Hausstaubmilbenallergie

Die Hausstaubmilbenallergie

Bei einer Hausstaubmilbenallergie führen Milben und deren Kot zu allergischen Symptomen.

Bei einer Hausstaubmilbenallergie führen Milben und deren Kot zu allergischen Symptomen.

Zu den Inhalationsallergien gehört die Hausstaubmilbenallergie. Häufig sind Symptome wie Husten, Asthma bronchiale etc. eine Folge einer Hausstaubmilben-Allergie. Die Allergene sind hier mirkroskopisch kleine mit dem bloßen Auge nicht erkennbare Lebewesen und deren Kot. Sie sind 0,1 bis 0,5 mm groß.

Die Allergene befinden sich hauptsächlich in den Exkrementen und nur im geringen Maße in den Körpern selbst.  So gibt es über 30.000 verschiedene Milbenarten von denen nur einige Allergien bei Menschen auslösen. In einem Gramm Hausstaub können bis zu 10.000 Milben leben.

Zu Allergien führen vor allem die Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Dermatophagoides bedeutet soviel wie Hautfresser. Die Milben ernähren sich nämlich hauptsächlich von menschlichen Hautschuppen die jeder Mensch täglich verliert (ca. 1,5 Gramm).

Sie vermehren sich vor allem bei einem feuchten und warmen Umfeld.

Anzutreffen sind sie häufig in Matrazen, Bettdecke, Plüschtieren, Gardinen, Teppichen, Polstermöbeln, und im Hausstaub etc. Der Hausstaub besteht neben Milben und ihren Exkrementen häufig noch aus Pollen, Tierhaaren und Schimmelpilzsporen, also vielen allergenen Stoffen.

Zu einer Milbenallergie kommt es bei gut 15% der Bevölkerung. Meistens handelt es sich um Mischformen der Allergie da der Hausstaub noch andere Allergene wie Pollen, Tierhaare enthalten kann. Neben einem feucht warmen Raumverhältnissen sind die Milben vor allem im Sommer und Herbst sehr aktiv und produzieren so vermehrt den allergenen Kot und führen so verstärkt zu Beschwerden bei den Allergikern. So vermehren sie sich am besten bei einer Temperatur von 25°C und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 65 und 80%.

Es handelt sich um eine Allergie von Typ I also einer Soforttyp-Allergie bei der die allergischen Reaktionen unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Allergen auftreten.

Im Winter hingegen sterben sie meist bei trockener Heizungsluft ab können aber auch dann noch Symptome hervorrufen.

Was hilft bei einer Milbenallergie?

Vor allem in der Bettwäsche stecken viele Milben. Hier helfen spezielle Milbenbezüge.

Vor allem in der Bettwäsche stecken viele Milben. Hier helfen spezielle Milbenbezüge.

Grundsätzlich gilt es die Anzahl der Milben zu reduzieren und somit den problematischen Kot den sie produzieren. Dieses kann durch Niebaumsprays erfolgen der die Milben abtötet. Spezielle Bettwäsche (Encasing) schließt die Kissen und Bettdecken milbendicht ein.

Beim Waschen sollte man eine Temperatur wählen die über 60°C liegt, da die Milben so abgetötet werden. Stofftiere können für 48 Stunden im Gefrierfach aufbewahrt werden um die Milbenzahl zu reduzieren.

Auch auf Teppiche und dicke Vorhänge sollte man verzichten. So können Laminat und Fliesen leichter milben- und staubfrei gehalten werden. Glatte Flächen lassen sich besser milbenfrei reinigen.

Man sollte also häufig und gründlich putzen. Es gilt 2 mal wöchentlich (nebel-)feucht zu wischen, um möglichst keinen Staub und so Allergene in die Luft aufzuwirbeln.

Die Räume sollten immer gut gelüftet und trocken sein.

Auch ein regelmäßiges Wechseln der Wäsche und Bettbezüge hilft die Anzahl der Milben zu reduzieren.

Auf Polstermöbel sollte auch verzichtet werden. Besser sind hier Möbel mit Lederbezügen oder Kunstleder.

Kommt man in Kontakt mit viel Hausstaub empfiehlt es sich eine Atemmaske und eventuell auch Schutzbrille zu tragen.

Auch die Reduzierung von Schuppen, losen Haaren und Scheiß hilft, so sollte man auch die Haarpflege beachten.

Es sollten Staubsauger mit speziellen Mikrofiltern genutzt werden (Hepa-Filter). Auf Staubfänger wie offene Bücherregale, Stofftiere, Kissen sollte man verzichten.

Beim Wischen sollten nur feuchte oder antistatische Tücher genutzt werden.

Ein Urlaub sollte im Gebirge geplant werden, denn ab 1200 Meter Höhe findet man kaum noch Hausstaubmilben vor. Auch Seeluft wie an der Nordsee ist für Milbenallergiker vorteilhaft.

Symptome

Die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie können Hustenanfälle, Niesattacken, Asthma bronchiale, Halsschmerzen, Bindehautentzündung, Juckreiz, tränende Augen, Schwellungen der Schleimhäute in den Atemwegen, Schlafstörungen, Atemnot, Reizungen der Haut. etc. sein.

Vor allem in der Nacht und morgens sind die Symptome in geschlossenen Räumen, bedingt durch die hohe Anzahl an Milben in der Bettwäsche, besonders stark.

