Zunahme von Allergien

Zunahme von Allergien

Allergien zählen zu einer der häufigsten Erkrankungen in Deutschland, wobei eine Zunahme von Allergien deutlich zu verzeichnen ist. Ca. 10% der Bevölkerung litten Anfang 1990 so schon unter Heuschnupfen. In den alten Bundesländer lag die Zahl der Erkrankungen höher als in den neuen Bundesländern. Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern ist hingegen nicht zu verzeichnen.

Ende der 1990er Jahre lagt die Quote bei schon knapp 15% und ist somit rasant gestiegen. Gegen 2010 ist diese Zahl etwas konstant hoch geblieben. In der Zukunft ist jedoch nicht zuletzt aufgrund der genetischen Verbreitung mit einer weiteren Zunahme an Allergien zu rechnen.

Ursachen für die Zunahme von Allergien

Abgase und Umweltverschmutzungen bedingen die Zunahme von Allergien.

Abgase und Umweltverschmutzungen bedingen die Zunahme von Allergien.

Über die Ursachen für Allergien gibt es verschiedene Thesen. So geht die Hygienethese davon aus, dass gerade durch die steigende Hygiene die Anzahl der Allergien zu nimmt. Da das Immunsystem immer weniger den Umgang mit Mikroben lernt. Gerade im Kindesalter ist es daher wichtig Kinder nicht zu steril aufwachsen zu lassen. Auch der Kontakt mit Tieren und Nahrungsmitteln die als typische Allergieauslöser gelten wie Nüsse, Kuhmilch etc. sind wichtig.

So kann der Kontakt mit bestimmten Bakterien das Immunsystem schulen. Während der Schwangerschaft ist dieses sehr lastig an Typ2-T-Helferzellen und sollte hingegen idealerweise mit Typ1-T-Helferzellen als Immunantwort reagieren. Gerade die ALEX-Studie und viele weitere belegen, dass man Kinder nicht vor Allergenen wie Nüssen etc. schützen sollte und so am ehesten die Ausbildung von Allergien verhindert. Auch neue Studien im Umfeld von den Amish People belegen diese Thesen.

Die Theorie der Umweltverschmutzung hingegen geht davon aus, dass Umweltverschmutzungen die Allergien fördern. So können sich Hauptallergene der Birke die Bet v 1 an Feinstaub wie den Rußpartikeln von Diesel anheften und so tief in die Lunge gelangen beim Einatmen. Auch werden Pflanzen wie Ambrosia oder Haselsträucher durch Umweltverschmutzung „gestresst“ und bilden aggressivere Proteine aus. So fallen die allergischen Reaktionen auf diese Proteine beim Mensch immer heftiger aus. Stickstoffdioxid fördert beispielsweise die Anzahl der Allergene der Ambrosia-Pflanze.

Aber auch der Rückgang von parasitären Erkrankungen wie Wurmbefälle etc. kann dazu geführt haben, dass das Immunsystem sich verstärkt auf scheinbar harmlosere Fremdstoffe stürzt. Gerade in Ländern mit geringen Hygienestandards wo häufiger parasitäre Erkrankungen auftauchen leiden die Menschen weniger an Allergien. Eine Studie konnte belegen dass unter 1600 Kindern die mit Wurmbefall zu 60% unwahrscheinlicher an einer Hausstaubmilbenallergie erkrankten.

Weiterhin stehen Impfungen manchmal im Verdacht gegen Allergien zu wirken, denn in der DDR gab es eine 100% Impfrate und in der BRD nicht und die Zahl der Allergien lag in der DDR unter der in der BRD.

Aber auch veränderte Lebensgewohnheiten können Allergien begünstigen. Hierzu gehört das Rauchen, Stress, Abgase von Autos, geänderte Ernährung, kleinerer Familien, weniger Kontakt von Kindern mit Heu und Tieren in den Städten und kürzere Stillzeiten von Säuglingen.

Der moderne Mensch ist höheren Schadstoffbelastungen ausgesetzt und auch den Pollen von Bäumen und Gräsern die durch Umwelteinflüsse gestresst werden und die Proteine ihrer Pollen aggressiver gestalten. Die gute Isolierung von Häusern und Wohnungen führt auch zur Zunahme von Hausstaubmilben und nicht zuletzt ernährt man sich immer häufiger von exotischen Lebensmitteln wie Papaya, Kiwi etc. So verändert isch auch die menschliche Darmflora. Nicht zu letzt können auch Antibiotika die Flora im Darm durcheinander bringen. Hier hilft mitunter eine Darmreinigung um das Gleichgewicht im Darm wieder herzustellen.

Genetik

Die Zunahme von Allergien ist auch genetisch bedingt.

Die Zunahme von Allergien ist auch genetisch bedingt.

Grundsätzlich kann man Ursachen für eine Allergie in genetisch bedingte und nicht genetisch bedingte unterteilen.

Bezüglich der Genetik führt eine Disposition zur Bildung von überschüssigen Gesamt-IgE- und allergenspezifischen IgE-Antikörpern. Diese heften sich an Mastzellen und basophile Granulozyten in der Schleimhaut und Haut (Atopie). Aber auch eine geringe Aktivität der Regulatorischen T-Zellen ist genetisch bedingt. Sie sorgen dafür, dass das Immunsystem sich selbst reguliert und ist mit der Reaktionsbereitschaft der HLA-Gene eng verknüpft.

Gerade wenn die Eltern oder ein Elternteil des Kindes an einer Allergie erkrankt ist, ist das Risiko bei dem Kind für eine Allergie besonders hoch ausgeprägt mit rund 80 bis 40%

Es sind jedoch nicht einzelne Gene die eine Allergie bestimmen, sondern viel mehr einige die besonders dafür verantwortlich sein können.

Nicht genetische Faktoren sind Störungen der Haut, so dass diese ihre natürliche Barrierefunktion gegenüber der Umwelt nicht mehr aufrecht erhalten kann. So ist die Haut bzw. sind die Schleimhäute dann durchlässiger für Viren und Bakterien oder auch chemische Wirkstoffe und Irritationen.

Aber auch Stress und eine hohe Exposition von Allergenen kann eine Allergie begünstigen. Besteht schon eine Sensibilisierung so kann hier durch die letztendliche Allergie leichter ausgelöst werden und es kommt zu einer Zunahme von Allergien.

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