Platin – seltenes Edelmetall mit großer wirtschaftlicher Bedeutung
Platin ist ein seltenes, silbrig-weißes Edelmetall. Es wird für Schmuck, in der Fahrzeugtechnik, in der chemischen Industrie, in der Medizin und in zahlreichen weiteren technischen Anwendungen eingesetzt. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften und seines begrenzten natürlichen Vorkommens besitzt Platin zudem Bedeutung als Anlage- und Edelmetall.
Das chemische Symbol von Platin lautet Pt, die Ordnungszahl ist 78. Platin gehört zusammen mit Palladium, Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium zur Gruppe der Platinmetalle.
Was ist Platin?
Platin ist ein chemisches Element und zählt zu den Übergangsmetallen. Es besitzt eine hohe Dichte, ist vergleichsweise weich und lässt sich gut verformen.
Besonders interessant ist seine hohe Beständigkeit gegenüber Korrosion und zahlreichen chemischen Einflüssen.
Wichtige Eigenschaften von Platin sind:
- chemisches Symbol: Pt
- Ordnungszahl: 78
- silbrig-weiße Farbe
- Dichte von etwa 21,45 g/cm³
- Schmelzpunkt von rund 1.768 °C
- hohe Korrosionsbeständigkeit
- gute Verformbarkeit
- ausgeprägte katalytische Eigenschaften
Platin gehört zu den besonders dichten Metallen. Ein gleich großes Stück Platin ist beispielsweise deutlich schwerer als ein Stück Silber.
Ist Platin ein Edelmetall?
Ja. Platin gehört zu den Edelmetallen.
Edelmetalle zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie gegenüber vielen chemischen Einflüssen relativ beständig sind. Zu den bekannten Edelmetallen gehören beispielsweise:
- Gold
- Silber
- Platin
- Palladium
- Rhodium
- Iridium
Platin ist aufgrund seiner Seltenheit und seiner technischen Eigenschaften wirtschaftlich besonders interessant.
Woher kommt der Name Platin?
Der Name geht auf das spanische Wort „platina“ zurück, das sich von „plata“ für Silber ableitet.
Europäische Beobachter hielten das silbrig aussehende Metall zunächst für eine Art minderwertiges Silber. Später erkannte man, dass es sich um ein eigenständiges Element mit außergewöhnlichen Eigenschaften handelt.
Heute gehört Platin zu den wertvollen industriell genutzten Edelmetallen.
Wo kommt Platin vor?
Platin ist in der Erdkruste ausgesprochen selten. Es kann gediegen, also in metallischer Form, vorkommen, befindet sich aber häufig zusammen mit anderen Platinmetallen in entsprechenden Erzen.
Bedeutende Vorkommen der Platingruppenmetalle befinden sich insbesondere im südlichen Afrika. Auch Russland und einige weitere Länder spielen bei der Gewinnung eine Rolle.
Die starke geografische Konzentration der Förderung ist wirtschaftlich relevant. Politische, wirtschaftliche oder logistische Probleme in wichtigen Förderregionen können sich auf das weltweite Angebot und damit auf den Platinpreis auswirken.
Wie wird Platin gewonnen?
Platin wird aus entsprechenden Erzen gewonnen und häufig gemeinsam mit anderen Metallen gefördert.
Die Gewinnung ist aufwendig. Nach dem Abbau muss das Erz in mehreren Arbeitsschritten verarbeitet und die verschiedenen enthaltenen Metalle voneinander getrennt werden.
Vom Abbau des Erzes bis zum hochreinen Platin sind daher zahlreiche mechanische, chemische und metallurgische Verarbeitungsschritte notwendig.
Daneben spielt das Recycling von Platin eine wichtige Rolle.
Wofür wird Platin verwendet?
Platin besitzt zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Ein erheblicher Teil der Nachfrage entsteht nicht durch Schmuck oder Geldanlage, sondern durch industrielle Anwendungen.
