Meerschweinchen gehören zu den beliebtesten Kleintieren und werden häufig als Haustiere gehalten. Sie gelten als soziale, neugierige Tiere und werden meist in Gruppen gehalten. Für Allergiker kann die Haltung eines Meerschweinchens allerdings besondere Herausforderungen mit sich bringen.
Denn nicht nur Katzen und Hunde können Allergien auslösen. Auch bei Meerschweinchen kommen verschiedene tierische Allergene vor. Zusätzlich können Heu, Einstreu, Staub oder Schimmelbestandteile Beschwerden verursachen.
Wer beim Kontakt mit einem Meerschweinchen regelmäßig niesen muss, juckende Augen bekommt oder Atemwegsbeschwerden entwickelt, sollte deshalb nicht vorschnell davon ausgehen, dass ausschließlich das Fell des Tieres verantwortlich ist.
Was sind Meerschweinchen?
Das Hausmeerschweinchen trägt den wissenschaftlichen Namen Cavia porcellus und stammt ursprünglich von südamerikanischen Meerschweinchenarten ab.
Meerschweinchen gehören zu den Nagetieren und sind Pflanzenfresser.
Als Haustiere benötigen sie unter anderem:
- ausreichend Platz
- Kontakt zu Artgenossen
- geeignetes Heu und Frischfutter
- Rückzugsmöglichkeiten
- regelmäßige Reinigung des Geheges
Gerade Heu spielt bei der Ernährung eine wichtige Rolle. Für Allergiker kann dies allerdings problematisch sein, weil neben den Tierallergenen auch Bestandteile des Heus Beschwerden verursachen können.
Kann man gegen Meerschweinchen allergisch sein?
Ja. Eine Meerschweinchen-Allergie ist möglich.
Dabei handelt es sich normalerweise nicht um eine Allergie gegen die Haare selbst. Verantwortlich sind bestimmte Eiweiße des Tieres.
Diese Allergene können unter anderem vorkommen in:
- Hautschuppen
- Speichel
- Urin
- Fell beziehungsweise daran haftenden Partikeln
Durch Bewegung des Tieres, Einstreu und Reinigung des Geheges können allergenhaltige Partikel in die Umgebung gelangen.
Sie können sich anschließend auf Kleidung, Möbeln, Böden und anderen Oberflächen verteilen.
Meerschweinchen-Allergie ist keine reine Tierhaarallergie
Umgangssprachlich wird häufig von einer Tierhaarallergie gesprochen.
Diese Bezeichnung ist jedoch etwas irreführend.
Das Haar des Meerschweinchens ist normalerweise nicht der eigentliche allergieauslösende Stoff. Vielmehr können allergene Proteine aus Haut, Speichel oder Urin an den Haaren haften.
Das Fell kann die Allergene anschließend in der Umgebung verteilen.
Deshalb bedeutet:
Weniger Haare nicht automatisch weniger Allergene.
Welche Allergene besitzt das Meerschweinchen?
Für das Meerschweinchen sind inzwischen mehrere Allergene beschrieben worden.
Dazu gehören unter anderem:
- Cav p 1
- Cav p 2
- Cav p 3
- Cav p 4
- Cav p 6
Mehrere wichtige Meerschweinchenallergene gehören zur Gruppe der sogenannten Lipocaline.
Diese Proteinart findet sich auch bei verschiedenen anderen Säugetieren.
Für die Diagnose kann die genaue Unterscheidung einzelner Allergenkomponenten interessant sein, insbesondere wenn eine Person gleichzeitig gegen andere Tiere sensibilisiert ist.
Wo befinden sich die Meerschweinchenallergene?
Allergene wurden unter anderem in beziehungsweise an:
- Haaren
- Hautschuppen
- Speichel
- Urin
nachgewiesen.
Besonders beim Reinigen eines Geheges können eingetrocknete Partikel zusammen mit Staub aufgewirbelt werden.
