Hortensien gehören aufgrund ihrer großen, auffälligen Blütenstände zu den beliebtesten Garten- und Balkonpflanzen. Je nach Art und Sorte blühen sie weiß, rosa, rot, blau oder violett. Obwohl Hortensien allgemein als gut verträgliche Zierpflanzen gelten, können empfindliche Menschen beim direkten Kontakt Hautreizungen oder in seltenen Fällen eine Kontaktallergie entwickeln.
Außerdem sind Hortensien nicht zum Verzehr geeignet. Besonders Blätter und Blütenknospen enthalten reizende Pflanzenstoffe. Eine Hortensienallergie muss daher von einer nicht allergischen Hautreizung oder einer Vergiftung unterschieden werden.
Was sind Hortensien?
Hortensien gehören zur botanischen Gattung Hydrangea. Die meisten Arten stammen ursprünglich aus Ostasien oder Nordamerika. Inzwischen sind Hortensien in vielen europäischen Gärten verbreitet. Sie werden als Gartensträucher, Kübelpflanzen, Zimmerpflanzen und Schnittblumen angeboten.
Die auffälligen Blütenbälle bestehen aus zahlreichen kleinen Einzelblüten. Bei vielen Sorten sind die großen, farbigen Bestandteile überwiegend unfruchtbare Schaublüten. Sie sollen Insekten zu den kleineren fruchtbaren Blüten locken.
Bekannte Hortensienarten
Bauernhortensie
Die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) ist die bekannteste Hortensienart. Sie bildet große kugelförmige oder tellerförmige Blütenstände. Ihre Blütenfarbe kann bei dafür geeigneten Sorten durch die Bodenbeschaffenheit beeinflusst werden.
Rispenhortensie
Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) besitzen längliche, kegelförmige Blütenstände. Sie vertragen sonnigere Standorte häufig besser als Bauernhortensien und blühen am neuen Holz.
Schneeballhortensie
Die Schneeballhortensie (Hydrangea arborescens) ist besonders durch Sorten wie „Annabelle“ bekannt. Sie entwickelt große, meist weiße oder grünlich-weiße Blütenbälle.
Tellerhortensie
Tellerhortensien besitzen flachere Blütenstände. In der Mitte befinden sich zahlreiche kleine fruchtbare Blüten, die von größeren Schaublüten umgeben werden. Sie können für Insekten interessanter sein als Sorten, die überwiegend aus sterilen Schaublüten bestehen.
Kletterhortensie
Die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) kann mithilfe von Haftwurzeln an Mauern, Bäumen und Rankhilfen emporwachsen. Sie eignet sich auch für halbschattige bis schattige Bereiche.
Der richtige Standort für Hortensien
Viele Hortensien bevorzugen einen hellen, geschützten und halbschattigen Standort. Intensive Mittagssonne kann zu hängenden Blättern, Trockenstress und Verbrennungen führen. Vollständiger Schatten kann dagegen die Blütenbildung verringern.
Ein geeigneter Standort bietet:
- Morgen- oder Abendsonne,
- Schutz vor intensiver Mittagshitze,
- einen humosen und lockeren Boden,
- eine gleichmäßige Wasserversorgung,
- ausreichend Platz für die jeweilige Sorte.
Rispenhortensien vertragen gewöhnlich mehr Sonne als Bauernhortensien. Voraussetzung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit.
Hortensien richtig gießen und pflegen
Der botanische Name Hydrangea weist bereits auf den hohen Wasserbedarf vieler Arten hin. Der Wurzelballen sollte nicht vollständig austrocknen. Gleichzeitig ist Staunässe zu vermeiden, da sie die Wurzeln schädigen kann.
An warmen Sommertagen benötigen Hortensien im Kübel unter Umständen morgens und abends Wasser. Gegossen wird möglichst direkt auf die Erde und nicht ständig über Blätter und Blüten. Dauerhaft feuchte Blätter können Pilzerkrankungen begünstigen.
Zum Gießen eignet sich insbesondere weiches, kalkarmes Wasser. Eine Mulchschicht kann dabei helfen, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.
Warum wechseln Hortensien ihre Farbe?
Bei bestimmten Sorten der Bauern- und Berghortensie hängt die Blütenfarbe unter anderem vom pH-Wert des Bodens und von der Verfügbarkeit von Aluminium ab. In sauren Böden können entsprechende Sorten eher blau blühen. Bei einem höheren pH-Wert erscheinen die Blüten häufig rosa oder rötlich.
