E 999 bezeichnet Quillajaextrakt, einen pflanzlichen Lebensmittelzusatzstoff, der unter anderem zur Schaumbildung und Stabilisierung eingesetzt wird. Die E-Nummer allein sagt nicht aus, dass ein Stoff Allergien verursacht. Entscheidend sind der konkrete Zusatzstoff, die aufgenommene Menge und die individuelle Empfindlichkeit.
Einige Zusatzstoffe können bei empfindlichen Menschen allergische oder nicht allergische Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Eine pauschale „Allergie gegen E-Nummern“ gibt es jedoch nicht: Hinter den Nummern stehen sehr unterschiedliche Stoffe.
Was ist E 999?
Quillajaextrakt wird aus dem Seifenrindenbaum gewonnen, insbesondere aus Quillaja saponaria. Der Extrakt enthält Saponine. Diese Stoffe besitzen oberflächenaktive Eigenschaften und können die Bildung beziehungsweise Stabilität von Schaum unterstützen.
E 999 wird beispielsweise bei bestimmten aromatisierten Getränken eingesetzt. Außerdem bestehen geregelte Anwendungen als Emulgator in Aromazubereitungen. Welche Verwendung erlaubt ist, richtet sich nach den jeweiligen europäischen Zulassungsbedingungen.
- E-Nummer: E 999
- Bezeichnung: Quillajaextrakt; auch Quillaia-Extrakt oder Quillaja extract
- Herkunft: pflanzlich
- Wichtige Bestandteile: Saponine
- Technologische Aufgaben: unter anderem Schaumbildung und Emulgierung
Kann E 999 eine Allergie auslösen?
Eine häufige Lebensmittelallergie gegen E 999 ist durch die vorliegenden Bewertungen nicht belegt. Die Behauptung, Quillajaextrakt löse grundsätzlich Allergien aus, wäre deshalb nicht gerechtfertigt. Umgekehrt bedeutet eine Zulassung nicht, dass individuelle Beschwerden unter allen Umständen ausgeschlossen sind.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat Quillajaextrakt bewertet. Dabei geht es unter anderem um Zusammensetzung, aufgenommene Mengen und mögliche gesundheitliche Wirkungen. Eine solche Risikobewertung ist von der Diagnose einer persönlichen Allergie zu unterscheiden.
Wer nach einem Getränk Beschwerden entwickelt, sollte außerdem die übrigen Zutaten berücksichtigen. Fruchtsäfte, Milchbestandteile, andere Zusatzstoffe oder weitere Inhaltsstoffe können ebenfalls eine Rolle spielen. Die bloße Anwesenheit von E 999 beweist keinen Zusammenhang.
Allergie oder Unverträglichkeit: Was ist der Unterschied?
Bei einer Allergie ist das Immunsystem an der Reaktion beteiligt. Nicht allergische Überempfindlichkeitsreaktionen können ähnliche Beschwerden verursachen, entstehen aber über andere Mechanismen. Dafür wird teilweise der Begriff „Pseudoallergie“ verwendet.
Wieder andere Beschwerden sind mengenabhängig: Zuckeralkohole können beispielsweise bei größerem Verzehr Blähungen und Durchfall verursachen. Das ist nicht automatisch eine Allergie.
Welche E-Nummern sind für empfindliche Menschen relevant?
| E-Nummer | Zusatzstoff | Mögliche Bedeutung |
|---|---|---|
| E 999 | Quillajaextrakt | Keine belegte häufige Lebensmittelallergie. Wiederholte Beschwerden nach entsprechenden Produkten sollten individuell abgeklärt werden. |
| E 120 | Karminsäure und Karmin | Roter Farbstoff aus Cochenilleschildläusen. Echte allergische Reaktionen sind beschrieben; auch schwere Verläufe sind möglich. |
| E 220–224 und E 226–228 | Schwefeldioxid und Sulfite | Können bei empfindlichen Personen Beschwerden hervorrufen, insbesondere Atemwegsreaktionen bei manchen Menschen mit Asthma. Die Reaktionen sind häufig nicht IgE-vermittelt. |
| E 210–213 | Benzoesäure und Benzoate | Konservierungsstoffe, auf die einzelne Menschen mit Überempfindlichkeitsbeschwerden reagieren können. |
| Beispielsweise E 102 und E 110 | Bestimmte synthetische Farbstoffe | Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich, insgesamt aber selten. Eine Reaktion auf einen Farbstoff bedeutet nicht automatisch eine Unverträglichkeit aller Farbstoffe. |
| E 1105 | Lysozym | Kann aus Hühnerei gewonnen werden und ist dann für Menschen mit Hühnereiallergie relevant. |
| E 322 | Lecithine | Die Herkunft ist wichtig: Lecithine können beispielsweise aus Soja, Ei oder Sonnenblumen stammen. Die Nummer allein bezeichnet keine einheitliche Allergenquelle. |
Die Tabelle ist keine allgemeine Verbotsliste. Auch Menschen mit Allergien müssen nicht vorsorglich sämtliche genannten Zusatzstoffe meiden.