Dadurch können Allergene eingeatmet werden, ohne dass das Meerschweinchen unmittelbar berührt wird.
Symptome einer Meerschweinchen-Allergie
Die Beschwerden ähneln denen anderer Tierallergien.
Mögliche Symptome sind:
- Niesen
- laufende Nase
- verstopfte Nase
- Juckreiz in der Nase
- gerötete Augen
- juckende Augen
- tränende Augen
- Husten
- gereizte Atemwege
- Hautreaktionen nach engem Kontakt
Bei empfindlichen Personen können auch Beschwerden der unteren Atemwege auftreten.
Meerschweinchen-Allergie und Asthma
Tierallergene können bei entsprechend sensibilisierten Menschen auch die unteren Atemwege betreffen.
Mögliche Warnzeichen sind:
- wiederkehrender Husten
- pfeifende Atmung
- Engegefühl im Brustkorb
- Atemnot
Solche Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.
Eine plötzlich auftretende starke Atemnot oder eine schwere allergische Reaktion kann einen medizinischen Notfall darstellen.
Können Meerschweinchen schwere Allergien auslösen?
Schwere allergische Reaktionen auf Meerschweinchen sind selten, aber medizinisch beschrieben.
In Einzelfällen wurden beispielsweise ausgeprägte Schwellungen und starke Atemwegsreaktionen nach engem Kontakt beziehungsweise beim Reinigen eines Meerschweinchenkäfigs beobachtet.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Meerschweinchen-Allergie grundsätzlich gefährlich verläuft.
Bei den meisten Tierallergien stehen Beschwerden an Nase, Augen und Atemwegen im Vordergrund.
Hautausschlag nach Kontakt mit einem Meerschweinchen
Nach engem Kontakt können bei manchen Allergikern Hautsymptome auftreten.
Möglich sind:
- Rötungen
- Juckreiz
- Quaddeln
- örtliche Schwellungen
Besonders auffällig kann dies an Stellen sein, die unmittelbar mit Tier, Speichel oder Fell in Kontakt gekommen sind.
Ein Hautausschlag nach dem Umgang mit einem Meerschweinchen beweist allerdings noch keine Meerschweinchen-Allergie. Auch Einstreu, Pflanzenbestandteile oder andere Stoffe können Hautreizungen hervorrufen.
Nicht immer ist das Meerschweinchen selbst schuld
Dieser Punkt ist bei Meerschweinchen besonders wichtig.
Wer beim Füttern oder Reinigen des Geheges plötzlich niesen muss, reagiert möglicherweise gar nicht auf das Tier.
Auch folgende Stoffe können Beschwerden verursachen:
- Heu
- Gräserpollen im Heu
- Staub
- Einstreu
- Schimmelbestandteile
- Kräuter
- Futtermittelbestandteile
Deshalb sollte bei Beschwerden möglichst genau beobachtet werden, wann sie auftreten.
Meerschweinchen oder Heu – was löst die Allergie aus?
Heu ist für Meerschweinchen ein wichtiges Futtermittel und steht ihnen normalerweise regelmäßig beziehungsweise dauerhaft zur Verfügung.
Gleichzeitig kann Heu für Allergiker problematisch sein.
Es kann unter anderem enthalten:
- Gräserbestandteile
- Pollen
- Staub
- Pflanzenpartikel
- bei ungünstiger Lagerung auch Schimmelbestandteile
Eine Person mit Gräserpollenallergie kann deshalb insbesondere beim Auffüllen einer Heuraufe Beschwerden bemerken.
Das bedeutet nicht automatisch, dass gleichzeitig eine Meerschweinchen-Allergie besteht.
Hinweise auf eine Meerschweinchen-Allergie
Bestimmte Beobachtungen können einen Verdacht verstärken.
Beispielsweise:
Beschwerden beim Streicheln: Augenjucken oder Niesen tritt unmittelbar nach engem Kontakt mit dem Tier auf.
