
Eine echte Kaffee-Allergie ist möglich, aber selten. Wesentlich häufiger reagieren Menschen empfindlich auf Koffein. Herzklopfen, Zittern, Schwitzen, Unruhe oder Übelkeit nach mehreren Tassen Kaffee sprechen deshalb nicht automatisch für eine Allergie.
Bei einer echten Allergie reagiert das Immunsystem auf einen bestimmten Bestandteil. Auslöser können Bestandteile der Kaffeebohne und in sehr seltenen Fällen auch Koffein sein. Beschwerden nach Kaffee können außerdem von Milch, pflanzlichen Drinks, Aromastoffen oder anderen Zutaten stammen.
Kurz erklärt:
- Kaffee-Allergie: Immunreaktion, beispielsweise mit Hautausschlag, Schwellungen oder Atembeschwerden.
- Koffeinempfindlichkeit: dosisabhängige Reaktion mit Herzklopfen, Zittern, Unruhe oder Schlafproblemen.
- Andere Unverträglichkeit: Beschwerden durch Säuren, Zusatzstoffe, Milch oder weitere Bestandteile des Getränks.
Allergie oder Koffeinempfindlichkeit?
Koffein regt das zentrale Nervensystem an, erhöht die Aufmerksamkeit und wirkt Müdigkeit entgegen. Manche Menschen reagieren jedoch bereits auf kleine Mengen empfindlich. Typische Folgen einer solchen Koffeinempfindlichkeit sind:
- innere Unruhe und Nervosität
- Zittern und starkes Schwitzen
- Herzklopfen oder beschleunigter Puls
- Übelkeit und Magenbeschwerden
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
Diese Beschwerden sind unangenehm, entsprechen aber nicht automatisch einer allergischen Reaktion. Häufig hängen sie von der konsumierten Menge, der individuellen Empfindlichkeit und weiteren Faktoren wie Medikamenten, Schlafmangel oder Stress ab.
Eine echte Allergie kann dagegen bereits nach einer kleinen Menge auftreten und Haut, Schleimhäute, Atemwege, Kreislauf oder Magen-Darm-Trakt betreffen. Allergische Reaktionen auf Koffein sind in der medizinischen Literatur beschrieben, gelten jedoch als ausgesprochen selten.
Schwarzer Kaffee enthält ohne Milch und Zucker nur wenige Kalorien. Wer sich allgemein mit kalorienarmen Getränken und einer Diät beschäftigt, sollte trotzdem berücksichtigen, dass Kaffee Wasser nicht vollständig ersetzen sollte und die individuelle Verträglichkeit entscheidend bleibt.
Welche Bestandteile des Kaffees können Beschwerden auslösen?
Kaffeebohnen sind die Samen verschiedener Kaffeepflanzen aus der Familie der Rötegewächse, den Rubiaceae. Wirtschaftlich besonders bedeutend sind Arabica-Kaffee aus Coffea arabica und Robusta-Kaffee aus Coffea canephora.
Neben Koffein enthält Kaffee zahlreiche Proteine, Säuren, Öle und Aromastoffe. Eine Reaktion kann sich deshalb nicht ohne Untersuchung einem einzigen Bestandteil zuordnen lassen.
Mögliche Auslöser oder Ursachen sind:
- eine sehr seltene allergische Reaktion auf Koffein
- eine Allergie gegen Bestandteile der Kaffeebohne
- eine Koffeinempfindlichkeit ohne Beteiligung des Immunsystems
- Unverträglichkeit von Säuren oder anderen Bestandteilen
- Milch, Pflanzendrinks, Sirup, Aromen oder Süßstoffe
- Wechselwirkungen mit Medikamenten oder Vorerkrankungen
Allergie gegen grünen Kaffeestaub am Arbeitsplatz
Eine besondere Form ist die berufsbedingte Allergie gegen Staub von grünen Kaffeebohnen. Sie kann bei Menschen auftreten, die in Röstereien, Lagern oder anderen Bereichen der Kaffeeverarbeitung regelmäßig Kaffeestaub einatmen.
Mögliche Beschwerden sind:
- Husten und Kratzen im Hals
- laufende oder verstopfte Nase
- juckende und tränende Augen
- pfeifende Atmung und Atemnot
- berufsbedingtes Asthma
- Hautreizungen nach direktem Kontakt
Beim Rösten verändern sich viele Bestandteile der Bohne. Eine Sensibilisierung gegen grünen Kaffeestaub bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass auch gebrühter Kaffee Beschwerden verursacht. Neben Kaffeeallergenen können in verarbeitenden Betrieben außerdem andere Stäube und Stoffe eine Rolle spielen.
Treten die Beschwerden vor allem während der Arbeit auf und bessern sie sich an arbeitsfreien Tagen, sollte dies ärztlich sowie betriebsärztlich abgeklärt werden.
Welche Lebensmittel enthalten Koffein?