Zu den wichtigen Bereichen gehören:
- Fahrzeugtechnik
- chemische Industrie
- Schmuckindustrie
- Elektrotechnik
- Medizintechnik
- Labortechnik
- Erdölverarbeitung
- Wasserstofftechnologien
- Brennstoffzellen
- Geldanlage
Besonders wertvoll sind dabei die katalytischen Eigenschaften des Metalls.
Platin in Fahrzeugkatalysatoren
Eine der bekanntesten Anwendungen ist der Abgaskatalysator von Kraftfahrzeugen.
Platin und andere Platinmetalle können chemische Reaktionen unterstützen, ohne dabei selbst in gleichem Umfang verbraucht zu werden. Dadurch können schädliche Bestandteile der Fahrzeugabgase in weniger problematische Stoffe umgewandelt werden.
Neben Platin werden in Fahrzeugkatalysatoren insbesondere Palladium und Rhodium eingesetzt.
Welche Metalle und Mengen verwendet werden, hängt unter anderem von Motorart, Abgasnachbehandlung und technischen Anforderungen ab.
Platin und Wasserstoff
Platin besitzt auch für bestimmte Wasserstofftechnologien große Bedeutung.
Das Metall kann beispielsweise als Katalysator in bestimmten Brennstoffzellen und bei der Wasserelektrolyse eingesetzt werden.
Eine steigende Bedeutung der Wasserstoffwirtschaft könnte deshalb langfristig zusätzliche Nachfrage nach Platin erzeugen. Gleichzeitig versuchen Forschung und Industrie, den benötigten Platinanteil zu reduzieren oder alternative Materialien einzusetzen.
Die zukünftige Nachfrage ist daher nicht allein von der Verbreitung einer Technologie abhängig.
Platin in der Schmuckindustrie
Platin wird aufgrund seiner hellen Farbe und hohen Beständigkeit gerne für hochwertigen Schmuck verwendet.
Typische Produkte sind:
- Eheringe
- Verlobungsringe
- Halsketten
- Armbänder
- Ohrringe
- hochwertige Uhren
Ein Vorteil ist, dass Platin seine natürliche weißlich-silbrige Farbe besitzt. Es benötigt daher keine Beschichtung, um weiß zu erscheinen.
Durch seine hohe Dichte fühlen sich Schmuckstücke aus Platin zudem vergleichsweise schwer an.
Was bedeutet Platin 950?
Bei Platinschmuck findet man häufig Angaben wie Pt950 oder „Platin 950“.
Die Zahl gibt den Feingehalt an.
950er Platin enthält 950 Teile Platin von 1.000 Teilen Legierung.
Das entspricht einem Platinanteil von 95 Prozent.
Die restlichen Bestandteile können aus anderen Metallen bestehen, die beispielsweise die Verarbeitungseigenschaften der Legierung beeinflussen.
Platin oder Weißgold – was ist der Unterschied?
Platin und Weißgold können optisch ähnlich aussehen, sind aber grundverschieden.
Platin ist ein eigenständiges chemisches Element. Weißgold ist dagegen eine Goldlegierung, bei der Gold mit anderen Metallen kombiniert wird, um eine hellere Farbe zu erhalten.
Wichtige Unterschiede bestehen unter anderem bei:
- Zusammensetzung
- Dichte
- Feingehalt
- Farbe
- Verarbeitung
- Preis
- Gewicht des Schmuckstücks
Platin besitzt von Natur aus eine weißlich-silbrige Farbe und ist deutlich dichter als typische Goldlegierungen.
Platin oder Silber?
Auch Silber kann Platin optisch ähneln. Die Metalle unterscheiden sich jedoch erheblich.
Platin ist wesentlich dichter und besitzt eine sehr hohe chemische Beständigkeit.
Silber kann dagegen mit schwefelhaltigen Verbindungen reagieren und dadurch mit der Zeit dunkel anlaufen.
Zudem unterscheiden sich beide Metalle deutlich hinsichtlich Vorkommen, industrieller Verwendung und Marktpreis.
Ist Platin wertvoller als Gold?
