Sport

Sport bei Allergien

Körperliche Bewegung in Form von Sport kann gerade bei allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) und Asthma helfen die Symptome zu lindern. Durch Sport wird nämlich die Kondition gesteigert und das Immunsystem gestärkt. Aber auch die Atmung wird trainiert die gerade bei Asthmatiker meist verringerte Lungenvolumen aufweist. Die verbesserte Kondition verhindert auch Asthmaanfälle.

Weiterhin fördert Sport das Herz-Kreislaufsystem, die Muskulatur und steigert auch das Selbstwertgefühl und hat somit auch positive Einflüsse auf die Psychedie gerade bei Allergien durchaus eine wichtige Rolle spielt.

Welche Sportarten eignen sich für Allergiker?

Sport wie Ausdauersport bim Joggen hilft bei Asthma.

Sport wie Ausdauersport bim Joggen hilft bei Asthma.

Wie bei jeder sportlichen Belastung gilt zu Anfang, dass man sich nicht überschätzen sollte und nur langsam die Belastungen steigert bis der Körper sich an das Leistungsniveau angepasst hat. Gerade bei einer Allergie sollte die Wahl der Sportart und der aktuelle Trainingszustand mit einem Arzt besprochen werden. So gibt es spezielle Lungensportgruppen und Kurse die abgestimmt sind auf die individuellen Beschwerden.

Grundsätzlich eigenen sich alle Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Walking, Joggen, Ausdauertraining im Fitnessstudio, etc. auch für Allergiker. Wichtig ist dass über einen längeren Zeitraum mit einer geringen Belastung trainiert wird. Bei erhöhtem Körpergewicht ist der mögliche Gewichtsverlust ebenfalls positiv auf den bisherigen Krankheitsverlauf.

Auch ein Krafttraining eignet sich da durch eine erhöhte Muskelmasse mehr Kalorien verbraucht werden. Der Kalorienumsatz steigt und man kann so dauerhaft Körperfett reduzieren.

Auch Mannschaftssportarten sind eine gute Wahl. Sie fördern zudem soziale Kontakte. Hierzu gehören verschiedene Ballsportarten, Wurfspiele und Fangspiele, wie Fußball, Tennis, Handball, Volleyball, etc.

Zusätzlich zum Sport sollte auch auf eine ausgewogenen Ernährung geachtet werden. Diese senkt ebenfalls das Allergie-Risiko und stärkt das Immunsystem.

Was man beim Sport beachten sollte

Abhängig von der Allergieart sollte man mögliche Allergene meiden.

Abhängig von der Allergieart sollte man mögliche Allergene meiden.

Beim Sport sollte man abhängig von der vorliegenden Allergieart allerdings auch einige Dinge beachten um Gefahren und mögliche Folgen zu meiden.

Bei starken Ozon-Werten sollte man als Asthmatiker auf Ausdauerläufe im Freien verzichten.

Auch bei starkem Pollenflug abhängig von der Jahreszeit werden beim Laufen im Freien vermehrt Allergene inhaliert welche die Schleimhäute reizen können. Gerade beim Sport wird tiefer und häufiger eingeatmet. Pollenallergiker sollten hier ebenfalls Zeiten starker Pollenbelastung der Luft meiden und sie dem Pollenflugkalender entnehmen. Auch das tragen einer Brille verhindert das Eindringen von Pollen in die Bindehäute der Augen.

Liegt ein starker Pollenflug empfiehlt sich auch ein Ausweichen auf geschlossene Räume wie Sporthallen, aber auch offene Gewässer mit geringer Pollenbelastung. Hier kommen auch andere Sportarten in Frage wie Segeln, Surfen, Schwimmen, Tischtennis oder gar Tanzen. Wählt man Hallenbäder sinkt das Pollenrisiko noch mehr als auf offenen Gewässern, problematisch kann hier allerdings das Chlor sein welches dem Badewasser zur Desinfektion beigesetzt wird da es die Augen reizt.

Bei Sporthallen sollten Asthmatiker und Hausstaubmilbenallergiker Hallen mit kalter und staubiger Luft meiden.

Man sollte bei einem Training in der Halle die Sportbekleidung erst in der Umkleide wechseln um die Pollen draußen zu lassen. Trainiert man im Freien empfiehlt es sich nach dem Sport sofort zu Duschen, denn inbesondere in den Haaren können sich zahlreiche Allergene wie Pollen ansammeln.

Besonders allergenbefreite Sportarten sind weiterhin Skifahren, Rodeln etc.

Gerade bei einem nicht behandelten Heuschnupfen besteht die Gefahr eines „Etaggenwechsels“ zu einem Asthma bronchiale.

Ähnliches gilt bei einer Insektengiftallergie gerade im Sommer zur Blütezeit vieler Pflanzen trifft man auch viele Bienen und Wespen an die unter Umständen mit ihrem Stich zu einem anaphylaktischen Schock beim Allergiker führen können.

Atemnot beim Sport

So gibt es auch Allergien die erst bedingt durch Sport auftreten. Bei einer Nahrungsmittelallergie kann es zur Food-Dependent Exercise-Induced Anaphylaxis (FDEIA) kommen etwa 30 Minuten nach dem Sport oder zu einer Exercise-Induced Anaphylaxis (EIA) nach oder während des Sportes. Asthmatiker sollte also unbedingt ihr Notfallset jederzeit griffbereit haben.