Koffein kommt nicht nur in Kaffee vor. Es ist auch Bestandteil anderer Pflanzen und Produkte. Dazu gehören unter anderem:
- Espresso und andere Kaffeegetränke
- schwarzer und grüner Tee
- Cola
- Energy-Drinks
- Guarana und Kolanuss
- Kakao und Schokolade
- bestimmte Nahrungsergänzungsmittel
- einige Medikamente
Wer tatsächlich auf Koffein reagiert, kann daher auch nach Cola, Tee, Energy-Drinks oder koffeinhaltigen Medikamenten Beschwerden entwickeln. Die enthaltene Menge unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen den verschiedenen Produkten.
Bei Beschwerden nach Mischgetränken muss zudem berücksichtigt werden, dass auch Alkohol oder weitere Zutaten der Auslöser sein können. Informationen dazu finden Sie im Beitrag über die Alkohol-Allergie.
Symptome einer Kaffee-Allergie

Bei einer echten allergischen Reaktion können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:
- Juckreiz, Hautrötungen oder Nesselsucht
- Schwellungen an Lippen, Gesicht oder Augenlidern
- Kribbeln oder Jucken im Mund und Hals
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall
- Husten, pfeifende Atmung oder Atemnot
- Schwindel und Kreislaufprobleme
Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Nervosität, Konzentrationsprobleme und Kopfschmerzen passen dagegen häufig eher zu einer starken Koffeinwirkung oder Koffeinempfindlichkeit. Die Symptome allein erlauben deshalb keine sichere Unterscheidung.
Notfall: Bei Atemnot, deutlicher Schwellung im Mund- oder Rachenraum, Kreislaufproblemen oder Bewusstlosigkeit muss sofort der Notruf 112 verständigt werden. Eine schwere allergische Reaktion kann lebensbedrohlich sein.
Wie wird eine Kaffee-Allergie festgestellt?
Wer nach Kaffee wiederholt Beschwerden entwickelt, sollte zunächst dokumentieren:
- welches Getränk konsumiert wurde
- welche Zutaten enthalten waren
- wie groß die getrunkene Menge war
- wie schnell die Beschwerden begannen
- ob auch Tee, Cola oder Energy-Drinks Symptome auslösen
- ob entkoffeinierter Kaffee vertragen wird
Eine allergologisch erfahrene Ärztin oder ein allergologisch erfahrener Arzt kann anschließend entscheiden, welche Untersuchungen sinnvoll sind. Je nach Verdacht kommen eine ausführliche Anamnese, ein Hauttest, eine Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper oder ein ärztlich überwachter Provokationstest infrage.
Nicht für jeden möglichen Bestandteil stehen standardisierte und aussagekräftige Tests zur Verfügung. Ein unauffälliger Test schließt deshalb nicht jede Form der Unverträglichkeit aus. Weitere Informationen bietet unser Überblick über den Allergietest.
Ein Provokationstest sollte nicht eigenständig zu Hause durchgeführt werden. Das gilt besonders, wenn bereits Schwellungen, Atemprobleme oder Kreislaufbeschwerden aufgetreten sind.
Was tun bei Beschwerden nach Kaffee?
Bis zur ärztlichen Klärung sollte das verdächtige Getränk gemieden werden. Ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch kann dabei helfen, den Zusammenhang mit Kaffee, Koffein oder bestimmten Zusätzen zu erkennen.
Ob entkoffeinierter Kaffee geeignet ist, hängt von der Ursache ab:
- Bei einer Koffeinempfindlichkeit kann entkoffeinierter Kaffee besser verträglich sein.
- Bei einer Allergie gegen Bestandteile der Kaffeebohne kann auch entkoffeinierter Kaffee Beschwerden auslösen.
- Bei einer Reaktion auf Milch, Aromen oder andere Zusätze muss nicht der Kaffee selbst der Auslöser sein.
Auch „Light“ oder „Zero“ bedeutet bei Cola nicht automatisch koffeinfrei. Entscheidend ist die Zutatenliste beziehungsweise die Kennzeichnung des Getränks.
Akute allergische Beschwerden können je nach Schweregrad mit Antihistaminika oder anderen ärztlich empfohlenen Medikamenten behandelt werden. Wer bereits eine schwere Reaktion erlebt hat, sollte mit einer allergologischen Praxis klären, ob ein Notfallset erforderlich ist. Medikamente sollten nicht auf eigene Faust eingesetzt werden, um trotz wiederkehrender Reaktionen weiterhin Kaffee zu trinken.
Fazit: Kaffee-Allergie ist nicht gleich Koffeinempfindlichkeit
Eine echte Kaffee-Allergie oder Koffeinallergie ist selten. Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Unruhe oder Übelkeit entstehen deutlich häufiger durch eine starke Koffeinwirkung oder individuelle Empfindlichkeit.
Hautreaktionen, Schwellungen, Atembeschwerden oder Kreislaufprobleme können dagegen auf eine Allergie hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden. Entkoffeinierter Kaffee ist nur dann eine mögliche Alternative, wenn tatsächlich das Koffein und nicht ein anderer Bestandteil der Kaffeebohne oder des Getränks die Beschwerden verursacht.
Es gibt schlimmeres.
Eine Allergie gegen das Emirat Ostfriesland z.B…
Koffein unverträglichkeit kann auch magen krämpfe auslösen sowie diahröh.