Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung

Wer unter einer Allergie leidet hat die Möglichkeit eine Hyposensibilisierung durchzuführen. Auch allergenspezifischen Immuntherapie (SIT) oder Desensibilisierung genannt.

Reagiert der Körper mit überschießenden Immunreaktion auf Antigene und körperfremde Stoffe spricht man von einer Hypersensitivität, welche auch als Atopie bezeichnet wird wenn familiär bedingt spezifische IgE-Antikörper gegen Umweltallergene gebildet werden.

Eine Möglichkeit diese allergische Hypersensitivität zu therapieren liegt in einer Hyposensibilisierung .

Dieses ist neben einer medikamentösen Behandlung ein Verfahren, das langfristig darauf abzielt die Überempfindlichkeit des Körpers auf bestimmte Stoffe, Allergene zu reduzieren. Der Körper wird also drauf getrimmt seine Überempfindlichkeit zu reduzieren.

Das Allergen oder ein modifiziertes Allergen (Allergoid) wird dem Patienten subkutan (in das Fettgewebe der Haut) gespritzt. Aber auch sublingual (über die Zunge) in Tablettenform (sublinguale Immuntherapie SLIT) oder als Tropfen kann das Allergen bei der Hyposensibilisierung verabreicht werden.

Wie wird eine Hyposensibilisierung durchgeführt?

Eine Hyposensibilisierung wird mit einer Spritze durchgeführt.

Eine Hyposensibilisierung wird mit einer Spritze durchgeführt.

Meistens geschieht dieses dadurch, dass dem Patient mittels einer Spritze in regelmäßigen Abständen ein bestimmtes Allergene in geringer Dosis verabreicht wird.

Der Prozess dauert mehrere Jahre (3 bis 5 Jahre) und die Dosis wird dabei allmählich gesteigert bis man eine Erhaltungsdosis erreicht hat. Bei erreichen der maximalen Dosis wird alle 4 bis 8 Wochen nachgeimpft.

Da Verfahren ähnelt einer Impfung die eine aktive Immunisierung fördert, daher spricht man hier auch von einer spezifischen Immuntherapie.

Bei Typ-I-Allergien (Soforttyp-Allergie) wird die allergenspezifische IgE-vermittelte Reaktionsbereitschaft des Immunsystemes so auf Dauer allmählich reduziert.

Es handelt sich hier also um einen langwierigen Prozess, der aber äußerst wirksam ist und Linderung bei Problemen mit Allergien wie Heuschnupfen oder Kreuzallergie verspricht.

Im Idealfall verschwinden die Beschwerden im Laufe der Zeit gänzlich, aber zumindest werden die Beschwerden gelindert und die Lebensqualität des Patienten wieder erhöht.

Auch bei einer Insektengiftallergie kann das Verfahren angewendet werden. Es besteht hier auch die Möglichkeit den Prozess zu beschleunigen.

Vor allem bei Heuschnupfen ist diese Art der Therapie besonders erfolgreich. Aber auch das vermeiden von Allergenen wie bei einer Allergenkarenz verspricht Linderung der Symptome.

Bei Heuschnupfen spricht man von einer Allergie der Atemwege. Auch bekannte Allergien der Atemwege sind die Tierhaarallergie und die Hausstaubmilbenallergie.

Unter welchen möglichen Allergien man noch leidet kann mit einem Allergietest ermittelt werden.

Wann beginnt man mit einer Hyposensibilisierung und für wen ist sie nicht geeignet?

Eine Hyposensibilisierung sollte möglichst früh begonnen werden.

Eine Hyposensibilisierung sollte möglichst früh begonnen werden.

Am besten beginnt man im Herbst mit einer Hyposensibilisierungskur, da zu dem Zeitpunkt die Pollenbelastung, aufgrund der Jahreszeit, gering ist.

Die Hyposensibilisierung wird bei Erwachsen und bei Kindern angewandt, wer jedoch unter Asthma oder anderen schweren Krankheiten leidet sollte jedoch von einer Hyposensibilisierung absehen.

