Wer unter einer Kontaktallergie, sehr empfindlicher Haut oder häufigen Hautreizungen leidet, steht bei der Auswahl von Cremes, Duschgels und anderen Pflegeprodukten häufig vor einem Problem: Ein Produkt soll die Haut pflegen, kann aber gleichzeitig Inhaltsstoffe enthalten, auf die die Haut empfindlich oder sogar allergisch reagiert.
Parfumfreie und möglichst einfach zusammengesetzte Produkte können deshalb eine gute Wahl sein. Begriffe wie „Sensitive“, „hypoallergen“ oder „für empfindliche Haut“ sind jedoch keine Garantie dafür, dass ein Produkt bei jedem Allergiker verträglich ist.
Entscheidend ist immer, gegen welchen Stoff eine Allergie besteht und welche Inhaltsstoffe im jeweiligen Produkt enthalten sind.
Welche Hautpflege ist bei Allergien geeignet?
Für empfindliche und zu Allergien neigende Haut sind häufig Produkte sinnvoll, die möglichst wenige potenziell reizende Inhaltsstoffe enthalten.
Beim Kauf kann es sich lohnen, auf folgende Eigenschaften zu achten:
- parfumfrei,
- möglichst kurze Inhaltsstoffliste,
- für empfindliche Haut entwickelt,
- möglichst ohne unnötige Duft- und Farbstoffe,
- auf die Bedürfnisse trockener oder empfindlicher Haut abgestimmt und
- bei bekannter Allergie frei vom jeweiligen Allergieauslöser.
Besonders wichtig ist der letzte Punkt. Wer beispielsweise gegen einen bestimmten Konservierungsstoff allergisch ist, muss diesen Stoff auch dann vermeiden, wenn auf der Verpackung „Sensitive“ oder „hypoallergen“ steht.
Was bedeutet hypoallergen?
Viele Pflegeprodukte für empfindliche Haut werden als hypoallergen bezeichnet.
Der Begriff bedeutet jedoch nicht, dass das Produkt garantiert keine Allergie auslösen kann. Vielmehr soll das Risiko einer allergischen Reaktion durch die Auswahl der Inhaltsstoffe möglichst gering gehalten werden.
Auch ein hypoallergenes Produkt kann einen Stoff enthalten, gegen den eine bestimmte Person allergisch ist.
Deshalb gilt:
Hypoallergen ist nicht dasselbe wie allergiefrei.
Ist parfumfreie Kosmetik besser für Allergiker?
Für Menschen mit einer Duftstoffallergie ist parfumfreie Hautpflege besonders wichtig.
Duftstoffe werden in vielen kosmetischen Produkten verwendet, beispielsweise in:
- Gesichtscremes,
- Bodylotions,
- Duschgels,
- Shampoos,
- Deodorants,
- Aftershaves und
- Sonnenschutzmitteln.
Wer empfindlich auf Duftstoffe reagiert, kann von Produkten ohne zugesetztes Parfum profitieren.
Allerdings bedeutet „parfumfrei“ wiederum nicht automatisch, dass sämtliche anderen potenziellen Allergene ausgeschlossen sind.
Welche Inhaltsstoffe können Allergien auslösen?
Grundsätzlich kann eine Kontaktallergie gegen zahlreiche Inhaltsstoffe entstehen. Häufig relevant sind unter anderem:
- Duftstoffe,
- bestimmte Konservierungsstoffe,
- ätherische Öle,
- einzelne Pflanzenextrakte,
- Farbstoffe,
- Haarfärbemittel und
- bestimmte Inhaltsstoffe in Nagel- und Kosmetikprodukten.
Welche Stoffe tatsächlich problematisch sind, unterscheidet sich von Person zu Person.
Deshalb kann ein Produkt, das von vielen Menschen mit empfindlicher Haut problemlos verwendet wird, bei einem einzelnen Allergiker trotzdem Beschwerden hervorrufen.
Typische Symptome einer Kosmetikallergie
Eine allergische Kontaktreaktion kann sich unter anderem bemerkbar machen durch:
- Rötungen,
- Juckreiz,
- Brennen,
- Schwellungen,
- kleine Bläschen,
- trockene oder schuppende Haut und
- entzündete Hautstellen.
Die Beschwerden müssen nicht immer unmittelbar nach dem Auftragen auftreten. Bei einer Kontaktallergie können sich Symptome auch erst Stunden oder später bemerkbar machen.
Empfindliche Haut oder Allergie?
