Wie stark eine Allergie ausgeprägt ist, lässt sich nicht immer mit einer einfachen Zahl beschreiben. Trotzdem begegnen Betroffenen häufig Begriffe wie Allergie Stufe 1, Allergie Stufe 2 oder Allergie Stärke 2.
Dabei ist wichtig zu unterscheiden: Eine solche Angabe kann sich entweder auf die Stärke einer allergischen Reaktion oder auf einen Laborwert bei einem Allergietest beziehen. Beides bedeutet nicht automatisch dasselbe.
In diesem Beitrag erklären wir, welche Schweregrade es bei Allergien gibt, was eine leichte oder schwere Allergie auszeichnet und was mit „Allergie Stärke 2“ gemeint sein kann.
Welche Schweregrade gibt es bei einer Allergie?
Allergische Reaktionen können sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Betroffene bemerken lediglich ein leichtes Jucken oder eine laufende Nase. Bei anderen können mehrere Organsysteme betroffen sein und im schlimmsten Fall kann eine lebensbedrohliche Anaphylaxie entstehen.
Vereinfacht lassen sich allergische Reaktionen in verschiedene Schweregrade einteilen.
Leichte allergische Reaktion
Zu den eher leichten Beschwerden gehören beispielsweise:
- Juckreiz
- Niesen
- laufende Nase
- leichte Hautrötungen
- einzelne Quaddeln
- leichtes Kribbeln im Mund
- tränende oder juckende Augen
Solche Beschwerden können unangenehm sein, betreffen aber häufig nur einen begrenzten Bereich des Körpers.
Mittelschwere allergische Reaktion
Bei einer stärkeren Reaktion können sich die Beschwerden ausweiten.
Möglich sind beispielsweise:
- ausgeprägte Quaddeln am Körper
- stärkere Schwellungen
- Übelkeit
- Bauchschmerzen
- Erbrechen
- Heiserkeit
- leichte Atembeschwerden
- Herzklopfen
Besonders Beschwerden an den Atemwegen sollten ernst genommen werden.
Schwere allergische Reaktion
Eine schwere allergische Reaktion kann mehrere Organsysteme gleichzeitig betreffen.
Warnzeichen können sein:
- starke Atemnot
- Schwellung von Zunge oder Rachen
- starker Blutdruckabfall
- Schwindel
- Bewusstseinsstörungen
- Kreislaufprobleme
Eine solche Reaktion kann Teil einer Anaphylaxie sein und erfordert schnelle medizinische Hilfe.
Was bedeutet Allergie Stufe 2?
Die Suchbegriffe „Stufe 2 Allergie“ oder „Allergie Stärke 2“ können unterschiedliche Bedeutungen haben.
Das ist wichtig, denn eine „2“ auf einem Allergiebefund bedeutet nicht automatisch, dass jemand eine mittelschwere allergische Reaktion bekommt.
Stufe 2 als Schweregrad einer allergischen Reaktion
Bei medizinischen Einteilungen einer anaphylaktischen Reaktion werden teilweise mehrere Schweregrade unterschieden.
Bei einem höheren Schweregrad können neben Hautreaktionen beispielsweise auch Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, der Atemwege oder des Kreislaufs auftreten.
Die genaue Einstufung hängt allerdings vom verwendeten Schema und den tatsächlich auftretenden Symptomen ab.
Klasse 2 beim Allergie-Bluttest
Etwas völlig anderes ist die sogenannte Allergieklasse bei einem Bluttest.
Dabei wird im Blut nach spezifischen IgE-Antikörpern gegen bestimmte Allergene gesucht.
Je nach Labor werden die Ergebnisse häufig in verschiedene Klassen eingeteilt, beispielsweise:
- Klasse 0
- Klasse 1
- Klasse 2
- Klasse 3
- Klasse 4
- Klasse 5
- Klasse 6
Eine Allergie Klasse 2 bedeutet zunächst, dass eine bestimmte Menge spezifischer IgE-Antikörper gegen das getestete Allergen nachgewiesen wurde.
