
Ambrosia gehört zu den Pflanzen, die für Pollenallergiker besonders belastend sein können. Ihre Pollen besitzen ein hohes allergenes Potenzial und können bereits in vergleichsweise geringer Konzentration deutliche Beschwerden verursachen.
Für Allergiker ist die Pflanze auch deshalb problematisch, weil sie die Pollensaison bis in den Spätsommer und Herbst hinein verlängern kann. Während viele Gräser und Bäume ihre Hauptblüte bereits hinter sich haben, kann Ambrosia weiterhin für Heuschnupfen, gereizte Augen und Atemwegsbeschwerden sorgen.
Im Pollenflug-Kalender spielt Ambrosia deshalb vor allem gegen Ende der klassischen Pollensaison eine wichtige Rolle.
Was ist Ambrosia?
Ambrosia ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler. Für Allergiker besonders relevant ist das Beifußblättrige Traubenkraut mit dem botanischen Namen Ambrosia artemisiifolia.
Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde nach Europa eingeschleppt. Sie wird umgangssprachlich unter anderem als:
- Ambrosia
- Beifußblättriges Traubenkraut
- Aufrechtes Traubenkraut
- Ragweed
bezeichnet.
Ambrosia wächst bevorzugt auf offenen und gestörten Flächen. Dazu gehören beispielsweise:
- Straßenränder
- Baustellen
- Brachflächen
- Gärten
- Feldränder
- Bahngelände
Warum ist Ambrosia für Allergiker besonders problematisch?
Ambrosiapollen können sehr starke allergische Reaktionen auslösen. Typisch sind Beschwerden der oberen Atemwege und der Augen.
Mögliche Symptome sind:
- häufiges Niesen
- laufende oder verstopfte Nase
- Juckreiz in der Nase
- gerötete und tränende Augen
- Juckreiz an den Augen
- Kratzen im Hals
- Husten
- Abgeschlagenheit
- Konzentrationsprobleme
Bei empfindlichen Menschen können auch die tieferen Atemwege betroffen sein.
Mögliche Folgen sind dann:
- pfeifende Atmung
- Engegefühl im Brustkorb
- Kurzatmigkeit
- allergisches Asthma
Ambrosia kann damit sowohl Heuschnupfen als auch Beschwerden im Zusammenhang mit Asthma verursachen oder verstärken.
Wann fliegt Ambrosiapollen?
Die Pollensaison von Ambrosia liegt typischerweise im Spätsommer und frühen Herbst.
Je nach Wetter und Region kann der Pollenflug ungefähr ab Juli beginnen. Die Hauptbelastung liegt häufig in den Monaten August und September. Bei günstigen Wetterbedingungen können Pollen teilweise bis in den Oktober hinein auftreten.
Damit gehört Ambrosia zu den Pflanzen, die die Allergiesaison deutlich nach hinten verlängern können.
Wie viel Pollen produziert eine Ambrosiapflanze?
Ambrosia kann enorme Mengen an Pollen produzieren.
Eine einzelne große Pflanze kann im Verlauf einer Saison sehr viele Millionen bis hin zu erheblich größeren Mengen an Pollenkörnern freisetzen. Die genaue Zahl hängt unter anderem von Standort, Größe und Wachstumsbedingungen ab.
Die Pollen sind sehr klein und werden durch den Wind verbreitet. Dadurch können sie größere Entfernungen zurücklegen.
Für Allergiker ist deshalb nicht nur eine Pflanze direkt im eigenen Garten relevant. Auch Bestände in der weiteren Umgebung können zur Belastung beitragen.
Warum breitet sich Ambrosia aus?
Ambrosia ist sehr anpassungsfähig und kann sich auf geeigneten Standorten schnell vermehren.
Eine einzelne Pflanze kann zahlreiche Samen bilden. Diese Samen können im Boden über viele Jahre keimfähig bleiben.
Die Verbreitung erfolgt unter anderem durch:
- bewegte Erde
- landwirtschaftliche Maschinen
- Verkehr
- Vogelfutter
- Garten- und Bauarbeiten
Historisch spielte verunreinigtes Vogelfutter bei der Verbreitung der Pflanze eine wichtige Rolle.
Heute wird versucht, die weitere Ausbreitung durch bessere Kontrollen und gezielte Bekämpfung einzudämmen.
Wo kommt Ambrosia in Deutschland vor?
Ambrosia kommt inzwischen in verschiedenen Regionen Deutschlands vor.
Besonders größere Bestände wurden unter anderem in Teilen von:
- Brandenburg
- Bayern
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Baden-Württemberg
beobachtet.
Die Verbreitung ist jedoch regional sehr unterschiedlich. Einzelne Pflanzen können grundsätzlich auch in anderen Regionen auftreten.
Ambrosia und Klimawandel
Ambrosia profitiert grundsätzlich von warmen Wachstumsbedingungen.
