Allergien gegen ASS (Acetylsalicylsäure)

Allergien gegen ASS (Acetylsalicylsäure)
ASS (Acetylsalicylsäure) ist ein weit verbreitetes Medikament, das vor allem zur Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Fiebersenkung verwendet wird. Es ist auch ein häufig verwendetes Medikament zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. zur Blutverdünnung). Jedoch können manche Menschen allergisch auf ASS reagieren. Diese Reaktionen können von milden Symptomen bis hin zu schweren, potenziell lebensbedrohlichen Reaktionen reichen.
Mögliche allergische Reaktionen auf ASS:
-
Aspirin-intolerante Asthma (AIA)
Eine der häufigsten Reaktionen auf ASS ist die sogenannte Aspirin-intolerante Asthma, die auch als Aspirin-exacerbated respiratory disease (AERD) bekannt ist. Diese Krankheit führt zu Atembeschwerden, Husten, Keuchen und einer verschlechterten Asthma-Symptomatik, wenn Aspirin oder andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) eingenommen werden. -
Urtikaria (Nesselsucht)
Eine weitere häufige allergische Reaktion ist das Auftreten von Urtikaria, auch bekannt als Nesselsucht. Dies sind juckende, rote Quaddeln auf der Haut, die nach der Einnahme von ASS entstehen können. -
Angioödem
Das Angioödem ist eine Schwellung unter der Haut, die besonders häufig in Bereichen wie den Lippen, Augenlidern oder im Hals auftritt. In einigen Fällen kann es durch die Einnahme von ASS ausgelöst werden und eine ernsthafte Reaktion darstellen. -
Anaphylaxie
In sehr seltenen Fällen kann die Einnahme von ASS zu einer schweren Anaphylaxie führen – einer lebensbedrohlichen allergischen Reaktion, die eine sofortige medizinische Behandlung erfordert. Symptome sind unter anderem Atemnot, Blutdruckabfall und Schock. -
Gastrointestinale Beschwerden
Auch wenn es keine direkte Allergie ist, können viele Menschen auf ASS mit gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Sodbrennen oder in schwereren Fällen mit Magenblutungen reagieren. Diese Reaktionen sind eher Nebenwirkungen und keine echten allergischen Reaktionen.
Ursachen der ASS-Allergie
Die genaue Ursache für eine ASS-Allergie ist nicht vollständig verstanden, aber es gibt einige bekannte Risikofaktoren und Mechanismen:
-
Genetische Prädisposition: Manche Menschen haben eine genetische Veranlagung, die sie anfälliger für allergische Reaktionen auf ASS macht, insbesondere solche, die bereits an Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen leiden.
-
Blockierung des COX-1-Enzyms: ASS wirkt, indem es das Enzym Cyclooxygenase-1 (COX-1) hemmt, das für die Bildung von Prostaglandinen verantwortlich ist. Prostaglandine spielen eine Rolle bei Entzündungen, Schmerzen und der Regulation von Körperfunktionen. In einigen Fällen führt die Hemmung dieses Enzyms zu einer verstärkten Freisetzung von Leukotrienen, die Asthma und allergische Reaktionen verstärken können.
Was tun bei einer ASS-Allergie?
-
Vermeidung von ASS: Menschen, die wissen, dass sie allergisch auf ASS reagieren, sollten dieses Medikament sowie andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen und Naproxen meiden. Diese Substanzen können ähnliche allergische Reaktionen hervorrufen.
-
Alternative Schmerzmittel: Falls eine Schmerzbehandlung notwendig ist, sollten alternative Medikamente wie Paracetamol oder andere, für den jeweiligen Patienten geeignete Schmerzmittel in Betracht gezogen werden.
-
Medizinische Betreuung: Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion auf ASS, insbesondere bei Symptomen wie Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Hals, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Eine Anaphylaxie erfordert eine Notfallbehandlung mit Adrenalin.
-
Medikamentenaufklärung: Menschen mit einer bekannten ASS-Allergie sollten ihren Arzt informieren und auch darauf achten, dass sie in Notfällen oder beim Besuch von Gesundheitseinrichtungen (wie bei Zahnbehandlungen oder Operationen) auf ihre Allergie hinweisen.
Fazit
Eine Allergie gegen ASS oder eine ASS-Intoleranz kann zu verschiedenen unangenehmen und in schweren Fällen auch gefährlichen Reaktionen führen. Es ist wichtig, die Symptome zu erkennen und zu wissen, welche Alternativen zur Verfügung stehen, um Beschwerden zu lindern, ohne auf ASS zurückgreifen zu müssen. Wenn du oder jemand, den du kennst, Anzeichen einer solchen Reaktion zeigt, sollte unbedingt medizinischer Rat eingeholt werden.