Nicht zwangsläufig.
Obwohl Platin seltener ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass eine Feinunze Platin immer mehr kostet als eine Feinunze Gold.
Der Marktpreis entsteht durch Angebot und Nachfrage.
Bei Platin spielen insbesondere industrielle Nachfrage, Automobilindustrie, Schmucknachfrage, Recycling und Minenproduktion eine wichtige Rolle.
Gold besitzt dagegen eine besonders starke Stellung als Anlage-, Reserve- und Währungsmetall.
Deshalb kann Gold zeitweise wesentlich teurer als Platin sein, obwohl Platin geologisch seltener ist.
Wie entsteht der Platinpreis?
Platin wird international gehandelt. Der Marktpreis wird üblicherweise pro Feinunze (Troy Ounce) angegeben.
Eine Feinunze entspricht ungefähr 31,1035 Gramm.
Der Platinpreis wird unter anderem beeinflusst durch:
- weltweite Minenproduktion
- Recyclingangebot
- Nachfrage der Automobilindustrie
- Schmucknachfrage
- Entwicklung der Wasserstofftechnologie
- allgemeine Konjunktur
- Wechselkurse
- Investitionsnachfrage
- politische Entwicklungen in Förderländern
- Erwartungen der Marktteilnehmer
Damit kann der Platinpreis erheblich schwanken.
Platin als Geldanlage
Privatanleger können auf unterschiedliche Weise in Platin investieren.
Möglichkeiten sind beispielsweise:
- Platinbarren
- Platinmünzen
- börsengehandelte Produkte
- Aktien von Bergbauunternehmen
- andere Finanzprodukte mit Bezug zum Platinpreis
Physisches Platin wird unter anderem in Form von Barren und Anlagemünzen angeboten.
Bekannte Platin-Anlagemünzen sind beispielsweise Varianten des Maple Leaf, des Wiener Philharmonikers oder des Britannia.
Vorteile von Platin als Geldanlage
Platin besitzt einige Eigenschaften, die das Metall für Anleger interessant machen können.
Dazu gehören:
- begrenztes natürliches Vorkommen
- reale industrielle Nachfrage
- physischer Sachwert
- verschiedene Zukunftsanwendungen
- Möglichkeit zur Diversifikation eines Edelmetallportfolios
Allerdings sollte Platin nicht mit einer sicheren oder automatisch gewinnbringenden Anlage gleichgesetzt werden.
Risiken einer Anlage in Platin
Der Platinpreis kann stark schwanken.
Ein wesentliches Risiko besteht darin, dass Platin deutlich stärker von der industriellen Nachfrage abhängig ist als beispielsweise Gold.
Mögliche Risiken sind:
- konjunkturelle Schwankungen
- Veränderungen der Automobilindustrie
- technologische Veränderungen
- Substitution durch andere Materialien
- Währungsrisiken
- starke Preisschwankungen
- Differenz zwischen An- und Verkaufspreis
- Lagerkosten bei physischem Platin
Platin eignet sich deshalb nicht automatisch für jeden Anleger.
Platin und Mehrwertsteuer
Für Anleger in Deutschland besteht ein wichtiger Unterschied zwischen physischem Anlagegold und Platin.
Bestimmtes Anlagegold kann unter gesetzlichen Voraussetzungen von der Umsatzsteuer befreit sein. Für Platin besteht eine vergleichbare allgemeine Umsatzsteuerbefreiung für Anlageplatin nicht.
Beim Kauf von physischen Platinbarren oder Platinmünzen kann die steuerliche Behandlung deshalb einen erheblichen Einfluss auf die tatsächlichen Anschaffungskosten haben.
Vor einer größeren Investition sollte die jeweils aktuelle steuerliche Situation geprüft werden.
Warum wird Platin recycelt?
Aufgrund des hohen Wertes und des begrenzten natürlichen Angebots lohnt sich die Rückgewinnung von Platin.
