Sklerose (MS), Rheumatoide Arthritis, Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis), Bindegewebserkrankungen wie Kollagenosen (systemischer Lupus erythematodes, Polymyositis) etc. gezielt mit einer Immunsuppression behandeln.

Das Enzym Calcineurin ist in verschiedenen Körperzellen vorhanden, auch im Immunsystem und dient hier zur Weiterleitung von Signalen. Sogenannte Calcineurinhemmer blockieren die Signalübertragung und so das aktiv werden vom Immunsystem. Medikamente dieser Art sind das Tacrolimus und Ciclosporin.

Von Kortison abgeleitete Wirkstoffe werden Steroide genannt. Kortison ist ein körpereigenes Hormon welches das Immunsystem hemmen kann. So können Steroide genutzt werden als Immunsuppressiva.

Man kann Zellteilungshemmer nutzten um zu verhindern, dass das Immunsystem vermehrt Immunzellen bildet, wie mit Hilfe Azathioprin, Everolimus, Sirolimus, Mycophenolatmofetil (MMF) oder Mycophenolsäure (MPA).

Bei der Immunsuppression beginnt man zunächst mit einer hohen Konzentration des Wirkstoffes als Induktion im Blut (Induktionstherapie), häufig mit 3 oder 4 unterschiedlichenn Medikamenten als Tripel- oder Quadrupeltherapie) später folgt die Erhaltungstherapie bei der man die Dosis reduziert und 2 bis 3 Medikamente nutzt (meist 3 bis 12 Monate nach der Transplantation).

Durch die hohe Dosis wird der Körper anfälliger für Keime und muss den Kontakt mit ihnen meiden. Auch gilt es nahen Kontakt mit anderen Personen zu meiden, um sich nicht anzustecken. Selbst Obst, Schnittblumen und Säfte können hier gefährliche Keime tragen gegen die das Immunsystem sich nicht mehr selbst wehren kann, es kommt dann zu Fieber, Schmerzen der transplantieren Organe, Blut im Stuhlgang, Zunahme von Gewicht etc.

Auch können abhängig vom Medikament unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Ebenfalls auf das Knochenmark wirken die Medikamente und stören die Bildung von Blutplättchen, weißen und roten Blutkörperchen, auf diese Weise kann es durch die Behandlung zu einer Blutarmut, der Anämie kommen. Patienten neigen hier ebenso häufiger zur Blutung.

Immunsuppressiva haben häufig Nebenwirkungen wie eine Erhöhung der Blutfette als Hyperlipidämie, hier nutzt man weitere Medikamente die fettsenkend wirken. wie Statine. Durch Steroide kann es auch zu hohen Blutzuckerwerten kommen oder gar einen Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Osteoporose.

Auch Magen-Darm-Probleme können auftreten und zu Übelkeit und Erbrechen führen wie bei Azathioprin oder Mycophenolatmofetil.

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