Empfindliche Haut ist nicht automatisch allergische Haut.
| Empfindliche Haut | Kontaktallergie |
|---|---|
| Kann schnell auf Wärme, Kälte oder Kosmetik reagieren. | Das Immunsystem reagiert auf einen bestimmten Stoff. |
| Häufig Brennen, Spannen oder Rötung. | Häufig Juckreiz, Ekzem, Rötung oder Bläschen. |
| Nicht zwingend eine Allergie vorhanden. | Bestimmter Allergieauslöser kann häufig ermittelt werden. |
| Viele unterschiedliche Auslöser möglich. | Kontakt mit dem Allergen löst erneut Beschwerden aus. |
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Pflege bei empfindlicher Haut nicht automatisch auch für eine bekannte Kontaktallergie geeignet sein muss.
Welche Produkte kommen infrage?
Auf dem Markt gibt es zahlreiche Produktlinien, die speziell für empfindliche oder zu Allergien neigende Haut entwickelt wurden. Dabei muss nicht zwingend eine bestimmte Marke verwendet werden.
Beispiele sind:
ZARQA
ZARQA bietet verschiedene Produkte für empfindliche Haut an. Die Marke setzt unter anderem auf parfumfreie und als hypoallergen bezeichnete Formulierungen.
Zum Sortiment gehören beispielsweise:
- Gesichtscremes für empfindliche Haut,
- Pflege für besonders trockene Haut,
- Duschpflege und
- Sonnenschutzprodukte.
Auch hier sollte bei einer bekannten Kontaktallergie die konkrete Inhaltsstoffliste des jeweiligen Produktes geprüft werden.
Eucerin Ultra Sensitive
Die Produktlinie Eucerin Ultra Sensitive richtet sich an besonders empfindliche Haut.
Es gibt beispielsweise unterschiedliche Gesichtscremes für:
- normale bis Mischhaut und
- trockene Haut.
Die entsprechenden Produkte werden ohne Duftstoffe angeboten und sind deshalb insbesondere für Menschen interessant, die Duftstoffe vermeiden möchten.
La Roche-Posay Toleriane Dermallergo
Die Serie Toleriane Dermallergo von La Roche-Posay wurde für empfindliche und zu Allergien neigende Haut entwickelt.
Zur Serie gehören beispielsweise:
- Gesichtscreme,
- leichtes Fluid und
- Nachtpflege.
Auch diese Produkte werden speziell für sehr empfindliche beziehungsweise zu Allergien neigende Haut angeboten.
Welches Produkt ist das beste?
Ein bestimmtes Produkt pauschal als „beste Creme für Allergiker“ zu bezeichnen, wäre nicht sinnvoll.
Die geeignete Pflege hängt unter anderem davon ab:
- ob eine konkrete Kontaktallergie besteht,
- welche Allergene gemieden werden müssen,
- ob die Haut trocken oder fettig ist,
- ob Neurodermitis oder andere Hautprobleme bestehen,
- welche Körperregion gepflegt werden soll und
- wie die Haut auf das jeweilige Produkt reagiert.
Ein sehr gutes Produkt für eine Person kann für eine andere ungeeignet sein.
Die Inhaltsstoffliste ist wichtiger als die Marke
Bei einer bekannten Kontaktallergie sollte nicht in erster Linie nach einer bestimmten Marke gesucht werden.
Wichtiger ist die sogenannte INCI-Liste auf der Verpackung.
Dort werden die Inhaltsstoffe eines kosmetischen Produktes aufgeführt.
Wer nach einem Allergietest weiß, gegen welchen Stoff er allergisch ist, kann die Inhaltsstoffliste gezielt darauf kontrollieren.
Das ist wesentlich zuverlässiger als sich ausschließlich auf Angaben wie:
- für sensible Haut,
- dermatologisch getestet,
- natürlich,
- hypoallergen oder
- besonders mild
zu verlassen.
Ist Naturkosmetik besser bei Allergien?
Nicht unbedingt.
Der Begriff „natürlich“ sagt wenig darüber aus, wie hoch das Allergierisiko eines Produktes ist.
Auch natürliche Inhaltsstoffe können Allergien auslösen.
Das gilt beispielsweise für verschiedene:
- ätherische Öle,
- Pflanzenextrakte,
- Duftstoffe und
- Harze.
Bei einer Allergie ist daher nicht entscheidend, ob ein Stoff natürlichen oder synthetischen Ursprungs ist. Entscheidend ist, ob man ihn verträgt.