Sie sagt jedoch nicht zuverlässig voraus, wie stark die allergische Reaktion im Alltag ausfallen wird.
Ist Allergie Klasse 2 schlimm?
Eine Allergieklasse 2 ist für sich allein noch keine Aussage darüber, ob eine Allergie gefährlich ist.
Ein erhöhter spezifischer IgE-Wert zeigt zunächst eine Sensibilisierung gegen ein bestimmtes Allergen.
Ob tatsächlich Beschwerden auftreten und wie stark diese sind, hängt unter anderem davon ab:
- welches Allergen betroffen ist
- wie viel davon aufgenommen oder eingeatmet wird
- auf welchem Weg der Kontakt erfolgt
- wie empfindlich die betroffene Person reagiert
- ob weitere Erkrankungen wie Asthma bestehen
Deshalb können zwei Menschen mit ähnlichen Laborwerten sehr unterschiedliche Beschwerden haben.
Was ist der Unterschied zwischen Sensibilisierung und Allergie?
Dieser Unterschied ist besonders wichtig.
Bei einer Sensibilisierung hat das Immunsystem Antikörper gegen einen bestimmten Stoff gebildet. Ein Allergietest kann deshalb positiv ausfallen.
Eine klinische Allergie liegt dagegen vor, wenn beim tatsächlichen Kontakt mit dem Allergen auch entsprechende Beschwerden auftreten.
Ein positiver Allergietest bedeutet daher nicht automatisch, dass das betreffende Lebensmittel, Tier oder andere Allergen vollständig gemieden werden muss.
Die Testergebnisse sollten immer zusammen mit den tatsächlichen Beschwerden beurteilt werden.
Was bedeutet eine leichte Allergie?
Von einer leichten Allergie spricht man häufig umgangssprachlich, wenn nur geringe Beschwerden auftreten.
Typische Beispiele sind:
- leichtes Jucken nach einem Lebensmittel
- gelegentliches Niesen bei Pollenflug
- leicht gerötete Augen
- eine begrenzte Hautreaktion
Allerdings sollte man auch eine bislang leichte Allergie nicht grundsätzlich unterschätzen.
Die Stärke zukünftiger Reaktionen lässt sich nicht allein daraus ableiten, wie mild eine frühere Reaktion verlaufen ist.
Kann eine leichte Allergie stärker werden?
Ja, die Stärke allergischer Reaktionen kann sich verändern.
Eine Person kann bei verschiedenen Kontakten unterschiedlich stark reagieren. Einfluss haben unter anderem die Menge des Allergens und zusätzliche Faktoren.
Mögliche Verstärker einer allergischen Reaktion können beispielsweise sein:
- körperliche Anstrengung
- Alkohol
- Infekte
- Stress
- bestimmte Medikamente
- eine größere Allergenmenge
Deshalb kann aus einer bisher milden Reaktion nicht sicher geschlossen werden, dass zukünftige Reaktionen ebenfalls mild bleiben.
Ist eine Allergie Stufe 1 ungefährlich?
Auch der Begriff „Stufe 1“ sollte nicht mit „ungefährlich“ gleichgesetzt werden.
Leichte Hautreaktionen oder Juckreiz können zwar ohne weitere Folgen verschwinden. Bei bekannten schweren Nahrungsmittel-, Insektengift- oder Medikamentenallergien können sich Beschwerden jedoch schnell verstärken.
Entscheidend sind daher immer die Art des Allergens und die individuellen Symptome.
Welche Symptome sprechen für eine schwere Allergie?
Besondere Vorsicht ist erforderlich, wenn nach Allergenkontakt Beschwerden auftreten wie:
- Atemnot
- Schwellungen von Zunge oder Rachen
- Probleme beim Schlucken
- Heiserkeit
- starker Schwindel
- Kreislaufprobleme
- Bewusstlosigkeit
Diese Beschwerden können auf eine schwere allergische Reaktion beziehungsweise eine Anaphylaxie hinweisen.
In diesem Fall sollte unverzüglich der Rettungsdienst verständigt werden.
Wie wird die Stärke einer Allergie festgestellt?
