Pseudoallergie

Die Pseudoallergie

Die möglichen Symptome einer Allergie treten auch bei anderen Krankheitsbildern auf. So das bei vorliegenden Symptomen nicht zwangsläufig die entsprechende Allergie anliegt. Man bezeichnet solche Krankheiten auch als Pseudoallergie oder Intoleranz.

Die Pseudo (=scheinbar)- Allergie führt zwar zu Symptomen einer Allergie, aber die Allergie-spezifschen IgE-Antikörper können im Blut nicht nachgewiesen werden. Auch Hauttests zum Typ-I-Allergie verlaufen hier negativ. Weiterhin findet auch keine Sensibilisierung im Vorfeld statt.

Die Pseudoallergie ist nicht immunologisch bedingt.

Der Unterschied zwischen einer Pseudoallergie und einer Allergie

Die Symptome die denen einer Allergie ähneln werden durch unspezifisch aktivierte Mastzellen ausgelöst. Diese setzen sobald sie aktiviert wurden und degranulieren Botenstoffe ab. Darunter auch das Histamin, welches typische allergische Reaktionen (Entzündungsreaktionen) hervorruft.

Bei einer Allergie hingegen werden die Mastzellen spezifisch aktiviert durch bestimmte Allergene die sich an oberflächig gebundene Antikörper binden. Bei der Pseudoallergie kommt es folglich nicht zu dieser Reaktion, also ohne oberflächig gebundene Antikörper.

Die Intoleranz

Bei dem China-Restaurant-Syndrom handelt es sich um eine Pseudoallergie auf den Geschmacksverstärker E 621. Hier gebratene Ente mit Saucen.

Bei dem China-Restaurant-Syndrom handelt es sich um eine Pseudoallergie auf den Geschmacksverstärker E 621. Hier gebratene Ente mit Saucen.

Neben der Pseudoallergie und der Allergie gibt es noch die Intoleranz. Auch hier kommt es zu Allergien ähnelnden Symptomen, allerdings handelt es sich hier um Stoffwechselstörungen. Infolge eines Enzymdefektes kann der Körper einige bestimmte Substanzen nicht hinreichend umwandeln und es kommt zu Komplikationen beim Stoffwechsel.

Beispielsweise gibt es neben der Nahrungsmittelallergie auch Nahrungsmittel-Intoleranzen. Die Symptome ähneln denen einer Nahrungsmittelallergie. So gibt es eine Laktoseintoleranz oder die Glutamat-Unverträglichkeit auch bekannt als China-Restaurant-Syndrom.

Bei Patienten die unter Pseudoallergien oder Intoleranzen leiden ist die Diagnose häufig schwierig und langwierig, da es zu ermitteln gilt, ob mögliche Symptome von einer Allergie, Pseudoallergie oder Intoleranz herrühren.

Der eigentliche Hauttest wird bei einem Dermatologen der eine Zusatzausbildung zum Allergologen gemacht hat durchgeführt. Häufig sind aber viele Organe betroffen so dass Ärzte weiterer Fachgebiete aufgesucht werden müssen.

Lebensmittelzusatzstoffe

Lebensmittelzusatzstoffe können pseudoallergische Reaktionen beim Pseudoallergiker hervorrufen. Diese Nicht-Proteine dienen als Konservierungsstoffe um die Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen. So helfen Antioxidanzien gegen das Ranzigwerden von Ölen und Fetten, Emulgatoren und Farbstoffe beeinflussen die Konsistenz und das Aussehen der Lebensmittel. Mitunter werden die Nahrungsmittelzusatzstoffe nicht mit den „E-Nummern“ gekennzeichnet. Hier müssen Allergiker genaustens die Angaben zur Lebensmittelzusammenstellung studieren.

Die E-Nummern bei Lebensmittelzusatzstoffen

Lebensmittelzusatzstoffe können Pseudoallergien hervorrufen.

Lebensmittelzusatzstoffe können Pseudoallergien hervorrufen.

E-Nummern der Gruppe 100 sind hierbei Farbstoffe, die Gruppe 200 Konservierungsstoffe, die Gruppe 300 beinhaltet Antioxidanzien und die Gruppe 400 umfasst Emulgatoren und Stabilisatoren.

Selbst wenn nicht die gesetzlich erlaubte Höchstmenge der Zusatzstoffe erreicht wird kann es zur Symptomen kommen. Auch Rückstände von Pestiziden, Antibiotika, Reinigungsmittel, Metallen oder Desifektionsmittel können in den Fertigprodukten enthalten sein.

Bei dem China-Restaurant-Syndrom handelt es sich um eine pseudoallergische Reaktion auf den Geschmacksverstärker E 621. Dieser wird hauptsächlich in chinesischen Speisen verwendet, es handelt sich um Mononatriumglutamat.

Symptome sind hier Übelkeit, Herzrasen, Schwächegefühle, Schweißausbrüche, Muskelzuckungen und Tränenfluss. Es wird auch in vielen Fertigprodukten, Gewürzmischungen, Salatdressings, Trockensuppen und Konserven mit Fisch, Fleisch oder Gemüse verwendet.

Natürliche Pseudoallergene

Neben künstlichen gibt es auch natürlich vorkommende Pseudoallergene wie das Salicylat, welches in Orangen, Aprikosen, Gurken, Oliven, Ananas, Weintrauben, Beeren und Wein vorkommt. Auch Abbauprodukte beim Eiweißstoffwechsel wie Histamin und Tyramin (biogene Amine) können Pseudoallergien auslösen. Hohe Anteile an biogenen Aminen finden sich in Hering, Kaviar, Meeresfischen, Trauben, Sauerkraut, Rotwein, Tomaten, Fischkonserven und Käsesorten wie Gouda und Cheddar wieder.

Wie kann man die Allergene einer Pseudoallergie ermitteln?

Man greift hier zu den 4 Methoden der Additions-, Eliminations-, Such-, und New-food-Diät. So kann man ermitteln welche Nahrungsmittel die Symptome hervorrufen.

  1. Die Additionsdiät beginnt mit einer Grunddiät mit als verträglich geltenden Lebensmitteln. Hinzu kommen weitere verträgliche Lebensmittel und das zu testende. Man erweitert so den Umfang der Lebensmittel während der Diät bis Symptome auftreten.
  2. Bei der Eliminationsdiät beginnt man mit einem vollständigen Speiseplan und lässt nach und nach über bestimmte Zeiträume ein Lebensmittel weg bis sich eine Besserung der Symptome einstellt.
  3. Bei der Suchdiät beginnt man mit einer Grunddiät und fügt zu den verträglichen Lebensmitteln über einen Zeitraum jeweils wein weiteres hinzu bis Symptome auftreten und analysiert dann weiter in der jeweiligen Lebensmittelgruppe.
  4. Bei der New-food-Diät lässt man mögliche allergene Lebensmittel außen vor und lässt für 3 bis 4 Wochen einzelne neue Lebensmittel hinzu.

Hauttests und Bluttests

Auch Hauttests sind möglich und geben teilweise positive Testergebnisse. Weiterhin kann ein Lymphoyztentest oder Basophilentest angewendet werden. Man extrahiert hier Immunzellen aus dem Blut des Patienten die dann mit den Allergenen stimuliert werden. Die Testergebnisse sind deutlich exakter als die von nachgewiesenen IgE-Antikörpern im Blut.

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