Durchgeführt wird die Sensibilisierung ab einem Lebensalter von 5 Jahren und erfordert nach der 3 jährigen Therapie eine weitere sich anschließende Erhaltungstherapie.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen empfiehlt es sich frühzeitig mit der Hyposensibilisierung zu beginnen, denn sie hat als positive Nebeneffekte ein verringertes Asthmarisiko und eine reduzierte Neusensibilisierung auf andere Allergene zur Folge.

Bei welchen Allergien und Krankheitsbildern hilft eine Sensibilisierung?

Erfolgreich kann eine Hyposensibilisierung angewendet werden bei:

Allergiearten

Man unterscheidet 4 Arten von Allergien.
Die Hyposensibilisierung wird insbesondere bei Typ-I-Sofortreaktionsallergien angewendet. Symptome treten bei dieser Allergieart unmittelbar nach dem Kontakt mit den Allergen auf bzw. bei einem weiteren, da der erste Kontakt zur Sensibilisierung und Bildung von IgE-Antikörpern führt. Bei den Typen I bis III findet eine Vermittlung durch Antikörper statt bei Typ IV durch T-Zellen.

Die Typ-I-Sofortreaktion findet bei Allergenen von Haustaubmilben, Nahrungsmitteln, Schimmelpilzen, Tierepithelien, Gräserpollen und Baumpollen statt. Insbesondere Personen mit einer genetischen Prädisposition bilden spezifische IgE-Antikörper gegen diese Allergene aus. Es kommt zur Freisetzung von Botenstoffen/Mediatoren wie dem Histamin welches zu allergischen Symptomen führt. Entzündungen, Ödeme, Quaddelbildung auf der Haut etc.

Entsprechend den anderen 3 Allergiearten gibt es weitere 3 Reaktionsarten:

  • Bei der Typ-II Zytotoxischen Antikörperreaktion findet beispielsweise während der Schwangerschaft eine Immunisierung gegen Erythrozyten-Antigene statt.
  • Bei der Typ-III Immunkomplexreaktion sammeln sich Immunkomplexe im Gewebe an wie in den Beinen, der Niere.
  • Bei der Typ-IV Spättyp-Allergie kommt es erst nach 24 bis 48 Stunden nach dem Kontakt mit den Allergenen zu Symptomen

Weiterhin gibt es noch Pseudoallergien und Überempfindlichkeitsreaktionen die ohne eine Erhöhung der IgE-Antikörper stattfinden, aber Symptome einer Allergie aufweisen. Hierzu zählen Nahrungsmittelintoleranzen oder eine Acetylsalicylsäure-Intoleranz.

Die Diagnose

Im Vorfeld der Hyposensibilisierung findet eine Anamnese statt bei der erste Hinweise auf mögliche Sensibilisierungen überprüft werden durch Hauttests, Provokationstest etc. Wichtig sind auch Informationen über den Ort an dem die Beschwerden auftreten wie im Freien, der Wohnung, Arbeitsplatz und die Zeitabhängigkeiten ob sie Tages- oder Jahreszeitabhängig sind. Ebenso von Bedeutung sind Faktoren wie mögliche Haustiere, Schlafzimmer, vorhanden Zimmerpflanzen, Teppiche, Hobby, Beruf etc.

Hauttests

Neben In-Vitro-Tests wird vor allem ein Hauttest als nächsten durchgeführt. Man trägt hierzu nach einer Reinigung der Haut mit Alkhol oder Seife Allergenextrakte auf die Haut und ritzt diese an. Kommt es zu allergischen Reaktionen wie Rötungen, Quaddeln, besteht eine mögliche Sensibilisierung des Patienten auf die entsprechende Allergene. Hierbei gibt es verschieden Testarten wie:

Bluttests

Bei Bluttests wird In-Vitro die Anzahl von IgE-Antikörpern im Blutserum bestimmt. Man unterscheidet hier nach der Gesamt-IgE-Anzahl und der spezifischen IgE-Anzahl gegen ein bestimmtes Allergen.

Provokationstest

Bei Provokationstest und Funktionstest wird angewendet wenn die Hauttests und Anamnese keine ausreichenden Schlüsse zum Befund beitragen konnten. So kann ein Lungenfunktionstest, eine bronchiale Provokation, eine Insektenstichprovokation oder eine nasale Provokation mit den Allergen durchgeführt werden um mögliche allergische Reaktionen zu beobachten.

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