Histamin

Histamin

Der Botenstoff Histamin spielt eine große Rolle bei allergischen Symptomen.

Der Botenstoff Histamin spielt eine große Rolle bei allergischen Symptomen.

Histamin kommt sowohl in tierischen, pflanzlichen als auch menschlichen Organismen vor. Dabei leitet sich das Wort aus dem Altgriechischen „histos“ für Gewebe ab.

Histamin ist ein Gewebshormon und Neurotransmitter. Gerade bei allergischen Reaktionen spielt Histamin beim Menschen im Immunsystem eine große Rolle. Er fördert beim Eindringen von Allergenen den Entzündungsprozesse und kann so zu Schwellungen im Gewebe führen.

Aber auch im Magen-Darm-Trakt spielt das Hormon eine Rolle bei der Produktion von Magensäure. Ebenso wird die Motilität des Nervensystems durch das Hormon beeinflusst und steuert den Schlafzyklus und auch den Appetit. Es handelt sich hier um ein biogenes Amin, ähnlich wie das Adrenalin, Dopamin, Serotonin, Octopamin und Tyramin.

Gebildet wird es durch eine Abspaltung von Kohlendioxid aus der Aminosäure Histidin. Gerade in den Mastzellen, basophilen Granulozyten und Nervenzellen wird es gespeichert.

Seit 1907 wurde das Hormon von den deutschen Chemikern Adolf Windaus und W. Vogt entdeckt. Bei Allergien kommen Anthistaminka zum Einsatz um die Wirkung des Histamins zu reduzieren. Man unterscheidet H1-, H2-,H3- sowie H4-Rezeptoren.

Dabei kann Histamin vom Köper abgebaut werden durch Inaktivierung von Nt-Methylhistamin ausgelöst vom Enzym Histamin-N-Methyltransferase. Dieses wird oxidativ zu Nt-Methylimidazolyessigsäure umgewandelt. Auch der Abbau über Diamonixidasen und Aldehydoxidasen zu Imidazolylessigsäure ist möglich welche über die Niere aus dem Körper ausgeschieden werden.

Das gespeicherte an Heparin gebundene Histamin in den Vesikeln der Mastzellen, Schleimhäuten und basophilen Granulozyten wird bei einer IgE-vermittelten allergischen Reaktion (Soforttyp-I-Allergie) freigesetzt. Auch in den ECL-Zellen der Magenschleimhaut ist Histamin im Körper gespeichert und kann durch Gewebshormone wie Acetylcholin, PACAP und Gastrin freigesetzt werden.

Die Rolle von Histamin bei einer Allergie

Auch Brennnesseln enthalten Histamin.

Auch Brennnesseln enthalten Histamin.

Auch im Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) ist Histamin gespeichert. Es aktiviert die H1-, H2-, H3- und H4-Rezeptoren bei der Abwehr von fremden Stoffen.

Es kann zu Schwellungen, Juckreiz, Nesselsucht und Schmerzen kommen. Ebenso kann sich die glatte Muskulatur der Bronchien zusammen ziehen und Adrenalin in den Nebennieren freigesetzt werden.

H1-Rezeptoren spielen zusammen mit H2-Rezeptoren eine Rolle im Herz-Kreislaufsystem, so kann sich der Pulsschlag erhöhen und kleine Blutgefäße erweitern sich.

Werden H2-Rezeptoren im Magen-Darm-Trakt aktiviert kommt es zu vermehrten Produktion von Magensäften.

Werden H1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem aktiviert führt dieses zu Erbrechen und Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus sowie der Körpertemperatur.

Die menschliche Grenze der Verträglichkeit von Histamin liegt bei ca. 10 mg. Werte darüber hinaus führen zu Vergiftungen und Beschwerden wie Blutdruckabfall, Nesselsucht, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Atemnot etc.

Dabei kann sich die Histamin-Konzentration erhöhen wenn man histaminhaltige Nahrung wie Fisch, Käse, Wein, Gemüse verzehrt in Kombination mit der Einnahme von MAO-Hemmern oder bei einer Fischervergiftung.

Auch bei einem Provokationstest oder einer Positivkontrolle beim Intrakutantest nutzt man Histamin zum Testen einer bestehenden Allergie.

Antihistaminika dienen der Linderung von allergischen Symptomen. So können Mastzellenstabilisatoren wie Cromoglicinsäure, Neodocromil, Lodoxamid zusammen mit H1-Anthistaiminka wie Cetrizin, Loratadin oder Diphentydramin die Symptome einer Allergie lindern.

Mit H1-Anthistaminika kann man auch Schlafstörungen, Erbrechen und Übelkeit behandeln. Mit H2-Antihistaminika werden auch als Hemmer von der Produktion der Magensäure eingesetzt.

Auch bei der Behandlung von Morbus Meniere sowie Hydrops cochleae und in der Behandlung von myeloischer Leukämie spielt das dem Histamin gleichende vasodilatorische Betahistin eine Rolle.

Kommt es zu starker Überempfindlichkeit oder Herzinsuffizienzen ist von einer Behandlung bei Krebs abzusehen. Auch bei Schwangeren wird es nicht angewendet, das es den Nachwuchs schädigen kann.

Histamin befindet sich auch in den Brennhaaren der Brennnessel und im Sekret das von Heuschrecken abgesondert wird.

Durch Bienengift MCD-Peptid (mastzelldegranulierende Peptid) kann Histamin in den Mastzellen höherer Tiere freisetzen.

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