Vorsicht bei ätherischen Ölen
Ätherische Öle werden häufig mit besonders natürlicher und schonender Hautpflege in Verbindung gebracht.
Für empfindliche und allergieanfällige Haut sind sie jedoch nicht automatisch die beste Wahl.
Einige enthalten Duftstoffe, die Kontaktallergien auslösen können.
Wer bereits auf Duftstoffe reagiert, sollte deshalb auch bei Naturkosmetik genau auf die Inhaltsstoffe achten.
Was bedeutet „dermatologisch getestet“?
Die Angabe „dermatologisch getestet“ bedeutet grundsätzlich, dass ein Produkt unter dermatologischer Kontrolle getestet wurde.
Sie bedeutet jedoch nicht, dass:
- das Produkt garantiert keine Allergien auslöst,
- es für jede Hautkrankheit geeignet ist oder
- jeder Allergiker es verträgt.
Auch diese Angabe ersetzt daher nicht den Blick auf die Inhaltsstoffe.
Neue Pflege zunächst vorsichtig ausprobieren
Menschen mit sehr empfindlicher Haut können ein neues Pflegeprodukt zunächst auf einer kleinen Hautstelle ausprobieren.
Geeignet kann beispielsweise eine kleine Stelle am Unterarm sein.
Treten anschließend:
- starker Juckreiz,
- deutliche Rötung,
- Schwellungen,
- Bläschen oder
- andere ausgeprägte Beschwerden
auf, sollte das Produkt nicht weiter verwendet werden.
Ein solcher Selbsttest kann eine ärztliche Allergiediagnostik allerdings nicht ersetzen.
Was tun bei einer Reaktion auf eine Creme?
Kommt es nach der Verwendung eines neuen Kosmetikproduktes zu Hautbeschwerden, sollte das Produkt zunächst nicht weiter verwendet werden.
Hilfreich kann es sein, die Verpackung beziehungsweise die Inhaltsstoffliste aufzubewahren. Dadurch lässt sich später besser nachvollziehen, welche Stoffe als mögliche Auslöser infrage kommen.
Bei starken, wiederkehrenden oder länger anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache ärztlich beziehungsweise dermatologisch abgeklärt werden.
Allergietest beim Hautarzt
Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie kann ein Hautarzt einen sogenannten Epikutantest durchführen.
Dabei werden verschiedene mögliche Allergene für eine bestimmte Zeit auf die Haut aufgebracht.
Anhand der Hautreaktionen kann anschließend festgestellt werden, ob eine Kontaktallergie gegen einen bestimmten Stoff besteht.
Wurde das Allergen identifiziert, können Pflegeprodukte wesentlich gezielter ausgewählt werden.
Weniger Produkte können besser sein
Wer sehr empfindliche Haut besitzt, benötigt nicht zwangsläufig eine große Zahl unterschiedlicher Pflegeprodukte.
Eine einfache Pflegeroutine kann beispielsweise bestehen aus:
- milder Reinigung,
- einer gut verträglichen Feuchtigkeitspflege und
- einem geeigneten Sonnenschutz.
Je mehr unterschiedliche Produkte gleichzeitig verwendet werden, desto schwieriger kann es zudem sein, bei einer Hautreaktion den verantwortlichen Inhaltsstoff zu finden.
Hautpflege bei trockener und empfindlicher Haut
Sehr trockene Haut besitzt häufig eine beeinträchtigte Hautbarriere.
Geeignete Cremes können helfen, der Haut Feuchtigkeit und Lipide zuzuführen.
Häufig verwendete Bestandteile entsprechender Pflegeprodukte sind beispielsweise:
- Glycerin,
- Ceramide,
- Squalan und
- weitere rückfettende Inhaltsstoffe.
Auch hier gilt allerdings: Eine gute allgemeine Verträglichkeit bedeutet nicht, dass jeder einzelne Inhaltsstoff von jedem Allergiker vertragen wird.
Gesichtscreme für Allergiker
Die Gesichtshaut ist besonders häufig Kosmetikprodukten ausgesetzt.
Wer zu Allergien und Hautreizungen neigt, kann deshalb bei einer Gesichtscreme besonders auf folgende Punkte achten:
- parfumfreie Formulierung,
- möglichst wenige unnötige Zusatzstoffe,
- passend zum eigenen Hauttyp,
- bekannte Allergene meiden und
- bei sehr empfindlicher Haut nicht ständig die Produkte wechseln.
Duschgel und Shampoo bei Allergien
Nicht nur Cremes können Kontaktallergien hervorrufen. Auch Duschgel und Shampoo enthalten zahlreiche Inhaltsstoffe, die mit der Haut in Berührung kommen.