Steigende Temperaturen und längere Vegetationsperioden können dazu beitragen, dass sich die Pflanze in Regionen etabliert, in denen sie früher schlechtere Bedingungen vorfand.
Für Allergiker kann dies bedeuten:
- größere Verbreitungsgebiete
- längere Wachstumszeiten
- längere Pollensaisons
- regional höhere Pollenbelastungen
Wie stark sich die Belastung tatsächlich entwickelt, hängt jedoch auch von Bekämpfungsmaßnahmen und lokalen Bedingungen ab.
Verändern Luftschadstoffe die Aggressivität der Pollen?
Untersuchungen weisen darauf hin, dass Umweltbedingungen wie Luftschadstoffe die Eigenschaften von Pflanzen und ihren Pollen beeinflussen können.
Auch Stickstoffdioxid und andere Belastungen aus dem Straßenverkehr werden in diesem Zusammenhang untersucht.
Wissenschaftlich interessanter ist dabei weniger die Vorstellung, dass sich die Pollen einfach „vergrößern“, sondern vielmehr, dass sich die Zusammensetzung und Menge bestimmter allergener Proteine verändern kann.
Dadurch könnten Pollen unter bestimmten Umweltbedingungen ein stärkeres allergenes Potenzial besitzen.
Ambrosia oder Beifuß – wo liegt der Unterschied?
Ambrosia kann leicht mit anderen Pflanzen verwechselt werden.
Besonders häufig wird sie mit Beifuß verwechselt. Beide Pflanzen gehören zur Familie der Korbblütler und können außerdem allergologisch miteinander in Verbindung stehen.
Typische Merkmale der Ambrosia sind:
- stark eingeschnittene grüne Blätter
- grüne Blattunterseiten
- behaarter Stängel
- grünliche, eher unscheinbare Blütenstände
Beim gewöhnlichen Beifuß ist die Blattunterseite dagegen häufig deutlich heller beziehungsweise weißlich-filzig.
Eine sichere Pflanzenbestimmung kann vor dem Entfernen sinnvoll sein.
Gibt es Kreuzallergien bei Ambrosia?
Ja. Ambrosia gehört zu den Korbblütlern und weist allergologische Ähnlichkeiten mit anderen Pflanzen auf.
Besonders relevant sind mögliche Kreuzreaktionen mit Beifuß.
Auch bestimmte Lebensmittel können bei einzelnen Betroffenen Beschwerden hervorrufen.
Mögliche Kreuzreaktionen können beispielsweise auftreten mit:
- Melone
- Wassermelone
- Banane
- Gurke
- Zucchini
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Ambrosia-Allergiker diese Lebensmittel meiden muss.
Entscheidend ist immer, ob tatsächlich Beschwerden auftreten.
Wie wird eine Ambrosia-Allergie festgestellt?
Eine Allergie gegen Ambrosia kann durch einen Allergologen untersucht werden.
Zur Diagnose können unter anderem eingesetzt werden:
- Anamnese
- Pricktest
- Bluttest auf spezifische IgE-Antikörper
- gegebenenfalls komponentenbasierte Allergiediagnostik
Wichtig ist, die Testergebnisse mit den tatsächlichen Beschwerden und dem Zeitraum des Pollenflugs abzugleichen.
Ein positiver Test bedeutet zunächst, dass eine Sensibilisierung besteht. Ob daraus tatsächlich Beschwerden entstehen, muss im Zusammenhang mit den Symptomen beurteilt werden.
Was hilft bei Ambrosia-Allergie?
Die Behandlung ähnelt grundsätzlich der anderer Pollenallergien.
Je nach Beschwerden können beispielsweise infrage kommen:
- Antihistaminika
- antiallergische Augentropfen
- Nasensprays
- bei Asthma entsprechende Atemwegsmedikamente
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von Art und Stärke der Beschwerden ab.
Bei regelmäßig starken Symptomen sollte ärztlich geprüft werden, ob eine spezifische Immuntherapie infrage kommt.
Tipps für Ambrosia-Allergiker
Während der Ambrosia-Pollensaison können verschiedene Maßnahmen helfen, die persönliche Belastung zu reduzieren.
Dazu gehören beispielsweise:
- Pollenflugvorhersage beobachten
- bei starker Belastung längere Aufenthalte im Freien reduzieren
- Kleidung nach einem längeren Aufenthalt draußen wechseln
- getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen
- Haare vor dem Schlafengehen waschen oder ausspülen
- Wäsche bei starkem Pollenflug möglichst nicht draußen trocknen
- beim Autofahren Fenster geschlossen halten
- Innenraumfilter im Auto regelmäßig überprüfen
Ein vollständiger Schutz vor Pollen ist kaum möglich. Eine Kombination verschiedener Maßnahmen kann die Belastung jedoch verringern.
Ambrosia im Garten richtig entfernen

Ambrosia sollte möglichst entfernt werden, bevor sie blüht und Samen produziert.
