Kunststoffallergie

Kunststoffallergie

Was man bei einer Kunststoffallergie beachten sollte.

Was man bei einer Kunststoffallergie beachten sollte.

Kunststoffe kommen heute in vielen Produkten des Alltags vor. Mit ihnen werden Produkte verpackt, Gegenstände produziert wie Handys, Küchenzubehör, Spielzeug, Elektrogeräte, Bechern, Flaschen, Einkaufstaschen, Brillen, WC-Sitze, Stühle etc. Aus der chemischen Sicht handelt es sich um eine Verbindung von großen Polymermolekülen welche mit kleinen Monomerenmolekülen verkettet sind.

Umgangssprachlich beschreibt man mit Plastik Kunststoffe aller Arten. Dabei wird Kunststoff synthetisch, häufig aus Erdöl oder halbsynthetisch durch Veränderung von natürlichen Polymeren zu einem Festkörper hergestellt. So kann man Naturprodukte wie Gummi aus dem Saft der Gummibäume (Kautschuk) sowie Cellulose-Fasern nutzen.

Kunststoff an sich besteht, anders als Glas oder Stahl aus organischen Elementen, die künstlich zusammengesetzt werden, nämlich aus Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlenstoff.

Erdöl wird durch Destillation in flüssige und gasförmige Bestandteile und Rückstände getrennt, dabei wird Rohbenzin gewonnen welches wichtig zur Plastikerzeugung ist. Durch das Cracking-Verfahren gewinnt man aus Rohbenzin (Naphtha) Stoffe wie Propylen, Butylen, Ethylen und Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Durch Hitze und Druck werden die kleinen Bausteine (Monomere) miteinander vernetzt.

Zu den Kunststoffen gehören Polyethylen (PE) wie in Getränkekästen und Eimern, Polypropylen (PP) wie in Verpackungen und Innenausstattung von Autos, Polyvinylchlorid (PVC) als Bodenbeläge in weicher Form mit Weichmachern, Polystyrol (PS) wie in Feststoffrettungswesten, Polyurethan (PUR) wie in Matratzen, Klebstoffen und Lacken und Polyethylenterephthalat (PET) wie in Plastikflaschen.

Abhängig vom Synthese-Verfahren kann man die Dichte, den Härtegrad, die Durchschlagsfestigkeit, Bruchdehnung etc. stark verändern.

Symptome einer Kunststoffallergie

Der Hautkontakt mit Kunststoffen kann zur Enstehung von Allergien beitragen.

Der Hautkontakt mit Kunststoffen kann zur Entstehung von Allergien beitragen.

Kunststoffe sind Erzeugnisse die synthetisch makromolekular hergestellt wurden. Kunstharze hingegen sind Zwischenprodukte aus denen Kunststoff hergestellt werden kann. Ebenso sind verschiedene Gummiarten oder natürlich vorkommende Zellulose streng genommen keine Kunststoffe, da sie nicht durch ein synthetisches Verfahren „künstlich“ hergestellt werden. Die synthetisch erzeugten Kunststoffe sind nicht nur nützlich im Alltag. Sie sind nur schwer wieder chemisch abbaubar und belasten so die Umwelt in Form von Müll, aber auch Allergien können durch sie ausgelöst werden.

Bei einer Kunststoffallergie kommt es zu unterschiedlichen Reaktionen auf der Haut wie

  • Hautrötungen (Erythem)
  • Schwellungen (Angioödem) der Haut
  • Starkem Juckreiz und Brennen der Haut
  • Auch allergisches Asthma ist möglich wenn Plastik-Dämpfe eingeatmet werden

Die Allergie ensteht nach mehrfachem Kontakt mit den Allergenen über einen längern Zeitraum hinweg. Nach der Bildung von Antikörpern kommt es bei weiteren Kontakten zu allergischen Reaktionen. Da es sich um eine Kontaktallergie handelt treten die Beschwerden erst mit einer zeitlichen Verzögerung auf. Ein Allergietest wie der Epikutantest kann dabei helfen die genauen Auslöser zu ermitteln. Dabei werden die vermuteten auslösenden Stoffe mittels Pflaster auf dem Rücken des Patienten geklebt für 24 bis 48 Stunden und man beobachtet mögliche auftretende Beschwerden wie Rötungen der Haut, Bildung von Pusteln etc.

Prinzipiell kann jeder Kunststoff eine Allergie auslösen. Es gibt jedoch 3 Gruppen die ein besonders hohes allergenes Potential haben.

  1. Duroplaste wie Polyurethan, Phenol-Formaldehydharze und Epoxidharz
  2. Thermoplaste wie Polyacrylate, Polystyrol, Polyethylen, Polyvinylchlorid, Polyester, Acryl und Methylmethacrylat
  3. Elastomere als synthetischer Gummi der so nicht in der Natur vorkommt

Problematisch dabei ist, dass die Stoffe dieser 3 Gruppen sich in vielen Gegenständen des Alltages befinden. Aus Acrylaten werden künstliche Fingernägel herstellt, nicht ausgehärtete Acrylate befinden sich in Zahnprothesen, In Klebern, Lacken und Zement findet man Methacrylate vor. In Klebstoffen die man in der Schufertigung nutzt, in Pflastern oder auch Baumaterialien befinden sich Acrylate und Butylphenol-Formaldehydharz.

Kunststoffe sind aus dem heutigen Alltag nicht mehr weg zu denken, sie werden jedoch immer mehr zu einem Problem, da sie nur schwer abbaubar sind. Als Mikroplastik haben sie schon längst den Weg in die Nahrungskette gefunden. Dabei werden kleinste, im weiter zerkleinerte Bruchstücke über das Wasser und die Nahrung aufgenommen. Die Meere sind voll von Plastik. Auch in Kosmetikproduken, Shampoos, Freuchtigkeitscremes wird gern Kunststoffe verarbeitet in Form von Mikroplastik, als Peeling, Zusatz etc. Kommt es zu einer Allergie auf Kunststoff so gilt es den Kontakt damit zu meiden. Kortisonhaltige Salben können dabei helfen allergische Beschwerden zu senken.

Auch der Wirkstoff Alitretinoin hilft dabei Entzündungen zu reduzieren. Kommt es zu chronischen Entzündungen der Haut so kann eine UV-Therapie mit UV-B und UV-A Licht helfen, kombiniert mit dem Wirkstoff Psoralen. Auch das Tragen von Schutzkleidung, Handschuhen etc. kann dabei helfen dass allergische Reaktionen zu vermeiden.

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