Die verbreitete Aussage „saurer Boden macht jede Hortensie blau“ ist allerdings falsch. Weiße Hortensien werden durch eine Veränderung des pH-Wertes nicht plötzlich blau. Auch bei anderen Arten und Sorten lässt sich die Farbe nicht beliebig steuern.
Vor einer Veränderung des Bodens sollte der pH-Wert gemessen werden. Eine unkontrollierte Zugabe von Kalk, Aluminiumsalzen oder anderen Mitteln kann die Pflanze und den Boden belasten.
Wann sollten Hortensien geschnitten werden?
Der richtige Schnittzeitpunkt hängt von der Hortensienart ab. Zahlreiche Bauernhortensien bilden ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr am alten Holz. Ein starker Rückschnitt im Frühjahr kann deshalb die zukünftigen Blüten entfernen.
Rispen- und Schneeballhortensien blühen dagegen überwiegend an den neuen Trieben des aktuellen Jahres. Sie können im späten Winter oder zeitigen Frühjahr kräftiger zurückgeschnitten werden.
Vor dem Rückschnitt sollte deshalb festgestellt werden, um welche Hortensienart es sich handelt. Unabhängig von der Sorte können abgestorbene, beschädigte oder kranke Triebe vorsichtig entfernt werden.
Können Hortensien Allergien auslösen?
Eine Allergie gegen Hortensien ist möglich, scheint jedoch vergleichsweise selten zu sein. In der medizinischen Fachliteratur wurden unter anderem Fälle einer allergischen Kontaktdermatitis nach beruflichem Umgang mit Hortensien beschrieben. Besonders Floristen, Gärtner und andere Personen mit häufigem Pflanzenkontakt können betroffen sein.
Bei gelegentlichem Kontakt im eigenen Garten entsteht wesentlich häufiger eine vorübergehende Hautreizung als eine nachgewiesene Allergie. Ob tatsächlich eine Kontaktallergie vorliegt, kann anhand der Beschwerden allein nicht sicher festgestellt werden.
Hortensien und Heuschnupfen
Hortensien produzieren Pollen, zählen aber nicht zu den typischen starken Auslösern von Heuschnupfen. Viele Hortensien werden überwiegend durch Insekten bestäubt. Ihr Pollen wird daher normalerweise weniger stark über die Luft verbreitet als der feine Pollen windbestäubter Gräser, Kräuter oder Bäume.
Eine völlige Allergiefreiheit lässt sich daraus nicht ableiten. Bei direktem und intensivem Kontakt mit den fruchtbaren Blüten kann eine empfindliche Person dennoch Pollen aufnehmen. Für die meisten Pollenallergiker sind Hortensien im Garten jedoch voraussichtlich weniger problematisch als stark windbestäubte Pflanzen.
Beschwerden neben einer Hortensie müssen zudem nicht zwangsläufig von der Hortensie selbst stammen. Als Auslöser kommen auch Gräserpollen, Unkrautpollen, Schimmelsporen, Insekten, Pflanzenschutzmittel oder andere gleichzeitig blühende Pflanzen infrage.
Kontaktallergie oder einfache Hautreizung?
Eine allergische Kontaktdermatitis entsteht durch eine Reaktion des Immunsystems auf einen bestimmten Kontaktstoff. Die Beschwerden treten häufig zeitverzögert auf. Eine irritative Kontaktdermatitis wird dagegen durch eine direkte Reizung oder Schädigung der Haut verursacht und setzt keine vorherige Sensibilisierung voraus.
| Merkmal | Allergische Kontaktdermatitis | Irritative Hautreizung |
|---|---|---|
| Ursache | Immunreaktion auf einen Kontaktstoff | Direkte Reizung der Haut |
| Vorherige Sensibilisierung | Erforderlich | Nicht erforderlich |
| Beginn | Häufig zeitverzögert | Teilweise unmittelbar oder kurz nach dem Kontakt |
| Typische Beschwerden | Juckreiz, Rötung, Ekzem und Bläschen | Brennen, Trockenheit, Rötung und Schmerzen |
| Betroffene Personen | Sensibilisierte Menschen | Grundsätzlich jeder Mensch bei ausreichender Reizung |
Eine eindeutige Unterscheidung ist ohne ärztliche Untersuchung nicht immer möglich. Vorschädigungen der Haut, häufiges Händewaschen und der regelmäßige Kontakt mit Pflanzensäften können das Auftreten von Beschwerden begünstigen.