Recyclingquellen sind beispielsweise:
- gebrauchte Fahrzeugkatalysatoren
- Industrieschrott
- Produktionsrückstände
- Schmuck
- bestimmte elektronische und technische Bauteile
Recycling reduziert den Bedarf an neu gefördertem Material und stellt einen wichtigen Bestandteil des weltweiten Platinangebots dar.
Platin, Palladium und Rhodium – was ist der Unterschied?
Alle drei Metalle gehören zu den Platinmetallen, sind aber eigenständige chemische Elemente.
Platin (Pt) wird unter anderem in Katalysatoren, Schmuck, Industrie und Wasserstofftechnologien verwendet.
Palladium (Pd) besitzt ebenfalls wichtige katalytische Eigenschaften und wird unter anderem in der Fahrzeugindustrie eingesetzt.
Rhodium (Rh) ist besonders selten und wird ebenfalls vor allem wegen seiner katalytischen Eigenschaften genutzt.
Die Preise der drei Metalle können sich vollkommen unterschiedlich entwickeln, da Angebot und Nachfrage jeweils andere Strukturen besitzen.
Warum ist Platin wirtschaftlich wichtig?
Platin ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Wert eines Rohstoffes nicht ausschließlich durch seine Seltenheit bestimmt wird.
Das Metall verbindet mehrere wirtschaftlich relevante Eigenschaften:
Seltenheit + industrielle Verwendung + schwierige Förderung + Recyclingfähigkeit + Investmentnachfrage
Dadurch reagiert der Platinmarkt sowohl auf Entwicklungen an den Rohstoff- und Finanzmärkten als auch auf Veränderungen einzelner Industriezweige.
Häufige Fragen zu Platin
Ist Platin selten?
Ja. Platin gehört zu den seltenen Elementen der Erdkruste. Wirtschaftlich nutzbare Lagerstätten sind zudem geografisch stark konzentriert.
Ist Platin ein Edelmetall?
Ja. Platin gehört zu den Edelmetallen und ist gleichzeitig das namensgebende Metall der Gruppe der Platinmetalle.
Was bedeutet Pt?
Pt ist das chemische Elementsymbol für Platin.
Was bedeutet Platin 950?
Platin 950 beziehungsweise Pt950 bezeichnet eine Legierung mit einem Platinanteil von 950 Tausendteilen beziehungsweise 95 Prozent.
Wie viel wiegt eine Feinunze Platin?
Eine Feinunze Platin entspricht ungefähr 31,1035 Gramm.
Kann Platin rosten?
Platin besitzt eine sehr hohe Korrosionsbeständigkeit und reagiert unter normalen Alltagsbedingungen wesentlich weniger mit seiner Umgebung als viele unedle Metalle.
Ist Platin immer teurer als Gold?
Nein. Die Preise werden auf unterschiedlichen Märkten durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Gold kann deshalb trotz der Seltenheit von Platin deutlich teurer sein.
Ist Platin eine sichere Geldanlage?
Platin besitzt einen materiellen Wert, sein Marktpreis kann jedoch erheblich schwanken. Eine Investition ist deshalb mit Verlustrisiken verbunden.
Fazit
Platin ist ein seltenes Edelmetall mit dem chemischen Symbol Pt und der Ordnungszahl 78. Seine Kombination aus Korrosionsbeständigkeit, hoher Dichte und hervorragenden katalytischen Eigenschaften macht es für zahlreiche technische Anwendungen wertvoll.
Neben Schmuck spielt Platin insbesondere in Katalysatoren, industriellen Prozessen sowie bestimmten Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien eine Rolle. Gleichzeitig wird das Metall in Form von Münzen und Barren als Sachwert gehandelt.
Für Anleger ist besonders wichtig, Platin nicht einfach mit Gold gleichzusetzen. Sein Preis hängt vergleichsweise stark von der industriellen Nachfrage ab und kann entsprechend deutlich schwanken. Die Seltenheit allein entscheidet daher weder über den aktuellen Preis noch darüber, ob Platin eine attraktive Geldanlage ist.