Die Bezeichnung Derm. farinae steht für Dermatophagoides farinae, eine verbreitete Hausstaubmilbenart. Der Name erscheint häufig auf Allergietest-Ergebnissen, manchmal zusammen mit dem Kürzel d2. Gemeint ist eine Untersuchung auf eine Sensibilisierung gegen Eiweißstoffe dieser Milbe.
Ein positiver Befund bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine behandlungsbedürftige Hausstaubmilbenallergie besteht. Entscheidend ist, ob beim Kontakt mit Milbenallergenen passende Beschwerden auftreten – beispielsweise eine verstopfte Nase am Morgen, Niesanfälle oder juckende Augen.
Was ist Dermatophagoides farinae?
Dermatophagoides farinae gehört zu den Hausstaubmilben. Diese winzigen Spinnentiere ernähren sich unter anderem von abgestorbenen Hautschuppen. Sie kommen auch in gepflegten Wohnungen vor und finden besonders in Matratzen, Bettzeug, Polstermöbeln und Teppichen geeignete Lebensbedingungen.
Die Art wird auch als amerikanische Hausstaubmilbe bezeichnet. Ihr Vorkommen ist jedoch nicht auf Amerika beschränkt.
Hausstaubmilben stechen und beißen nicht. Die allergischen Beschwerden entstehen durch eine Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Eiweißstoffe aus Milbenkot und Milbenkörpern. Diese können sich mit Staub verteilen und eingeatmet werden. Eine Hausstaubmilbenallergie ist deshalb kein Hinweis auf mangelnde Sauberkeit.
Was bedeuten d2, Der f und die anderen Abkürzungen?
| Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| Derm. farinae oder D. farinae | Abkürzung für die Milbenart Dermatophagoides farinae |
| d2 | In verbreiteten Testsystemen der Allergencode für den Gesamtextrakt von Dermatophagoides farinae |
| Der f 1 und Der f 2 | Einzelne allergieauslösende Eiweiße dieser Milbenart |
| Dermatophagoides pteronyssinus | Eine weitere wichtige Hausstaubmilbenart; in verbreiteten Testsystemen mit d1 bezeichnet |
Ein Test auf den Gesamtextrakt und eine Untersuchung einzelner Allergenkomponenten beantworten unterschiedliche Fragen. Welche Untersuchung sinnvoll ist, richtet sich nach Beschwerden und bisherigem Befund.
Welche Symptome kann eine Allergie gegen Derm. farinae verursachen?
Typisch sind Beschwerden an Nase und Augen. Bei manchen Betroffenen sind auch die unteren Atemwege beteiligt.
- Wiederholtes Niesen und Juckreiz in der Nase
- Wässriger Schnupfen oder dauerhaft verstopfte Nase
- Juckende, gerötete oder tränende Augen
- Husten, insbesondere nachts oder morgens
- Pfeifende Atmung, Brustenge oder Atemnot bei allergischem Asthma
- Schlafprobleme und dadurch bedingte Müdigkeit
Bei Menschen mit Neurodermitis können Milbenallergene den Hautzustand mit beeinflussen. Eine Hautverschlechterung allein beweist jedoch keine Milbenallergie.
Die Beschwerden können ganzjährig auftreten. Häufig fallen sie im Bett, beim Aufstehen, beim Bettenmachen oder beim Reinigen stärker auf. Dieses Muster ist ein Hinweis, aber kein sicherer Nachweis: Andere Allergien und nicht allergische Erkrankungen können ähnliche Symptome auslösen.
Derm. farinae positiv: Wie wird der Befund eingeordnet?
Bei einer Blutuntersuchung wird meist spezifisches IgE gegen Milbenallergene bestimmt. Diese Antikörper zeigen, dass das Immunsystem den untersuchten Stoff erkennt. Das bezeichnet man als Sensibilisierung.
Eine Sensibilisierung ist nicht mit einer symptomatischen Allergie gleichzusetzen. Auch Menschen ohne entsprechende Beschwerden können einen positiven Test haben.
Die Höhe des Messwertes oder eine ausgewiesene Klasse erlaubt keine zuverlässige Einteilung in „leichte“ oder „schwere“ Beschwerden. Ein hoher Wert zeigt außerdem nicht, wie viele Milben in der Wohnung leben. Messmethode, Einheit und Referenzbereich des Labors müssen berücksichtigt werden.
Für die ärztliche Beurteilung sind deshalb vor allem folgende Fragen wichtig:
- Welche Beschwerden bestehen und seit wann?
- Treten sie im Schlafzimmer oder in bestimmten Innenräumen verstärkt auf?
- Gibt es beschwerdeärmere Zeiten oder Aufenthaltsorte?
- Passen Haut- oder Bluttest zum beobachteten Verlauf?
- Bestehen Hinweise auf Asthma oder andere Allergien?
Bei unklarer Zuordnung kann eine fachärztliche Untersuchung mit einem nasalen Provokationstest helfen. Bei Husten, pfeifender Atmung oder Atemnot kann zusätzlich eine Lungenfunktionsprüfung erforderlich sein.
Warum sind oft beide Hausstaubmilbenarten positiv?
Dermatophagoides farinae und Dermatophagoides pteronyssinus besitzen ähnliche Allergene. Deshalb können Antikörper gegen beide Milbenarten reagieren. Gleichzeitig kann Kontakt mit beiden Arten bestehen.