Reaktion beim Halten des Tieres: Hautausschlag entsteht dort, wo das Meerschweinchen auf Arm oder Brust gelegen hat.
Beschwerden im Raum des Geheges: Die Symptome nehmen dort deutlich zu.
Probleme beim Käfigreinigen: Hier kommen sowohl Tierallergene als auch Staub, Einstreu und Heu als Auslöser infrage.
Eine sichere Unterscheidung allein anhand dieser Beobachtungen ist jedoch nicht immer möglich.
Wie wird eine Meerschweinchen-Allergie festgestellt?
Bei wiederkehrenden Beschwerden kann eine allergologische Untersuchung sinnvoll sein.
Zur Diagnostik können beispielsweise gehören:
- ausführliche Anamnese
- Hauttest
- Blutuntersuchung auf spezifische IgE-Antikörper
- gegebenenfalls weiterführende allergologische Untersuchungen
Wichtig ist, dass ein positives Testergebnis immer zusammen mit den tatsächlich auftretenden Beschwerden beurteilt wird.
Eine Sensibilisierung bedeutet nicht automatisch, dass beim Kontakt klinisch relevante Symptome entstehen.
Kreuzreaktionen mit anderen Tieren
Einige tierische Allergene besitzen strukturelle Ähnlichkeiten.
Dadurch können bei Bluttests beziehungsweise allergologischen Untersuchungen Kreuzreaktionen auftreten.
Bei Meerschweinchen ist beispielsweise das Allergen Cav p 6 mit bestimmten Allergenen von Katze und Hund verwandt.
Das kann die Diagnostik erschweren.
Eine positive Reaktion auf einen Meerschweinchenextrakt bedeutet deshalb bei mehrfach sensibilisierten Tierallergikern nicht in jedem Fall automatisch, dass das Meerschweinchen der ursprüngliche Auslöser ist.
Moderne komponentenbasierte Allergiediagnostik kann in bestimmten Fällen helfen, solche Zusammenhänge besser zu unterscheiden.
Gibt es allergikerfreundliche Meerschweinchen?
Es gibt keine zuverlässig hypoallergene Meerschweinchenrasse.
Auch haarlose beziehungsweise wenig behaarte Tiere sind nicht automatisch für Allergiker geeignet.
Das liegt daran, dass relevante Allergene nicht nur mit dem Fell zusammenhängen, sondern unter anderem aus:
- Haut
- Speichel
- Urin
stammen können.
Ein haarloses Meerschweinchen ist deshalb keine sichere Lösung für Menschen mit Meerschweinchen-Allergie.
Langhaar oder Kurzhaar bei Allergie?
Auch die Länge des Fells bietet keine zuverlässige Aussage darüber, wie allergen ein bestimmtes Meerschweinchen ist.
Ein Kurzhaarmeerschweinchen kann Allergene ebenso produzieren wie ein Langhaarmeerschweinchen.
Die Felllänge sollte deshalb nicht als Entscheidungskriterium für ein angeblich allergikerfreundliches Tier verwendet werden.
Meerschweinchenhaltung trotz Allergie?
Ob ein Meerschweinchen trotz bestehender Allergie gehalten werden kann, hängt von der individuellen Situation ab.
Eine Rolle spielen unter anderem:
- Stärke der Beschwerden
- betroffene Organe
- Häufigkeit des Kontaktes
- Ausmaß der Sensibilisierung
- zusätzliche Allergien
- bestehendes Asthma
Bei leichten Beschwerden kann die Situation anders beurteilt werden als bei deutlich ausgeprägten Atemwegsproblemen.
Insbesondere bei allergischem Asthma sollte die weitere Tierhaltung mit einem Arzt beziehungsweise Allergologen besprochen werden.
Meerschweinchen nicht im Schlafzimmer halten
Bei einer bekannten oder vermuteten Tierallergie sollte insbesondere das Schlafzimmer möglichst frei von Tierallergenen bleiben.