Mögliche Symptome nach Kontakt mit Hortensien
Nach dem direkten Kontakt mit Blättern, Stängeln, Pflanzensaft oder Blüten können bei empfindlichen Menschen folgende Hautbeschwerden auftreten:
- Rötungen,
- Juckreiz,
- Brennen,
- trockene oder schuppende Haut,
- Schwellungen,
- kleine Bläschen,
- nässende oder entzündete Hautstellen.
Meist sind die Hände, Finger und Unterarme betroffen, weil diese Körperbereiche beim Schneiden, Umtopfen und Arrangieren mit der Pflanze in Berührung kommen. Durch Berühren des Gesichts können Pflanzenreste außerdem auf Augenlider oder andere empfindliche Hautbereiche gelangen.
Was tun bei einer Hautreaktion?
Nach einer auffälligen Hautreaktion sollte der Kontakt mit der Pflanze zunächst beendet werden. Betroffene Hautstellen können vorsichtig mit Wasser abgespült werden. Verunreinigte Handschuhe und Kleidung sollten gewechselt werden.
Starkes Reiben und Kratzen können die Haut zusätzlich schädigen. Halten die Beschwerden an, breiten sie sich aus oder treten sie nach jedem Kontakt erneut auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Bei starken Schwellungen, Kreislaufbeschwerden oder Atemnot ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich. Solche schweren Reaktionen sind bei Hortensien zwar nicht typisch, müssen aber unabhängig vom vermuteten Auslöser ernst genommen werden.
Wie wird eine Hortensienallergie festgestellt?
Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie sind der zeitliche Zusammenhang und die Art des Pflanzenkontakts wichtig. Betroffene sollten beobachten, bei welchen Tätigkeiten die Beschwerden auftreten und welche Pflanzenteile berührt wurden.
Ein Hautarzt oder Allergologe kann prüfen, ob ein Epikutantest sinnvoll ist. Dabei werden mögliche Kontaktallergene in kleinen Testkammern auf die Haut aufgebracht. Die Reaktion wird nach festgelegten Zeitabständen beurteilt.
Selbsttests mit zerdrückten Blättern oder Pflanzensaft sind nicht zu empfehlen. Unverdünntes Pflanzenmaterial kann die Haut reizen und dadurch ein irreführendes oder schmerzhaftes Ergebnis verursachen.
Schutzmaßnahmen für Allergiker und empfindliche Menschen
Wer beim Umgang mit Hortensien bereits Hautprobleme bemerkt hat, sollte den direkten Kontakt möglichst reduzieren. Hilfreich sind unter anderem:
- flüssigkeitsdichte Gartenhandschuhe,
- langärmelige Kleidung beim Rückschnitt,
- saubere und geeignete Gartengeräte,
- gründliches Händewaschen nach der Gartenarbeit,
- kein Berühren von Augen und Gesicht während der Arbeit,
- sofortiges Wechseln verunreinigter Kleidung,
- Abdecken bereits gereizter oder verletzter Hautstellen.
Bei beruflichem Umgang mit Schnittblumen sollte berücksichtigt werden, dass dünne Stoffhandschuhe Pflanzenfeuchtigkeit aufnehmen können. Je nach Tätigkeit können geeignete Schutzhandschuhe mit längeren Stulpen sinnvoller sein.
Sind Hortensien giftig?
Hortensien sind nicht zum Verzehr geeignet. Besonders Blätter und Blütenknospen enthalten reizende Inhaltsstoffe. Nach dem Verschlucken können Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten.
Eine Vergiftung ist keine Allergie. Während eine Allergie auf einer Reaktion des Immunsystems beruht, entstehen Vergiftungserscheinungen durch die schädliche Wirkung bestimmter Pflanzenstoffe.
Schwere Vergiftungen beim Menschen sind nach Angaben von Giftinformationsstellen nicht als typisches Geschehen bekannt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Pflanzenteile bedenkenlos probiert werden dürfen. Die tatsächlich aufgenommene Menge, die Hortensienart, das Alter der betroffenen Person und vorhandene Beschwerden müssen berücksichtigt werden.
Was tun, wenn Hortensienteile verschluckt wurden?
Pflanzenreste sollten vorsichtig aus dem Mund entfernt werden. Ohne fachliche Anweisung sollte kein Erbrechen ausgelöst werden. Besonders bei Kindern, größeren aufgenommenen Mengen oder auftretenden Beschwerden sollte zeitnah medizinischer Rat eingeholt werden.
Für eine fachliche Beurteilung sind folgende Angaben hilfreich:
- Welche Pflanze wurde aufgenommen?
- Welcher Pflanzenteil wurde verschluckt?