Kommt es zu Atemnot sind neben Nofallsets auch spezielle Atemtechniken wie die Lippenbremse und Stellungen wie Torwartstellung oder Kutschersitz hilfreich um wieder zu Atem zu kommen.

Was man beim Joggen beachten sollte

Joggen empfiehlt sich zu Zeiten geringer Pollenbelastung.

Joggen empfiehlt sich zu Zeiten geringer Pollenbelastung.

Man sollte beim Laufen im Freien bedenken wo die Pollenkonzentration gering ist.

Bereiche mit geringer Abgasbelastung sind zu bevorzugen, Industriegebiete etc. zu meiden. Überall wo die Schadstoffkonzentration und die Konzentration von Ozon hoch sind sind auch die Allergene besonders aggressiv.

Im Freien sind Läufe in Nadelwäldern denen von Waldrandgebieten und Wiesen vorzuziehen.

Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle. So ist es für Jogger mit einer Pollenallergie ratsam morgens zu laufen. Die Pollenbelastung ist hier geringer als am Abend. Wohnt man hingegen auf dem Land sind die Abendstunden vorteilhafter. Gut für einen Lauf sind auch die Zeiten nach starken Regengüsse, da sie die Pollen aus der Luft gespült haben. Liegt feucht warme Luft vor besteht im Wald eine höhere Konzentration an Schimmelpilzsporen.

Was man vor dem Sport beachten sollte

Wichtig ist ein Aufwärmen von mindestens 15 Minuten. Wer unter einem Asthma leidet nimmt vor dem Sport ein schnellwirkendes bronchienerweiterndes Inhalierspray ein um mögliche Atemwegsverengungen beim Sport zu vermeiden.

Auch das Überprüfen der Lungenfunktion mit einem Peak-Flow-Meter ist sinnvoll um sich ankündigende Asthmaanfälle rechtzeitig zu bemerken.

Man sollte bei einem Asthma auch auf einen geringeren Puls etwa 60% vom maximal Wert mit einem Pulsmesser im Auge behalten. Hier eignen sich Sportarten wie Schwimmen, Laufen, Gehen und Radfahren. Trainiert wird 3 bis 5 mal die Woche in je 30 minütigen Trainingseinheiten. Meiden sollte man Temperaturen unter 4 Grad beim Sport und Sportarten mit starker körperlicher Belastung wie Fußball, Tennis oder Basketball.

Sportarten die Asthma fördern können

Spitzensportler haben ein erhöhtes Asthmarisiko aufgrund der langen Exposition asthmafördender Bedingungen.

Spitzensportler haben ein erhöhtes Asthmarisiko aufgrund der langen Exposition asthmafördender Bedingungen.

Gerade Leistungssportler leiden häufig an Asthma wenn die Schleimhäute besonders belastet werden bei kalter eingeatmeter Luft und eingeatmeten Allergenen. Die Schleimhäute werden belastet und verdicken sich. So kommt es vor allem bei den Sportarten wie Radrennfahren, Wintersportarten und Schwimmen häufiger zu Asthmafällen.

Beim Radrennen fördern Umwelteinflüsse wie Abgase oder Pollen das Asthma. Ähnliches gilt auch für Triathleten und Marathonläufer.

Bei den Wintersportarten leiden häufiger Langläufer als Alpin-Sportler beim Salom oder Abfahrt unter Asthma, da sie meist lange der kalten Luft ausgesetzt sind. Aber auch Eissportler wie beim Eishockey und Schnelläufer tragen ein höheres Risiko an Asthma zu erkranken. In der Halle ist nicht nur die kalte Luft gefährlich, sondern auch die Dieselpartikel der Dieselfahrzeuge die das Eis in der Eissporthalle aufbereiten.

Bei den Schimmern fördert das Chlor ein Asthma da es sich mit Eiweißstoffen des Körpers zu Chloraminen verbindet welche die Schleimhäute der Atemwege belasten.

Leistungssportler haben also ein erhöhtes Risiko an Asthma zu erkranken als Freizeitsportler. Sie sollten ebenfalls entsprechende Sprays zur Erweiterung der Bronchien nutzen. Allerdings müssen sie hier auch beachten nicht versehentlich Präparate zu nehmen die auf Dopinglisten stehen.

Kinder und Sport

Kinder die an Asthma leiden können auch am Schulsport teilnehmen. Wichtig ist jedoch dass auch sie immer ein Notfallset bereit haben und sich entsprechend vorbereiten. Sportarten mit schnellen Leistungs- und Tempowechseln wie Fußball, Basketball oder Handball sind weniger für sie geeignet. Besser sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Joggen, Radfahren etc. Gemieden werden sollten auch hier mögliche Allergene wie Pollen, Staub, Kälte etc. Sie sollten zusätzlich beim Sport:

  • Sich mindestens 10 Minuten lang aufwärmen
  • Sich nicht bis an die Leistungsgrenze belasten
  • Sich mit Atemtechniken und Stellungen Entspannen

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