Wie erkennt man Zusatzstoffe auf der Verpackung?
Zusatzstoffe stehen bei verpackten Lebensmitteln in der Regel mit ihrer Funktionsklasse und dem Namen oder der E-Nummer im Zutatenverzeichnis. Eine Angabe kann beispielsweise „Farbstoff: Karmin“ oder „Farbstoff: E 120“ lauten.
Die Kennzeichnung von Zusatzstoffen und die besondere Allergenkennzeichnung sind unterschiedliche Dinge. Quillajaextrakt gehört nicht zu den 14 besonders kennzeichnungspflichtigen Stoffgruppen der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung. Deshalb muss E 999 nicht allein wegen seiner Bezeichnung wie ein Hauptallergen hervorgehoben werden.
Schwefeldioxid und Sulfite sind dagegen bei Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg beziehungsweise 10 mg/l, berechnet als insgesamt vorhandenes Schwefeldioxid, besonders kennzeichnungspflichtig. Diese Schwelle ist eine Kennzeichnungsgrenze und keine persönliche Verträglichkeitsgrenze.
Welche Beschwerden sollten abgeklärt werden?
Nach Lebensmitteln können unter anderem Quaddeln, Juckreiz, Schwellungen, Atemwegsbeschwerden oder Magen-Darm-Probleme auftreten. Diese Symptome sind nicht spezifisch für Zusatzstoffe und können verschiedene Ursachen haben.
Bei Atemnot, Schwellungen im Rachen, Kreislaufproblemen oder einer rasch zunehmenden Reaktion sofort 112 rufen. Wer einen ärztlich verordneten Adrenalin-Autoinjektor besitzt, sollte den persönlichen Notfallplan befolgen.
Was hilft bei Verdacht auf eine Zusatzstoffreaktion?
- Produkt dokumentieren: Verpackung und vollständige Zutatenliste aufbewahren oder fotografieren.
- Verlauf notieren: Menge, Zeitpunkt, Beschwerden und gleichzeitig verzehrte Lebensmittel festhalten.
- Ärztlich abklären: Wiederholte oder stärkere Reaktionen gehören in eine allergologische Untersuchung.
- Gezielt untersuchen: Je nach vermutetem Auslöser kommen unterschiedliche Verfahren infrage. Für viele nicht allergischen Reaktionen gibt es keinen zuverlässigen einfachen Bluttest.
- Keine riskanten Selbstversuche: Ein verdächtiges Produkt nach einer stärkeren Reaktion nicht eigenständig erneut testen.
Eine zeitlich begrenzte Ernährungsumstellung und gegebenenfalls eine kontrollierte Provokation können Teil der Diagnostik sein. Das sollte fachlich begleitet werden, damit unnötige Einschränkungen vermieden werden.
Muss man alle E-Nummern vermeiden?
Nein. Eine E-Nummer ist keine Gefahrenkennzeichnung. Auch bekannte Stoffe wie Vitamin C als Ascorbinsäure oder Pektin tragen E-Nummern. Weder „natürlich“ noch „synthetisch“ entscheidet allein darüber, ob ein Stoff vertragen wird.
Für den Alltag ist eine möglichst genaue Diagnose hilfreicher als eine lange pauschale Verbotsliste. Wer seinen tatsächlichen Auslöser kennt, kann Zutatenlisten gezielt prüfen und sich weiterhin abwechslungsreich ernähren.