Zwei positive Ergebnisse bedeuten daher nicht automatisch zwei voneinander unabhängige Allergien. Für die Behandlung ist vor allem entscheidend, welche Sensibilisierung tatsächlich Beschwerden verursacht.
Was hilft im Schlafzimmer und im Haushalt?
Eine vollständig milbenfreie Wohnung ist kaum erreichbar. Ziel ist, die Belastung durch Milbenallergene zu senken. Besonders sinnvoll ist ein abgestimmtes Vorgehen im Schlafbereich.
| Maßnahme | Worauf achten? |
|---|---|
| Allergendichte Schutzbezüge | Geeignete Encasings umschließen die Matratze vollständig. Bei einem Doppelbett sollten beide Matratzen berücksichtigt werden. |
| Bettwäsche waschen | Regelmäßig bei 60 °C waschen, sofern das Material dafür geeignet ist. Auch die Waschbarkeit von Kissen und Decken beachten. |
| Luftfeuchtigkeit begrenzen | Regelmäßig lüften und die relative Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer kontrollieren; möglichst unter 50 Prozent halten. |
| Staub schonend entfernen | Oberflächen feucht reinigen und beim Saugen auf ein geeignetes Filtersystem achten. |
| Textile Staubreservoire reduzieren | Besonders im Schlafbereich unnötige Dekokissen, schwer waschbare Textilien und viele Stofftiere vermeiden. |
| Maßnahmen gezielt auswählen | Nicht jedes als „allergikergeeignet“ beworbene Produkt bietet nachgewiesenen zusätzlichen Nutzen. |
Wie stark einzelne Maßnahmen die Beschwerden verbessern, ist unterschiedlich. Ein Encasing allein ersetzt nicht immer eine notwendige Behandlung.
Milben abzutöten reicht außerdem nicht aus: Allergene können anschließend im Material verbleiben. Chemische Milbenmittel sollten deshalb nicht die erste Maßnahme sein. Auch ein Luftreiniger ersetzt weder die Reinigung noch die Verringerung der Allergenquellen im Bett.
Welche Medikamente können Beschwerden lindern?
Je nach Beschwerden kommen Antihistaminika als Nasenspray, Augentropfen oder zum Einnehmen sowie kortisonhaltige Nasensprays infrage. Auswahl und Anwendung sollten zu Alter, Begleiterkrankungen und Beschwerdestärke passen.
Kortisonhaltige Nasensprays wirken gegen die Entzündung der Nasenschleimhaut. Für eine gute Wirkung sind die richtige Sprühtechnik und eine regelmäßige Anwendung nach Empfehlung wichtig. Salzhaltige Nasensprays oder Nasenspülungen können ergänzend helfen.
Abschwellende Nasensprays sind dagegen keine Dauerlösung und sollten nur kurzfristig entsprechend der Packungsbeilage verwendet werden.
Bei allergischem Asthma ist eine eigene, ärztlich abgestimmte Behandlung erforderlich. Allergietabletten oder ein Nasenspray ersetzen keine verordnete Asthmatherapie.
Ist eine Hyposensibilisierung gegen Derm. farinae möglich?
Bei einer nachgewiesenen, klinisch bedeutsamen Hausstaubmilbenallergie kann eine Allergen-Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, infrage kommen. Dabei wird das Immunsystem über einen längeren Zeitraum gezielt mit einem geeigneten Allergenpräparat behandelt.
Je nach Präparat erfolgt die Behandlung mit Spritzen unter die Haut oder mit einem Präparat unter der Zunge. Sie dauert üblicherweise mehrere Jahre. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Alter, Beschwerden, Begleiterkrankungen und der Zulassung des konkreten Präparats ab.
Ein positiver d2-Wert allein ist kein ausreichender Grund für eine Immuntherapie. Bei bestehendem Asthma muss dessen Kontrolle vor und während der Behandlung besonders beachtet werden. Die Therapie kann Beschwerden und Medikamentenbedarf verringern, garantiert aber keine vollständige Beschwerdefreiheit.
Muss man wegen Derm. farinae bestimmte Lebensmittel meiden?
Eine Hausstaubmilbensensibilisierung ist zunächst eine Reaktion auf eingeatmete Allergene und keine allgemeine Lebensmittelallergie. Bei manchen Menschen können ähnliche Eiweißstoffe, insbesondere Tropomyosin, Kreuzreaktionen beispielsweise mit Garnelen oder anderen Krustentieren erklären.
Ein positiver Milbentest allein rechtfertigt keine vorsorgliche Diät. Wer entsprechende Lebensmittel problemlos verträgt, sollte sie nicht allein wegen dieses Befundes weglassen. Tatsächliche Reaktionen nach dem Essen gehören gesondert allergologisch abgeklärt.
Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?
Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn Schnupfen und Augenbeschwerden häufig wiederkehren, den Schlaf beeinträchtigen oder dauerhaft Medikamente benötigt werden. Nächtlicher Husten, pfeifende Atmung und Atemnot sollten zeitnah untersucht werden.
Bei ausgeprägter oder rasch zunehmender Atemnot ist sofort medizinische Hilfe erforderlich; im Notfall über 112.
Für den Untersuchungstermin helfen vorhandene Laborbefunde und ein kurzes Beschwerdetagebuch. Darin lassen sich Aufenthaltsort, Tageszeit, Symptome und verwendete Medikamente festhalten. So kann besser beurteilt werden, ob „Derm. farinae positiv“ im persönlichen Fall tatsächlich eine relevante Hausstaubmilbenallergie bedeutet.