Ein Meerschweinchengehege im Schlafzimmer kann ungünstig sein, weil dort:
- Tierallergene
- Heustaub
- Einstreustaub
- Hautschuppen
über viele Stunden vorhanden sein können.
Da ein Mensch einen großen Teil des Tages im Schlafzimmer verbringt, kann eine räumliche Trennung sinnvoll sein.
Gehege richtig reinigen bei Allergien
Beim Reinigen des Meerschweinchengeheges können große Mengen Staub und Partikel aufgewirbelt werden.
Für Allergiker kann es deshalb sinnvoll sein, wenn eine nicht allergische Person diese Aufgabe übernimmt.
Ist dies nicht möglich, können je nach individueller Situation Maßnahmen helfen wie:
- möglichst staubarme Einstreu verwenden
- Heu vorsichtig handhaben
- Staub nicht unnötig aufwirbeln
- Gehege regelmäßig reinigen
- nach der Reinigung Hände waschen
- Wohnraum anschließend lüften
Welche Maßnahmen tatsächlich helfen, hängt davon ab, welches Allergen die Beschwerden verursacht.
Staubarme Einstreu
Sehr staubige Einstreu kann unabhängig von einer echten Allergie die Atemwege reizen.
Bei Allergikern kann dies zusätzliche Beschwerden verursachen.
Daher kann es sinnvoll sein, auf eine möglichst staubarme und für Meerschweinchen geeignete Einstreu zu achten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass damit eine echte Meerschweinchen-Allergie beseitigt wird.
Tierische Allergene bleiben weiterhin vorhanden.
Heu bei Allergien
Da Meerschweinchen auf Heu angewiesen sind, lässt sich dieses bei der Haltung normalerweise nicht einfach weglassen.
Für Menschen mit Heu- oder Gräserallergie kann die Tierhaltung deshalb unabhängig von einer Meerschweinchen-Allergie problematisch sein.
Mögliche praktische Maßnahmen sind:
- Heu möglichst staubarm lagern
- staubarmes hochwertiges Heu verwenden
- Heu nicht im Schlafzimmer aufbewahren
- Aufwirbeln von Heustaub vermeiden
- Fütterung gegebenenfalls von einer anderen Person übernehmen lassen
Eine notwendige artgerechte Ernährung des Meerschweinchens sollte dabei nicht eingeschränkt werden.
Hilft ein Luftreiniger?
Ein Luftreiniger mit geeignetem Partikelfilter kann einen Teil luftgetragener Partikel reduzieren.
Dazu können auch:
- Staub
- Tierallergene
- Pollen
gehören.
Ein Luftreiniger entfernt jedoch nicht sämtliche Allergene von:
- Möbeln
- Teppichen
- Kleidung
- Gehege
- anderen Oberflächen
Er kann daher allenfalls eine ergänzende Maßnahme darstellen.
Hände nach Tierkontakt waschen
Nach dem Streicheln oder Versorgen der Tiere kann Händewaschen sinnvoll sein.
Dadurch wird verhindert, dass Allergene anschließend beispielsweise über die Hände an:
- Augen
- Nase
- Mund
gelangen.
Auch Kleidung kann Tierallergene aufnehmen und weitertragen.
Medikamente bei Meerschweinchen-Allergie
Je nach Art der Beschwerden können Medikamente gegen allergische Symptome eingesetzt werden.
Dazu gehören beispielsweise bestimmte:
- Antihistaminika
- Nasensprays
- Augentropfen
Bei Asthma können andere beziehungsweise zusätzliche Medikamente erforderlich sein.
Eine dauerhafte Tierhaltung sollte bei stärkeren Beschwerden jedoch nicht allein dadurch ermöglicht werden, dass ständig Medikamente eingenommen werden.
Die individuelle Situation sollte mit einem Arzt besprochen werden.
