Zypressen und Allergien: Wenn immergrüne Pflanzen Beschwerden verursachen
Zypressen vermitteln mediterranes Flair und werden aufgrund ihres dichten, immergrünen Wuchses gerne in Gärten, Parks und auf Friedhöfen gepflanzt. Doch während die Pflanzen für viele Menschen völlig unproblematisch sind, können ihre Pollen bei empfindlichen Personen allergische Beschwerden auslösen.
Die Zypresse gehört zur Familie der Zypressengewächse. Zu dieser Pflanzenfamilie zählen unter anderem auch Wacholder, Scheinzypressen und Lebensbäume. Die Pflanzen verbreiten ihre Pollen hauptsächlich über den Wind. Dabei können große Mengen freigesetzt und über weite Strecken transportiert werden.
Welche Beschwerden sind möglich?
Eine Zypressenpollenallergie zeigt sich meistens durch typische Heuschnupfensymptome. Dazu gehören:
- häufiges Niesen
- eine laufende oder verstopfte Nase
- juckende und tränende Augen
- gereizte Schleimhäute
- Kratzen im Hals
- Husten oder ein Engegefühl in der Brust
Bei Menschen mit allergischem Asthma kann der Kontakt mit den Pollen zusätzlich Atembeschwerden hervorrufen oder bestehende Beschwerden verstärken. Die Symptome treten gewöhnlich während der Blütezeit auf. Diese kann je nach Zypressenart, Region und Witterung unterschiedlich ausfallen. Im Mittelmeerraum beginnt die Belastung häufig bereits im Winter. In Mitteleuropa stehen eher das späte Winterhalbjahr und das Frühjahr im Vordergrund.
Verwechslungen sind häufig
Da zu dieser Zeit auch andere Bäume blühen, werden die Beschwerden nicht immer sofort mit Zypressen in Verbindung gebracht. Besonders Hasel, Erle oder Esche können zeitgleich Pollen freisetzen. Ohne eine gezielte Untersuchung lässt sich deshalb oft nicht sicher erkennen, welcher Pollen tatsächlich für die Beschwerden verantwortlich ist.
Hinzu kommen mögliche Kreuzreaktionen innerhalb der Zypressengewächse. Wer auf Zypressenpollen reagiert, kann beispielsweise auch gegenüber Pollen von Wacholder, Scheinzypressen oder bestimmten Zedernarten empfindlich sein. Eine solche Reaktion bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jede verwandte Pflanze Beschwerden verursacht.
Diagnose und Behandlung
Wer wiederholt zur gleichen Jahreszeit unter typischen Allergiesymptomen leidet, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen. Neben einem ausführlichen Gespräch können Haut- oder Bluttests Hinweise auf die auslösenden Allergene geben. Ein Allergietagebuch kann ebenfalls hilfreich sein. Darin werden Zeitpunkt, Dauer und Stärke der Beschwerden sowie mögliche Auslöser festgehalten.
Zur Behandlung kommen je nach Art und Schwere der Beschwerden verschiedene Möglichkeiten infrage. Antihistaminika können Juckreiz, Niesen und eine laufende Nase lindern. Auch geeignete Augen- oder Nasensprays können helfen. Bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden sollte die Behandlung mit einer Ärztin oder einem Arzt abgestimmt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann außerdem eine spezifische Immuntherapie erwogen werden.
Pollenbelastung im Alltag reduzieren
Ein vollständiger Schutz vor Pollen ist kaum möglich. Einige einfache Maßnahmen können die persönliche Belastung jedoch verringern. Während einer stärkeren Pollenphase sollten getragene Kleidungsstücke möglichst nicht im Schlafzimmer abgelegt werden. Haarewaschen vor dem Schlafengehen verhindert, dass sich Pollen auf dem Kopfkissen verteilen. Auch regelmäßiges Reinigen der Wohnräume und ein angepasstes Lüften können hilfreich sein.
Nach Gartenarbeiten empfiehlt es sich, Kleidung zu wechseln und Hände sowie Gesicht zu waschen. Wer beim Schneiden einer Zypressenhecke Beschwerden bekommt, kann zusätzlich eine Schutzbrille, Handschuhe und gegebenenfalls eine gut sitzende Maske verwenden. Neben den Pollen können Pflanzensaft, Harze oder ätherische Bestandteile bei direktem Kontakt gelegentlich Hautreizungen verursachen.
Zypressen müssen wegen einer möglichen Allergie nicht grundsätzlich aus jedem Garten entfernt werden. Entscheidend ist, ob tatsächlich eine Sensibilisierung besteht und ob die Pflanze nachweislich Beschwerden verursacht. Eine fachgerechte Diagnose verhindert unnötige Einschränkungen und ermöglicht eine gezielte Behandlung.
Community
0 Kommentare
Persönliche Erfahrungen ersetzen keine medizinische Diagnose, können anderen Lesern aber wertvolle Orientierung geben.