Dabei sollte die Pflanze vollständig einschließlich der Wurzel herausgezogen werden.
Empfehlenswert sind:
- Handschuhe tragen
- Hautkontakt möglichst vermeiden
- bei bereits blühenden Pflanzen Atemschutz tragen
- Pflanzen nicht einfach liegen lassen
- Samenbildung unbedingt verhindern
Besonders Allergiker sollten blühende Ambrosiapflanzen möglichst nicht selbst entfernen.
Ambrosia nicht einfach mähen
Ein einfaches Mähen ist häufig nicht die beste Methode.
Wird die Pflanze zu einem ungeeigneten Zeitpunkt abgeschnitten, kann sie erneut austreiben und später trotzdem Blüten beziehungsweise Samen bilden.
Bei einzelnen Pflanzen ist daher das vollständige Herausziehen mitsamt der Wurzel meist die bessere Methode.
Bei größeren Beständen sollte eine fachgerechte Bekämpfung erfolgen.
Wie Ambrosia entsorgen?
Ausgerissene Ambrosiapflanzen sollten so entsorgt werden, dass sich vorhandene Samen nicht weiter verbreiten können.
Besonders Pflanzen mit Blüten oder bereits entwickelten Samen sollten nicht einfach auf dem eigenen Kompost landen.
Sinnvoll kann je nach lokalen Vorgaben die Entsorgung über den Restmüll beziehungsweise eine dafür vorgesehene kommunale Entsorgung sein.
Bei großen Beständen empfiehlt es sich, die zuständige Gemeinde oder Behörde zu kontaktieren.
Sollte man Ambrosia melden?
In Deutschland gibt es keine überall identische bundesweite Meldepflicht für einzelne Ambrosiapflanzen.
Einige Bundesländer, Kommunen oder regionale Stellen betreiben jedoch eigene Ambrosia-Meldesysteme.
Größere Bestände auf öffentlichen Flächen sollten daher der zuständigen Gemeinde, dem Straßenbaulastträger oder einer regional zuständigen Stelle gemeldet werden.
Dadurch können Bestände gezielt beseitigt und eine weitere Ausbreitung verhindert werden.
Ambrosia in der Schweiz
Die Schweiz geht seit vielen Jahren besonders konsequent gegen Ambrosia vor.
Dort bestehen gesetzliche Vorgaben zur Bekämpfung der Pflanze. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung möglichst frühzeitig zu verhindern.
Von einer vollständigen „Ausrottung“ der Ambrosia in der Schweiz sollte allerdings nicht gesprochen werden. Auch dort können weiterhin einzelne Pflanzen und Bestände auftreten.
Häufige Fragen zu Ambrosia
Ist Ambrosia giftig?
Das Hauptproblem der Ambrosia ist für den Menschen nicht eine klassische Vergiftung, sondern vor allem das hohe allergene Potenzial ihrer Pollen. Beim Entfernen sollte dennoch Hautkontakt vermieden werden.
Wann blüht Ambrosia?
Ambrosia blüht hauptsächlich im Spätsommer. Besonders relevant sind häufig August und September. Die Saison kann abhängig von Wetter und Standort von Juli bis Oktober reichen.
Wie gefährlich ist Ambrosia für Allergiker?
Ambrosiapollen besitzen ein hohes allergenes Potenzial und können bei sensibilisierten Menschen starke Heuschnupfenbeschwerden sowie allergische Atemwegsreaktionen verursachen.
Kann Ambrosia Asthma auslösen?
Bei sensibilisierten Personen können Ambrosiapollen auch die unteren Atemwege betreffen und asthmatische Beschwerden verursachen oder bestehendes allergisches Asthma verschlechtern.
Kann ich Ambrosia selbst entfernen?
Einzelne noch nicht blühende Pflanzen können mit Handschuhen vollständig mitsamt der Wurzel entfernt werden. Allergiker sollten insbesondere blühende Pflanzen nicht selbst beseitigen.
Fazit: Ambrosia ist für Pollenallergiker besonders relevant
Ambrosia gehört zu den bedeutenden allergieauslösenden Pflanzen des Spätsommers. Ihre Pollen können starke Beschwerden verursachen und verlängern für viele Betroffene die Pollensaison bis in den Herbst.
Da sich die Pflanze durch zahlreiche langlebige Samen weiter ausbreiten kann, ist eine frühzeitige Erkennung und Entfernung besonders wichtig.
Wer im August und September plötzlich unter starkem Heuschnupfen, tränenden Augen, Husten oder Atemwegsbeschwerden leidet, obwohl die klassische Gräserpollensaison bereits abklingt, sollte auch eine mögliche Ambrosia-Allergie in Betracht ziehen.
Weitere Informationen zu allergieauslösenden Pflanzen finden Sie unter Pflanzen und Allergien.