Zur Allergiediagnostik können unterschiedliche Untersuchungen eingesetzt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- ausführliche Befragung zu den Beschwerden
- Pricktest
- Blutuntersuchung auf spezifisches IgE
- Epikutantest bei Kontaktallergien
- gegebenenfalls kontrollierte Provokationstests
Besonders wichtig ist der Zusammenhang zwischen Testergebnis und tatsächlichen Beschwerden.
Ein Laborwert allein kann die Schwere einer Allergie meist nicht zuverlässig bestimmen.
Allergie Stärke 2 bei Lebensmitteln
Wird beispielsweise bei einem Bluttest gegen Ei, Soja, Kiwi, Senf oder andere Lebensmittel eine Klasse 2 festgestellt, bedeutet dies zunächst nur, dass spezifische Antikörper nachgewiesen wurden.
Ob das Lebensmittel tatsächlich Beschwerden verursacht, muss anhand der bisherigen Reaktionen und gegebenenfalls weiterer Untersuchungen beurteilt werden.
Lebensmittel sollten deshalb nicht allein aufgrund eines einzelnen Laborwertes dauerhaft aus dem Speiseplan gestrichen werden.
Allergie-Stufen und Anaphylaxie
Die schwerste Form einer allergischen Sofortreaktion ist die Anaphylaxie.
Dabei können innerhalb kurzer Zeit mehrere Bereiche des Körpers betroffen sein.
Besonders kritisch sind Reaktionen der:
- Atemwege
- Lunge
- Herz-Kreislauf-Systems
Menschen mit einem bekannten Risiko für schwere allergische Reaktionen erhalten häufig einen persönlichen Notfallplan und gegebenenfalls ein Allergie-Notfallset.
Häufige Fragen zu den Schweregraden einer Allergie
Was bedeutet Allergie Stärke 2?
Damit kann entweder ein Schweregrad einer allergischen Reaktion oder die Klasse 2 eines Allergie-Bluttests gemeint sein. Diese beiden Angaben dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Ist Allergie Klasse 2 stark?
Nicht unbedingt. Eine Klasse 2 im Bluttest beschreibt die Menge spezifischer IgE-Antikörper. Daraus lässt sich nicht direkt ableiten, wie stark die Beschwerden beim Kontakt mit dem Allergen ausfallen.
Was ist eine leichte Allergie?
Als leichte Allergie werden meist Reaktionen mit begrenzten Symptomen wie Juckreiz, Niesen, leichten Hautreaktionen oder tränenden Augen bezeichnet.
Kann Allergie Stufe 2 gefährlich sein?
Wenn mit „Stufe 2“ der Schweregrad einer akuten allergischen Reaktion gemeint ist, können bereits mehrere Organsysteme betroffen sein. Die Situation sollte entsprechend ernst genommen werden.
Welche Allergiestufe ist die schlimmste?
Bei Einteilungen allergischer beziehungsweise anaphylaktischer Reaktionen stehen die höchsten Schweregrade für ausgeprägte Reaktionen mit schweren Atemwegs- oder Kreislaufproblemen.
Sagt der IgE-Wert etwas über die Stärke einer Allergie aus?
Nur eingeschränkt. Ein höherer spezifischer IgE-Wert kann die Wahrscheinlichkeit einer klinisch relevanten Sensibilisierung erhöhen, sagt aber nicht zuverlässig voraus, wie schwer eine einzelne allergische Reaktion ausfallen wird.
Fazit: Allergie-Stufe und Allergieklasse nicht verwechseln
Bezeichnungen wie Allergie Stärke 2, Stufe 2 Allergie oder Allergie Klasse 2 können unterschiedliche Dinge bedeuten.
Eine Allergieklasse aus einem Bluttest beschreibt einen Laborwert und nicht unmittelbar die Stärke der Beschwerden. Die Schwere einer tatsächlichen allergischen Reaktion wird dagegen anhand der auftretenden Symptome beurteilt.
Deshalb sollten Allergietests immer gemeinsam mit der persönlichen Krankengeschichte und den tatsächlich auftretenden Beschwerden bewertet werden.