Hyposensibilisierung bei Meerschweinchen-Allergie?
Die spezifische Immuntherapie, umgangssprachlich auch Hyposensibilisierung genannt, ist für verschiedene Allergien etabliert.
Bei Allergien gegen kleine Haustiere wie Meerschweinchen stehen jedoch nicht dieselben etablierten und standardisierten Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung wie beispielsweise bei vielen Pollen- oder Hausstaubmilbenallergien.
Ob im individuellen Fall überhaupt eine entsprechende Therapie infrage kommt, sollte deshalb mit einem spezialisierten Allergologen geklärt werden.
Muss das Meerschweinchen bei einer Allergie abgegeben werden?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Entscheidend sind insbesondere die Stärke und Art der allergischen Beschwerden.
Bei leichten Symptomen kann zunächst untersucht werden, ob möglicherweise:
- Heu
- Einstreu
- Staub
- ein anderes Allergen
verantwortlich ist.
Bei einer eindeutig bestätigten Meerschweinchen-Allergie und insbesondere bei deutlichen Atemwegsbeschwerden kann eine konsequente Vermeidung des Allergens medizinisch notwendig werden.
Eine solche Entscheidung sollte bei stärkeren Beschwerden gemeinsam mit einem Allergologen getroffen werden.
Meerschweinchen anschaffen, wenn bereits Tierallergien bestehen?
Wer bereits gegen Katze, Hund oder andere Tiere allergisch ist, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass ein Meerschweinchen problemlos vertragen wird.
Tierallergien können unabhängig voneinander auftreten, und zwischen bestimmten tierischen Allergenen sind auch Kreuzreaktionen möglich.
Ein kurzer Kontakt mit einem Meerschweinchen ist zudem keine Garantie dafür, dass eine dauerhafte Haltung über Monate oder Jahre problemlos bleibt.
Bei bekannter starker Tierallergie kann daher eine allergologische Beratung vor der Anschaffung sinnvoll sein.
Meerschweinchen und Kinder mit Allergien
Meerschweinchen werden häufig für Familien mit Kindern angeschafft.
Treten bei einem Kind nach der Anschaffung wiederholt:
- Niesen
- Augenjucken
- laufende Nase
- Husten
- Hautausschlag
- pfeifende Atmung
auf, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Dabei sollte nicht nur das Tier getestet werden. Gerade bei Meerschweinchen sind auch Heu, Gräserpollen und andere Bestandteile der Tierhaltung mögliche Auslöser.
Meerschweinchen und Hausstaubmilbenallergie
Eine Hausstaubmilbenallergie ist nicht dasselbe wie eine Meerschweinchen-Allergie.
Die Haltung eines Meerschweinchens kann jedoch zusätzliche:
- Hautschuppen
- Staub
- Heu
- Einstreu
in die Wohnumgebung bringen.
Bei Hausstaubmilbenallergie kann es deshalb besonders sinnvoll sein, das Tier nicht im Schlafzimmer zu halten und auf eine gut zu reinigende Umgebung zu achten.
Meerschweinchen und Pollenallergie
Auch eine Pollenallergie kann im Zusammenhang mit Meerschweinchen auffallen.
Das wichtigste Beispiel ist Heu.
Menschen mit Gräserpollenallergie können beim Umgang mit Heu Beschwerden entwickeln, obwohl sie das Meerschweinchen selbst gut vertragen.
Die genaue Ursache sollte deshalb geklärt werden, bevor das Tier für die Symptome verantwortlich gemacht wird.
Meerschweinchen richtig halten
Neben allergologischen Fragen sollte immer auch das Wohl der Tiere berücksichtigt werden.
Meerschweinchen sind soziale Tiere und sollten grundsätzlich nicht dauerhaft allein gehalten werden.