Bei empfindlicher Haut können milde, parfumfreie Produkte eine Alternative zu stark parfümierten Varianten darstellen.
Bei einer bekannten Allergie sollte wiederum die vollständige Inhaltsstoffliste kontrolliert werden.
Sonnenschutz bei empfindlicher Haut
Auch bei empfindlicher Haut ist ausreichender Sonnenschutz wichtig.
Wer auf bestimmte Sonnenschutzprodukte reagiert, kann unterschiedliche Formulierungen ausprobieren. Für empfindliche Haut werden unter anderem parfumfreie Sonnenschutzprodukte angeboten.
Besteht eine bekannte Allergie gegen einen bestimmten UV-Filter oder Hilfsstoff, muss dieser gezielt gemieden werden.
Produkte für Allergiker – worauf beim Kauf achten?
| Angabe | Was sie bedeutet |
|---|---|
| Parfumfrei | Besonders interessant bei Duftstoffallergien |
| Hypoallergen | Allergierisiko soll reduziert sein, ist aber nicht ausgeschlossen |
| Sensitive | Produkt ist für empfindliche Haut gedacht |
| Dermatologisch getestet | Unter dermatologischer Kontrolle getestet |
| Naturkosmetik | Ist nicht automatisch allergikerfreundlicher |
| Kurze INCI-Liste | Kann die Suche nach möglichen Auslösern vereinfachen |
Häufige Fragen zu Hautpflege bei Allergien
Welche Creme ist bei Allergien am besten?
Eine pauschal beste Creme gibt es nicht. Entscheidend ist, welche Inhaltsstoffe die jeweilige Person verträgt und gegen welche Stoffe möglicherweise eine Kontaktallergie besteht.
Sind hypoallergene Produkte allergiefrei?
Nein. Hypoallergen bedeutet lediglich, dass das Risiko allergischer Reaktionen möglichst gering gehalten werden soll. Eine allergische Reaktion kann trotzdem auftreten.
Sollten Allergiker parfumfreie Produkte verwenden?
Bei einer bekannten Duftstoffallergie sind parfumfreie Produkte besonders sinnvoll. Auch Menschen mit empfindlicher Haut empfinden sie häufig als angenehmer.
Ist ZARQA für Allergiker geeignet?
ZARQA bietet parfumfreie und als hypoallergen bezeichnete Produkte für empfindliche Haut an. Ob ein bestimmtes Produkt bei einer individuellen Allergie geeignet ist, hängt jedoch von dessen Inhaltsstoffen und dem jeweiligen Allergieauslöser ab.
Welche anderen Produkte gibt es?
Neben ZARQA gibt es beispielsweise Pflegeserien wie Eucerin Ultra Sensitive oder La Roche-Posay Toleriane Dermallergo, die speziell für sehr empfindliche beziehungsweise zu Allergien neigende Haut angeboten werden.
Ist Naturkosmetik besser für Allergiker?
Nicht grundsätzlich. Auch natürliche Duftstoffe, ätherische Öle und Pflanzenextrakte können Kontaktallergien auslösen.
Kann man plötzlich auf eine jahrelang verwendete Creme allergisch reagieren?
Ja. Eine Kontaktallergie kann sich erst nach wiederholtem Kontakt mit einem Stoff entwickeln. Deshalb ist es möglich, dass ein zuvor gut vertragenes Produkt irgendwann Beschwerden verursacht.
Was sollte man bei einer bekannten Kontaktallergie beachten?
Der bekannte Auslöser sollte anhand der Inhaltsstoffliste konsequent gemieden werden. Bei Unsicherheit können Hautarzt oder Apotheke bei der Auswahl geeigneter Produkte helfen.
Fazit
Bei Allergien und empfindlicher Haut ist nicht die Marke eines Pflegeproduktes entscheidend, sondern seine Zusammensetzung. Parfumfreie und möglichst reizarm formulierte Produkte können eine gute Ausgangsbasis sein.
Produktserien wie ZARQA, Eucerin Ultra Sensitive oder La Roche-Posay Toleriane Dermallergo richten sich gezielt an empfindliche Haut. Auch solche Produkte sind jedoch nicht automatisch für jeden Allergiker geeignet.
Wer seine konkreten Allergieauslöser kennt und die Inhaltsstofflisten überprüft, kann Hautpflege wesentlich gezielter auswählen. Bei wiederkehrenden Hautreaktionen ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll.