Nahrungsmittelallergie



Die Nahrungsmittelallergie

Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert der Körper allergisch auf Produkte die Eier, Milch, Nüsse etc. enthalten.
Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert der Körper allergisch auf Produkte die Eier, Milch, Nüsse etc. enthalten.

Wer an einer Nahrungsmittelallergie leidet sollte insbesondere bei Fertigprodukten genauestens die Angaben zur Zusammensetzung der Inhaltsstoffe studieren und Produkte mit bekannten Allergie auslösenden Allergenen meiden. Man spricht hier von einer Allergenkarenz.

Die Nahrungsmittelallergie tritt bei bis zu 5% der Erwachsen und 5-10% der Kinder auf. Weiterhin unterscheidet man noch eine Nahrungsmittel-Intoleranz die häufiger auftreten kann. Ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch kann neben Allergietest dabei helfen mögliche Nahrungsmittel zu ermitteln auf die man allergisch reagiert.

Die richtige Ernährung ist wichtig um den Körper gesund zu halten und ein gesundes Wachstum bei Kindern zu fördern.

Doch was tut man wenn einige Nahrungsmittel den Körper krank machen und er allergisch auf sie reagiert?

Auf welche Nahrungsmittel kann man allergisch reagieren?

Eine Nahrungsmittelallergie kann auf Lebensmittel wie Obst, Nüsse, Eiweiße, Milchprodukte, Gemüse etc. bestehen.

Besonders heftige Reaktionen kommen bei einer Erdnussallergie (Arachis hypogaea) vor. Mitunter kommt es hier sogar zu einem anaphylaktischen Schock. Also bei Lebensmitteln wie Erdnussbutter, Schoko-Riegel, Müsli-Mischungen, Eiscremes, Desserts etc.

Nach der EU-Richtlinie 2000/68/EG von 2007 ist es vorgeschrieben, dass 14 Zutaten und aus ihnen gewonnenen Produkte auf den Lebensmittelverpackungen angegeben werden müssen, da sie Allergien auslösen können. Sie führen meist zu allergischen Reaktionen des Allergietyps I dem Soforttyp.

  1. Eier
  2. Erdnüsse
  3. Glutenhaltige Getreide (Roggen, Weizen, Hafer, Dinkel, Gerste etc.)
  4. Fische
  5. Krebstiere
  6. Milch
  7. Schalenfrüchte
  8. Lupinen
  9. Schwefeldioxid und Sulfite
  10. Sellerie
  11. Senf
  12. Sojabohnen
  13. Weichtiere (wie Tintenfische, Schnecken, Muscheln)
  14. Sesamsamen

Nahrungsmittel auf die fast nie Allergien bestehen sind Reis, Blattsalate und Artischocken.

Andere Ursachen für eine Nahrungsmittelallergie

Möglich sind auch Kreuzallergien. So liegt bei Jugendlichen und Erwachsenen häufig eine Allergie gegen Baumpollen bei einer Inhalationsallergie vor aus der eine sekundäre Nahrungsmittelallergie aufgrund der Kreuzallergie entsteht. Wer also an Heuschnupfen leidet reagiert häufig auch allergisch auf Äpfel und Nüsse. Aber auch eine Sensibilisierung gegen ein Lebensmittel kann nicht immer ausgeschlossen werden, also eine genuine Allergie bzw. „echte“ Sensibilisierung.

Aber auch die Symptome einer Nahrungsmittelintoleranz ähneln denen einer Nahrungsmittelallergie. Allerdings vertragen die Patienten hier kleine Mengen der Allergene. Bei einer Laktoseintoleranz kann also eine geringe Menge Milch problemlos getrunken werden. Bei einer Nahrungsmittelallergie führt bereits diese kleine Dosis an Allergenen unmittelbar zu Symptomen.

Was sind die Symptome einer Nahrungsmittelallergie?

Die Folgen nach dem Verzehr solcher Produkte können Schwellungen, Juckreiz, Rötungen, Nesselsucht, atopisches Ekzem und Hautveränderungen sein. Betroffen sind vor allem von Schwellungen der Schleimhaut der Mund, Nasen-, und Rachenraum. Es kann auch zu Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Erbrechen kommen. Aber auch die Atemwege können mit einer Verengung der Bronchien (allergisches Asthma) reagieren.

Mögliche Symptome nach der Häufigkeit ihres Auftretens:

  • Haut wie Nesselsucht in 50%
  • Magen-Darm wie Erbrechen, Durchfall, Übelkeit 20%
  • Bronchien wie Atemnot 20%
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden in 10% der Fälle

Aber auch ein allergischer Schock (anaphylaktischer Schock) ist möglich. Seltener kommt es zur Erkrankung der Gelenke (Arthritis).

Wie kann man eine Nahrungsmittelallergie vorbeugen?

Sinnvoll ist es Abwechslung bei dem Ernährungsplan zu beachten. So sollte man nicht zu oft oder täglich die gleichen Lebensmittel verzehren. Gerade ein häufiger Kontakt mit einem Nahrungsmittel kann zu einer Allergie führen. Bei einem Salat sollte dieser auch nicht immer aus der gleichen Gemüsezusammensetzung bestehen. Kleinkinder die mindestens 4 Monate lang gestillt wurden leiden später auch seltener an Allergien. Auch für sie gilt, dass man Lebensmittel nicht im Vorfeld meiden sollte die Allergien auslösen können. Ein Kontakt mit Tieren beim Aufwachsen kann das Risiko an einer Allergie zu erkranken senkt. Ebenfalls eine übertriebene Hygiene sollte vermieden werden.

Bei einem Mangel an einem bestimmten Enzym kann es auch zu einer Nahrungsmittelintoleranz (Nahrungsmittelunverträglichkeit) kommen.  Aber auch eine Zusatzstoffintoleranz oder Autoimmunerkrankung kann die Ursache für eine Nahrungsmittelallergie sein.

Nahrungsmittelallergie behandeln

Kurzfristig ist eine medikamentöse Behandlung bei akuten Beschwerden in Form von Antihistaminika oder Kortisonpräparaten. Auch eine Adreanlininjektion bei einem anaphylaktischen Schock ist möglich wenn ein Kreislaufversagen droht.

Gerade für Nahrungsmitteallergiker sollte ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor, flüssigem Antihistaminikum und Kortisonpräparat mit geführt werden und in der Anwendung vertraut sein. Ein Inhalationsspray welches die Bronchien erweitert bei Atemnot und Atembeschwerden in Folge einer Nahrunsmittelallergie sollte bei Bedarf ebenfalls mit geführt werden.

Auch eine Hyposensibilisierung ist teilweise möglich. Eine orale Toleranzinduktion kann durchgeführt werden.

Die Vermeidung (Allergenkarenz) des Nahrungsmittels ist die sicherste Möglichkeit eine  Nahrungsmittelallergie zu behandeln. Es besteht auch die Möglichkeit eine Nahrungsmittel auf dem Speiseplan durch andere zu ersetzen.

Welche Nahrungsmittel sollte man meiden?

Welche Nahrungsmittel führen besonder häufig zu Symptomen? Besonders problematisch bei einer Nahrungsmittelallergie sind folgenden Lebensmittel:

  • Obst wie Kirschen, Äpfel, Pfirsiche, Erdbeeren etc.
  • Nüsse wie Walnüsse, Erdnüsse, Sesam, Mandeln etc.
  • Gemüse wie Tomaten, Sellerie, Bohnen, Karotten etc.
  • Eier
  • Milch und Milchprodukte
  • Getreide
  • Sojabohnen
  • Schalentiere

Allergene unschädlich machen

Bei der Nahrungsmittelallergie werden viele Allergen durch Kochen unschädlich gemacht.

Die für Allergiker schädliche Wirkung einiger Lebensmittel kann durch Erhitzung, wie Kochen oder Einfrieren aufgehoben werden. Vor allem Obst und Gemüse können durch Erhitzen somit „unschädlich“ gemacht und für Allergiker verträglich werden. Gekochte Tomaten rufen in der Regel nicht die typischen allergischen Reaktionen hervor wie rohe Tomaten.

Allergiker sollten also Lebensmittel besser gekocht als roh zu sich zunehmen. Bei Obst gilt, dass sie somit als Marmelade und Mus verträglich ist. Aber auch als Saft kann es verträglicher sein also im rohen Zustand. Allerdings gibt es auch hitzebeständige Allergene hitzebeständig wie bei Soja, Fisch, Nüssen und Sellerie. Ein Erhitzen hilft hier nicht die Allergene unschädlich zu machen.

Ebenso empfiehlt es sich ein Lebensmitteltagebuch zu führen. Hier notiert man wann man was gegessen hat kann so möglichen Allergenen auf die Spur kommen.

Nahrungsmittelallergie bei Säuglingen und Kleinkindern

Eine Nahrungsmittelallergie besteht bei Kleinkindern und Säuglingen häufig auf Milch, Eier, Soja, Fleisch und Nüsse.

Säuglinge und Kleinkinder erleiden häufig Allergien gegen Eier, Milch, Fleisch, Nüsse und Soja. Es kommt zu Erbrechen und Durchfall, welche in extremen Fällen auch negative Folgen bei der Gewichtszunahme haben können.

Auch eine Allergie gegen die Muttermilch ist möglich wenn eine starke Sensibilisierung vorliegt und die Mutter Nahrungsmittel zu sich genommen hat auf das Kind allergisch ist.