- Welche Menge könnte aufgenommen worden sein?
- Wann geschah der Vorfall?
- Welche Beschwerden sind aufgetreten?
- Wie alt und wie schwer ist die betroffene Person?
Ein Foto oder ein Pflanzenteil kann bei der sicheren Bestimmung hilfreich sein. Bei schweren Beschwerden muss sofort medizinische Hilfe gerufen werden.
Sind Hortensien für Hunde und Katzen gefährlich?
Auch Haustiere sollten nicht an Hortensienblättern, Knospen oder Blüten kauen. Mögliche Anzeichen nach dem Verzehr sind insbesondere Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit oder auffällige Müdigkeit.
Hat ein Tier Pflanzenteile gefressen oder zeigt es Beschwerden, sollte eine Tierarztpraxis kontaktiert werden. Hausmittel oder das eigenständige Auslösen von Erbrechen können zusätzliche Gefahren verursachen.
Können getrocknete Hortensien Beschwerden verursachen?
Getrocknete Hortensien werden häufig für Kränze und andere Dekorationen verwendet. Auch getrocknete Pflanzenteile sollten nicht verzehrt und außerhalb der Reichweite kleiner Kinder und Haustiere aufbewahrt werden.
Beim Verarbeiten können Staub, Pflanzenreste und alte Blütenbestandteile freigesetzt werden. Menschen mit Asthma, empfindlichen Atemwegen oder einer Stauballergie sollten möglichst für gute Belüftung sorgen. Feucht gelagerte Trockenblumen können außerdem von Schimmel befallen werden. In diesem Fall können Schimmelsporen und nicht die Hortensie selbst Beschwerden auslösen.
Häufige Fragen zu Hortensien und Allergien
Sind Hortensien für Allergiker geeignet?
Für viele Pollenallergiker sind Hortensien vergleichsweise unproblematisch, weil sie nicht zu den bedeutenden windbestäubten Pollenquellen gehören. Menschen mit einer Kontaktallergie oder sehr empfindlicher Haut können dennoch auf direkten Pflanzenkontakt reagieren.
Kann man durch das Berühren einer Hortensie einen Hautausschlag bekommen?
Ja. Möglich sind eine direkte Hautreizung und in seltenen Fällen eine allergische Kontaktdermatitis. Ein einmaliger Ausschlag beweist allerdings noch keine Allergie.
Kann der Duft von Hortensien eine Allergie auslösen?
Hortensien besitzen meist keinen besonders starken Duft. Empfindliche Personen können dennoch auf Pflanzendüfte oder andere Stoffe in der Umgebung reagieren. Duftbedingte Beschwerden sind nicht automatisch eine echte Allergie.
Welche Hortensien haben besonders wenig Pollen?
Sorten mit einem hohen Anteil steriler Schaublüten stellen tendenziell weniger nutzbare Blüten für Insekten bereit. Eine vollständig pollenfreie Hortensie sollte jedoch nicht ohne verlässliche Sortenangabe angenommen werden.
Dürfen Hortensien im Schlafzimmer stehen?
Eine gesunde Hortensie verursacht im Schlafzimmer normalerweise keine besondere Gefahr. Feuchte Erde kann jedoch Schimmel und Trauermücken begünstigen. Bei Allergien gegen Schimmelpilze oder bei empfindlichen Atemwegen ist deshalb auf eine angemessene Bewässerung und einen sauberen Pflanztopf zu achten.
Sind blaue Hortensien giftiger als rosa Hortensien?
Aus der Blütenfarbe lässt sich keine verlässliche Aussage über die Giftigkeit ableiten. Blaue, rosa und weiße Hortensien sind grundsätzlich nicht zum Verzehr bestimmt.
Fazit
Hortensien sind attraktive Zierpflanzen, die bei vielen Menschen keine allergischen Beschwerden verursachen. Sie gehören nicht zu den typischen starken Auslösern von Heuschnupfen. Direkter und wiederholter Kontakt kann jedoch Hautreizungen und in seltenen Fällen eine allergische Kontaktdermatitis hervorrufen.
Empfindliche Menschen sollten beim Schneiden und Umtopfen Handschuhe sowie möglichst langärmelige Kleidung tragen. Da Hortensien nicht zum Verzehr geeignet sind, sollten Kinder und Haustiere keinen Zugang zu abgefallenen oder abgeschnittenen Pflanzenteilen haben. Wiederkehrende oder starke Beschwerden sollten ärztlich beziehungsweise tierärztlich abgeklärt werden.
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