Sie benötigen:
- Artgenossen
- ausreichend Bewegungsfläche
- geeignete Rückzugsmöglichkeiten
- ständig geeignetes Raufutter wie Heu
- frisches Wasser
- eine artgerechte Ernährung
Eine Allergie eines Halters darf deshalb nicht dazu führen, dass notwendige Bestandteile einer artgerechten Haltung wie Heu oder Kontakt zu Artgenossen einfach entfallen.
Häufige Fragen zu Meerschweinchen und Allergien
Kann man gegen Meerschweinchen allergisch sein?
Ja. Meerschweinchen können eine IgE-vermittelte Tierallergie auslösen. Relevante Allergene kommen unter anderem in Hautschuppen, Speichel, Urin und am Fell vor.
Ist eine Meerschweinchen-Allergie eine Tierhaarallergie?
Nicht im eigentlichen Sinne. Das Haar kann Allergene transportieren, die allergieauslösenden Proteine stammen jedoch unter anderem aus Haut, Speichel und Urin.
Wie merkt man eine Meerschweinchen-Allergie?
Mögliche Symptome sind Niesen, Fließschnupfen, verstopfte Nase, Augenjucken, Husten und bei manchen Betroffenen Asthmabeschwerden oder Hautreaktionen.
Kann Heu statt des Meerschweinchens die Allergie verursachen?
Ja. Insbesondere Gräserpollen, Staub und andere Bestandteile des Heus können Beschwerden verursachen. Deshalb ist es wichtig, die tatsächliche Ursache allergologisch zu klären.
Gibt es hypoallergene Meerschweinchen?
Nein. Es gibt keine Meerschweinchenrasse, die zuverlässig frei von relevanten Tierallergenen ist. Auch haarlose Tiere sind nicht automatisch allergikerfreundlich.
Kann eine Meerschweinchen-Allergie Asthma auslösen?
Tierallergien können die unteren Atemwege betreffen. Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl oder Atemnot sollten ärztlich untersucht werden.
Kann ich trotz Meerschweinchen-Allergie ein Meerschweinchen halten?
Das hängt von Art und Stärke der Beschwerden ab. Bei deutlichen Atemwegsreaktionen oder allergischem Asthma sollte die weitere Haltung unbedingt allergologisch besprochen werden.
Hilft ein Luftreiniger bei Meerschweinchen-Allergie?
Ein geeigneter Luftreiniger kann luftgetragene Partikel reduzieren, beseitigt Tierallergene jedoch nicht vollständig aus der Wohnung und ersetzt keine anderen Maßnahmen.
Sollte ein Meerschweinchen im Schlafzimmer stehen?
Bei Allergikern ist ein Standort außerhalb des Schlafzimmers meist sinnvoller, insbesondere wenn eine Tier-, Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie besteht.
Fazit: Bei Beschwerden nicht nur an das Meerschweinchen denken
Meerschweinchen können Allergien auslösen. Verantwortlich sind dabei nicht einfach die Tierhaare, sondern bestimmte Proteine, die unter anderem aus Hautschuppen, Speichel und Urin stammen und sich über Fell, Staub und die Umgebung verteilen können.
Typische Beschwerden einer Meerschweinchen-Allergie sind Niesen, Schnupfen, juckende Augen, Husten und bei empfindlichen Personen auch Asthmasymptome.
Gerade bei Meerschweinchen gibt es jedoch eine wichtige Besonderheit: Beschwerden beim Füttern oder Reinigen des Geheges müssen nicht zwangsläufig vom Tier stammen. Heu, Gräserpollen, Einstreu und Staub sind ebenfalls mögliche Auslöser.
Eine genaue Allergiediagnostik kann deshalb verhindern, dass das Meerschweinchen vorschnell für Beschwerden verantwortlich gemacht wird.
Bei einer bestätigten Allergie hängt das weitere Vorgehen von der Stärke der Symptome ab. Besonders bei Husten, pfeifender Atmung oder Atemnot sollte eine ärztliche beziehungsweise allergologische Abklärung erfolgen.