Gänzlich vermieden werden sollten diese Produkte im Vorfeld nach neusten Untersuchungen nicht. Da dieses gerade zu einer Allergie führen kann wie sie auf der Sonderseite zum Thema Kinder vor Allergien schützen nachlesen können. Auch das Stillen bis mindestens zum 4 Monat senkt das Risiko von Allergien für Kleinkinder. Allerdings sollte die Mutter hier auf mögliche Allergene bei der eigenen Ernährung verzichten.

Bei einem erhöhtem pH-Milieu im Magen kann es zu Nahrungsmittelallergieproblemen kommen. Erst im Alter von etwa 2 Jahren gleicht sich der pH-Wert im Magen denen eines Erwachsen an. Wer jedoch Protonenpumpeninhibitoren, Sucralfat, Antazida oder H2-Reptor-Blocker zu sich nimmt hat einen erhöhten pH-Wert im Magen.

Häufig wachsen Kinder bis zum 5. Lebensjahr wieder aus der Nahrungsmittelallergie heraus. Häufig folgt bei genetischer Vorbelastung dann eine Inhalationsallergie auf Pollen mit Asthma bronchiale oder allergischer Rhinitis

Kann das Kind nicht gestillt werden und es liegt eine erhöhtes Risiko für eine Nahrungsmittelallergie vor oder besteht bereits gibt es Hypoallergene Formula Nahrung (HA-Nahrung). Diese enthält stark hydrolyierte Vollmilch- oder Molkenproteine. Da die Proteine in kleinen Bruchstücken vorliegen werden sie von den IgE-Antikörpern nicht mehr als mögliche Allergene erkannt. Allerdings hat diese Nahrung einen bitteren Geschmack.

Alternativ zu Kuhmilch gibt es auch auf Soja und Reis basierte Babynahrung. So werden die Proteine hier durch Reis und Soja ersetzt. Wobei auch Soja zu Allergien führen kann, insbesondere Kinder mit einer Kuhmilchallergie haben mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 25% auch eine Sojamilchintoleranz.

Warum Kinder besonders von Nahrungsmittelallergien betroffen sind.

Kinder sind von der Nahrungsmittelallergie besonders häufig betroffen, da das Immunsystem noch dabei ist zu lernen welche Eiweiße körpereigene sind und welche nicht. Beginnt man zu früh mit der Ernährung von fremden Eiweißen, besonders den großen Eiweißmolekülen kann es zur Entwicklung von Allergien kommen. Der Körper bildet dann fälschlicherweise IgE-Antikörper gegen diese Eiweiße.

Kann eine Lebensmittelallergie von alleine verschwinden?

Gerade bei Kindern verschwindet eine Lebensmittelallergie häufig wieder von allein. So kann eine Allergie auf Kuhmilcheiweiß im Säuglingsalter nach einigen Jahren vollständig verschwinden. Bis zum Schulalter ist die Allergie häufig abgeklungen, kann sich aber umgekehrt bei älteren Menschen auch erstmalig zeigen. Dieses hängt damit zusammen, dass die Verdauung von Eiweißen im Alter schlechter funktioniert. Die nicht verdauten Eiweiße gelangen in die Blutbahn und kommen dort in Kontakt mit dem Immunsystem.

Wodurch kann eine Nahrungsmittelallergie begünstigt werden?

Einige Faktoren können das Enstehen der Allergie begünstigen. So sind gerade besonders aggressive Allergene häufig ein Auslöser wie sie in Erdnüssen, Sellerie oder Fischeiweiß vorkommen. Häufig führen auch nicht gekochte Lebensmittel zu Problemen, sowie der Genuss von Alkohol, Stress, körperliche Anstrengung etc. Auch die Menge der Allergene ist entscheidend.

So wirken folgende Faktoren begünstigend auf die Entstehung einer Nahrungsmittelallergie:

  • Infekte
  • Die Aggressivität des Allergens
  • Die Menge des Allergens
  • Alkohol
  • Stress
  • Medikamente wie Aspirin etc.
  • Psychische Faktoren
  • Die Art der Zubereitung also roh, gekocht, gebacken etc.

Milcheiweißallergie

Liegt eine Milcheiweißallergie besteht eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker. Der Milchzucker wird auch Laktose genannt und kommt in vielen fertigen Lebensmitteln und Medikamenten zum Einsatz. Laktose ist als Kohlenhydrat in Milch enthalten. Man spricht auch von einer Laktoseintoleranz.

Die Milchsäure, das Laktat hingegen ensteht durch das Enzym Maltose bei der Gärung von Getreide- und Kartoffelstärke und steht somit nicht in direktem Zusammenhang mit Milch. Für Milcheiweißallergiker ist Milchsäure somit unbedenklich.

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