Die Diagnose

Liegen akute Beschwerden vor die eine Milbenallergie nahe legen. Also Symptome die vor allem in geschlossenen Räumen ganzjährig und besonders morgens und in der Nacht auftreten kann ein Hauttest durchgeführt werden. Beim Pricktest werden allergene Flüssigkeitslösungen auf den Unterarm getropft und die Haut wird an der Stelle leicht angeritzt. Kommt es zu Rötungen, Juckreiz oder Quaddel-Bildung können so mögliche Allergien vorliegen.

Konnte beim Pricktest keine Hausstaubmilbenallergie nachgewiesen werden kann ein Intrakutantest erfolgen. Hier wird mit einer Spritze das Allergen injiziert.

Auch ein Bluttest kann sinnvoll sein, gerade bei kleinen Kindern die Angst vor dem Pricktest haben. Das Blut wird im Labor auf eine erhöhte Antikörperzahl hin (Immunglobuline IgE) untersucht die sich gegen die Antigene des Hausstaubs im Blut bilden.

Vor allem die spezifischen IgE geben hier Rückschlüsse, da ein erhöhter Gesamt-IgE-Spiegel auch Ursachen von Rauchen, Würmern etc. sein kann.

Können diese Antikörper im Blut nachgewiesen werden liegt eine Sensibilisierung vor, eine Allergie jedoch nicht zwangsläufig.

Beim Provokationstest werden Allergene in Kontakt mit der Nasenschleimhaut oder Bindehaut des Auges gebracht. Vor allem wenn die vorherigen Test kaum Rückschlüsse zu gelassen haben bietet sich dieser Test an. Da es hier aber zu heftigen Reaktionen kommen kann muss ein Arzt in Anwesenheit sein.

Therapie

Die akutem Symptome können medikamentös mit Antihistaminika behandelt werden sowie Sprays die auch bei Asthma zum Einsatz kommen.

Neben einer strikten Meidung von Milben also einer Allergenkarenz kann auch eine Hyposensibilisierung durch geführt werden. Dabei wird das Immunsystem quasi gegen die Allergen geimpft. Es handelt sich hier um einen langwierigen Prozesse (3 bis 5 Jahre), bei dem aber gute Ergebnisse erzielt werden können. So können die Symptome auf dauer gelindert oder gar gänzlich aufgehoben werden.

Die Dosis des gespritzten Allergenes wird wöchentlich langsam gesteigert. Ist die maximale Dosis erreicht wird alle 4 bis 8 Wochen nachgespritzt, damit das Immunsystem weiter die Abwehrfunktion erhält.

Wird ein allergischer Schnupfen als Folge einer Milbenallergie nicht rechtzeitig behandelt kann es zu einem Etagenwechsel kommen und sich so ein Asthma bronchiale aus dem Schnupfen entwickeln. Die Symptome wander also eine Etage tiefer von der Nase auf die Lunge.

Allergiker nach einer Sensibilisierung benötigen zumindest gut ein Drittel weniger Medikamente als vorher, auch ein Etagenwechsel wird unwahrscheinlicher.

Aber auch ein Neusensibilierung auf andere Allergene wie Blüten oder Tierhaare kann die Folge sein, wenn die Hausstaubmilbenallergie falsch oder gar nicht behandelt wird.

Mögliche andere Ursachen

Neben Milben und einer Hausstaubmilbenallergie können auch Schimmelpilzsporen, Blütenpollen oder Tierhaare ähnliche Symptome hervorrufen.

Auch Vireninfektionen oder eine gekrümmte Nasenscheidewand können die Ursache für die Beschwerden sein. Weiterhin können hormonale Umstellungen wie bei einer Schwangerschaft oder Wechseljahren sowie Nebenwirkungen von Medikamenten oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit die Ursache sein.

Allergikerbettwäsche

Allergikerbettwäsche muss mindestens Poren von Durchmessern kleiner 0,5 Mikrometer aufweisen, damit Milben nicht durchdringen können, darüber hinaus sollten sie atmungsaktiv sein und so Wasserdampf durchlässig sein. Die Nähte müssen verschweißt sein oder so fein vernäht, dass auch hier die Porengröße von 0,5 Mikrometern nicht überschritten wird.

Die Bettwäsche muss komplett von ihnen umschlungen werden. Einseitige wie Spannbettlacken genügen nicht. Die Bettwäsche muss waschbar sein und nach der Wäsche ihre Milbenundurchlässigkeit behalten.

Nutzt man Dampfreiniger werden Milben getötet, kehren aber nach 3 Monaten wieder, darüber hinaus bleiben die Teppiche durch den Wasserdampf feucht und somit ideal für Milbenvermehrung und Schimmelpilze.

Kinder können vor einer Milbenallergie und anderen Allergien geschützt werden wenn sie nicht gänzlich vor Allergenen geschützt aufwachsen. Der Kontakt mit Allergenen stärkt das Immunsystem. Weiterhin sollte während der Schwangerschaft nicht geraucht werden und das Kind mindestens 4 Monate lang gestillt werden. Kinder die in Kontakt mit Tieren oder einem Bauernhof aufwachsen weisen auch seltener Heuschnupfen oder Asthma auf.

Allergischer Schnupfen oder Erkältung?

Kommt es zu allergischen Schnupfen (Rhinitis) so kann man diesen von einer Erkältung unterscheiden, denn das Nasensekret ist wässriger und klar und nicht zäh wie bei einer Erkältung. Auch kommt es plötzlich zu den Symptomen und sie verschwinden auch wieder schneller als bei einer Erkältung die sich meist länger ankündigt und auch länger als eine Woche bleibt.

Bei allergischen Schnupfen kommt es auch nicht zu Fieber oder Halsschmerzen. Bei allergischen Schnupfen kommt es verstärkt zu brennenden Augen, Niesanfällen und juckender Nase.

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